Hohmann: Nichtalarmierung von Voraushelfern schwächt Rettungskette bei Unfällen

Rettungswagen

Burghaun. Seit dem November vergangenen Jahres werden die in Langenschwarz stationierten Voraushelfer des DRK bei Unfällen nicht mehr alarmiert. Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) begründete dies damit, dass für den Einsatz von Voraushelfern keine Rechtsgrundlage bestünde. Die neue Regelung stößt bei den Ersthelfern sowie bei Bürgermeister Alexander Hohmann auf deutliche Kritik, zumal die Gemeinde über das Vorgehen des Landkreises Fulda keinerlei Informationen erhalten hat. In benachbarten Landkreisen kommen Ersthelfer nach wie vor bei Unfällen zum Einsatz.

Bedenken des Landkreises nicht nachvollziehbar

Burghauns Bürgermeister Hohmann erklärt: „Ich kann das Unverständnis vor Ort im Kiebitzgrund nachvollziehen. Zehn Jahre lang haben die Voraushelfer als Ersthelfer einen guten Job gemacht und damit die Rettungskette wirkungsvoll verstärkt. In diesem Zeitraum haben sie 172 Mal erste Hilfe geleistet und damit auch dazu beigetragen, Menschenleben zu retten“, sagte er. Der Argumentation Wingenfelds könne er nicht folgen. Immerhin, so Hohmann, sei das Konzept für die Voraushelfer mit dem Landkreis entwickelt und abgestimmt worden. Die Voraushelfer hätten zudem auch die geforderten Zusatzausbildungen absolviert. „Jetzt zu argumentieren, dass keine Rechtsgrundlage für den Einsatz der Ersthelfer vorhanden sei, ist in diesem Lichte betrachtet nicht nachvollziehbar, insbesondere dann, wenn man die erfolgreiche und hervorragend koordinierte Arbeit mit Rettungsdienst und Feuerwehr rückblickend betrachtet“, erläutert Hohmann.

Für Hohmann ist die Voraushelfergruppe Langenschwarz ein „wichtiges Glied in der Rettungskette“ und zur Einhaltung der in Hessen gesetzlich festgelegten zehnminütigen Hilfsfrist. Gerade im Bereich des Kiebitzgrundes ist das von großer Bedeutung, da hier – vor allem nach Wegfall der Tageswache in Burghaun – nicht immer sichergestellt ist, dass innerhalb von zehn Minuten auch wirklich Kräfte von der Rettungswache Hünfeld zur Stelle sein können. Doch bei lebensbedrohlichen Szenarien zählt nicht nur jede Minute, sondern unter Umständen auch jede Sekunde“, so Hohmann. Die Haltung des Landkreises würde hingegen der Leistungs- und Einsatzbereitschaft der Frauen und Männer nicht gerecht. „Wingenfelds Bedenken sind ein Misstrauensvotum, das durch die Wirklichkeit überhaupt nicht gerechtfertigt ist“, sagte Hohmann.

Bürokratische Hürden beseitigen

Insofern sei es nicht vermittelbar, dass auf den Einsatz von präsenten, gut ausgebildeten Kräften verzichtet wird, wenn es um Menschenleben geht. Dies bedeute nicht nur fehlende Anerkennung der Arbeit, sondern wirke auch hochgradig demotivierend für ehrenamtliches Engagement zum Wohle der Bevölkerung. „Ich erwarte daher, dass Erster Kreisbeigeordneter Dr. Wingenfeld als zuständiger Dezernent umdenkt. Ich werde mich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die Interessen der Menschen im Kiebitzgrund im Sinne einer guten rettungsdienstlichen Versorgung der lebensrettende Dienst der Voraushelfer nicht nur gebührend gewürdigt, sondern auch keine bürokratischen Hürden in Weg gelegt wird“, bekräftigte Hohmann. +++ fuldainfo