Intensivmediziner beklagt Stagnation beim Impfen

Man muss versuchen die Menschen zu erreichen

Der Intensivmediziner Uwe Janssens hat sich besorgt über den aktuellen Stillstand der Impfkampagne geäußert. „Wir wissen aus verschiedenen Berechnungen, dass, wenn wir es nicht schaffen, 85 Prozent der 59- bis 70-Jährigen zu impfen, dann haben wir im Herbst ähnliche Zustände auf den Intensivstationen wie Anfang des Jahres, bis zu 6.000 Intensivpatienten“, sagte Janssens der RTL/n-tv-Redaktion.

Für die Impfmüdigkeit der Deutschen macht der ehemalige Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin die Politik mitverantwortlich: „Das Signal der Politiker, alles wieder zu öffnen und den Leuten das Gefühl zu geben, alles ist wieder gut, das war ein Schritt zu schnell.“ Eine Impfpflicht für Pflegepersonal lehnt Janssens auch vor dem Hintergrund des ohnehin herrschenden Personalmangels allerdings ab: „An dieser Stelle mit drastischen Maßnahmen vorzugehen, wird einige Leute wegtreiben. Ob das der richtige Weg ist, glaube ich nicht.“ Man müsse weiter versuchen, die Menschen zu erreichen und „das werden wir nicht mit Geboten und Verboten schaffen, das ist meine feste Überzeugung“, so Janssens.

Mehr als 50 Millionen Impflinge in Deutschland

Die Zahl der erstmaligen Corona-Impfungen in Deutschland ist am Mittwoch über die 50-Millionen-Marke angestiegen. Das zeigen Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI). Gegenüber den am Dienstag im Laufe des Tages bekannt gewordenen Daten stieg die Zahl der Impflinge um 149.978 an. Die bundesweite Impfquote (ohne Zweitimpfungen) liegt damit bei 60,2 Prozent der Bevölkerung (Vortag: 60,0 Prozent). Den vollständigen Impfschutz haben 47,3 Prozent der Bürger (Vortag: 46,7 Prozent). Das Impftempo ist dabei weiter rückläufig: Im Sieben-Tage-Mittel sank die Zahl der Erstimpfungen auf nur noch etwa 140.000 Verabreichungen pro Tag. Bei den Zweitimpfungen beträgt dieser Wert 400.000. +++

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