Hochschulpräsident Khakzar übergibt Amt als Sprecher der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr. Peter-André Alt, dankt Prof. Dr. Karim Khakzar für sein mehr als sechsjähriges Engagement als Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz und Sprecher der deutschen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Foto: Lena Hilpert, Hochschule Fulda

Am 1. Dezember übergibt der Fuldaer Hochschulpräsident Professor Karim Khakzar nach drei Amtszeiten als Sprecher der 118 in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) organisierten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) und Vizepräsident der HRK das Amt an seinen Nachfolger Professor Jörg Bagdahn, Präsident der Hochschule Anhalt. Er blickt auf sechs ereignisreiche und erfolgreiche Jahre zurück, in denen sich die HAWs enorm weiterentwickelt und im deutschen Hochschulsystem sichtbar an Bedeutung gewonnen haben. Laut Satzung der HRK war eine Wiederwahl nicht mehr möglich.

Seit 2016 setzte sich Khakzar als Sprecher auf Bundesebene unermüdlich für die Belange der HAWs ein. Unterstützt wurde er von einem Sprecherkreis aus mehreren Präsidentinnen und Präsidenten deutscher HAWs. Im Mittelpunkt seiner Bemühungen stand der Wandel des Hochschultyps HAW: von den ehemaligen Fachhochschulen, deren Aufgabe in erster Linie eine praxisnahe, akademische Berufsausbildung war, hin zu modernen, wissenschaftlichen Hochschulen, die inzwischen neben der Lehre neue Aufgaben in der angewandten Forschung und beim Transfer von Wissen in die Praxis wahrnehmen. In die sechsjährige Amtszeit Khakzars fielen wichtige Erfolge. Zur Finanzierung des großen Aufwuchses der Studierendenzahlen an den HAWs in den letzten zehn Jahren forderte er als ihr Sprecher immer wieder ein zusätzliches finanzielles Engagement des Bundes. Mit positivem Ausgang: Durch den 2021 abgeschlossenen „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ von Bund und Ländern erhalten die Hochschulen seither eine verlässliche und verstetigte Unterstützung, ohne die der dauerhafte Ausbau der Hochschulen nicht möglich wäre. Darüber hinaus finanzieren Bund und Länder auf Vorschlag und Initiative der HAWs ein dringend benötigtes Programm zur Gewinnung von Professorinnen und Professoren an HAWs, das mit insgesamt 431 Millionen Euro ausgestattet ist.

Besonders am Herzen lagen Khakzar bessere Rahmenbedingungen für die angewandte Forschung an HAWs und den Transfer von Wissen in die Praxis. Im Mittelpunkt seiner Bemühungen standen die Aufstockung entsprechender Förderprogramme sowie das eigenständige Promotionsrecht für forschungsstarke HAWs. Auch dies mit Erfolg: Die Forschungsförderung des Bundes für die HAWs wurde seit Khakzars Amtsantritt von 48 auf 75 Millionen Euro pro Jahr gesteigert. Auch ein neues Programm zu Finanzierung von Transferstrukturen mit einem Gesamtvolumen von 550 Millionen Euro wurde auf Drängen der HAWs ins Leben gerufen und kommt ihnen nun zugute. Den Durchbruch verspricht sich Khakzar jedoch von der Gründung der Deutschen Agentur für Transfer und Innovation (DATI), die die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt hat und die der Fuldaer Hochschulpräsident bereits seit 2016 für die HAWs immer wieder von der Politik forderte. Die neue Agentur soll sich in den kommenden Jahren zum zentralen Förderinstrument für HAWs entwickeln. Eine der größten Änderungen im deutschen Hochschulsystem in jüngster Zeit, an der Khakzar maßgeblich beteiligt war, ist jedoch die Einführung des eigenständigen Promotionsrecht an forschungsstarken HAWs. Die Hochschule Fulda leistete dabei Pionierarbeit, als sie 2016 auf Grund ihrer Forschungsstärke als erste HAW in Deutschland durch den damaligen Wissenschaftsminister Boris Rhein das Promotionsrecht verliehen bekam. Nach fünfjähriger Probezeit wurde das Promotionsrecht in diesem Jahr auf Basis eines vom hessischen Wissenschaftsministerium beauftragten Gutachtens auf Dauer erteilt. Die erfolgreiche Aufbauarbeit in Hessen hat dazu geführt, dass die große Mehrheit der 16 Bundesländer dem Beispiel inzwischen folgt und sich ebenfalls auf den Weg gemacht hat, das Promotionsrecht für HAWs einzuführen. Eine kleine Revolution im deutschen Hochschulsystem, die im Übrigen auf erheblichen Widerstand der Universitäten stieß und zum Teil immer noch stößt.

Eine wichtige Basis für all diese inhaltlichen Errungenschaften: eine erfolgreiche Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit. Zu Khakzars Aufgaben als Sprecher der HAWs zählte beispielsweise die Ausrichtung der jährlichen „Bad Wiesseer-Tagung“, auf der die HAW-Hochschulleitungen ihre hochschulpolitischen und strategischen Ziele erarbeiten und im Rahmen parlamentarischer Abende immer wieder an die Bundespolitik richten. Mehrmals vertrat Khakzar die Positionen der HAWs im Deutschen Bundestag. In die Amtszeit von Khakzar als Sprecher der HAWs fiel auch das 50jährige Jubiläum seit Gründung der ersten Fachhochschulen, das 2019 mit einem großen Festakt in Lübeck gefeiert wurde. Anlässlich des Jubiläums wurde unter seiner Federführung eine gemeinsame Imagekampagne aller HAWs ins Leben gerufen. Sie macht die enorme Bedeutung der HAWs für die Entwicklung und Innovationskraft der jeweiligen Regionen sichtbar und hat mit dazu beigetragen, dass die HAWs inzwischen durch die Politik, aber auch durch die breite Öffentlichkeit ein deutlich größere Wertschätzung und Unterstützung erhalten. Die Kampagne unter dem Motto „HAWs sind unglaublich wichtig“ (siehe auch unglaublich-wichtig.de) gewann 2022 den renommierten „German Brand Award“. „Ich schaue dankbar und zufrieden auf die letzten sechs Jahre zurück“, so Khakzar. „Dass mir die Aufgabe trotz zusätzlicher Belastung so enorm viel Freude bereitet hat, habe ich nicht zuletzt dem bemerkenswerten Teamgeist in der Gruppe der 118 HAWs in der HRK zu verdanken. Wir konnten gemeinsam einiges bewegen, auf das wir stolz sein können.“ Khakzar wurde auf der Mitgliederversammlung der HRK am 15. November in Jena für sein Engagement für die HAWs und die Mitgliedschaft im Präsidium der HRK geehrt und aus dem Amt als Vizepräsident der HRK verabschiedet. +++ pm

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