Hilfsfristen im Rettungsdienst – Görig: „Klare Verbesserungen erzielt“

Lauterbach. Mehr als Verdopplung des Personals im Bereich Rettungswesen durch Einstellung von sieben zusätzlichen Einsatzsachbearbeitern für die Leitstelle und eines Sachbearbeiters für den Bereich Rettungsdienst, Organisatorische Zuweisung des Aufgabengebietes in das Kreisordnungsamt, Intensivierung der Schwachstellen-Analyse, neue Ablaufvereinbarungen mit dem beauftragten DRK, die zusätzlichen Wachen in Freiensteinau und Grebenau jetzt im Regelbetrieb, Beginn der Ausstattung aller Rettungsfahrzeuge mit GPS und noch in diesem Monat Beratungen im Bereichsbeirat zu dem Top-Thema „Hilfsfrist-Erreichungsgrad“: Der Vogelsbergkreis unternimmt einiges, um die Zeit zu verkürzen, die zwischen einer Alarmierung und dem Eintreffen eines Rettungswagens vergeht, teilt Kreis-Pressesprecher Erich Ruhl mit.

Der Hessische Rundfunk berichtete über die in allen ländlichen Gebieten feststellbare Schwierigkeit, die im Gesetz vorgesehene Hilfsfrist von zehn Minuten einzuhalten. Das ist der Zeitraum, der von der Alarmierung bis zum Eintreffen des Rettungswagens oder des Notarztwagens am Einsatzort vergeht. In 13 von 21 hessischen Landkreisen wurde das Ziel nicht erreicht, in 90 Prozent aller Fälle die zehn Minuten einzuhalten, berichtet der HR. Zu diesen Kreisen zählt auch der Vogelsbergkreis.

„Seit meinem Amtsantritt 2012 habe ich ein Bündel von Maßnahmen angeordnet, um die Hilfsfristen im Interesse der zu versorgenden Patienten zu verbessern“, unterstreicht Landrat Görig in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung. Diese Verbesserung ist nach den Worten des Pressesprechers auch bereits spürbar: „Die Werte haben sich im ersten Halbjahr 2014 um fünf Prozent verbessert.“

„Ich habe einen personellen, fachlichen, organisatorischen und technischen Nachholbedarf festgestellt und entsprechende – zum Teil weit reichende – Anordnungen getroffen“, beschreibt Landrat Görig die Komplexität der Aufgabe. Der Rettungsdienst ist die gesetzlich vorgeschriebene Aufgabe des Landkreises. Mit der Ausführung hat der Kreis die Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Roten Kreuzes GmbH beauftragt.

Zwischen dem Amt für Aufsicht und Ordnungsangelegenheiten – zu dem das Sachgebiet Gefahrenabwehr jetzt gehört – und dem DRK wurden organisatorische und technische Ablaufoptimierungen vereinbart, was Einsatztaktik und Verfügbarkeit angeht. Darüber hinaus werden zurzeit die Rettungsfahrzeuge alle mit GPS, also mit einer Satelliten-Navigation, ausgestattet. „Das wird in etlichen Fällen wertvolle Minuten einsparen, weil die Anfahrten optimiert werden“, kommentiert Pressesprecher Ruhl.

Die Topografie im Vogelsbergkreis und die große Fläche mit 186 Ortschaften macht die Zielerreichung nicht einfach. 131 Orte haben weniger als 500 Einwohner. „Die großen Städte sind hier klar im Vorteil, weil dort die Besiedlung dichter ist und damit die Anfahrtstrecken automatisch kürzer werden. Aber die Bevölkerung muss sich auch hier im Vogelsberg darauf verlassen können, dass die optimal erreichbare Hilfsfrist dargestellt wird“, unterstreicht Landrat Görig.

Der Bereichsbeirat tagt in wenigen Tagen zu dem Schwerpunktthema „Maßnahmen zur Erreichung der Hilfsfrist“. Dem Bereichsbeirat gehören auch Vertreter der Krankenkassen an. Die Krankenkassen seien sich ihrer Verantwortung für diese wichtige Aufgabe sehr bewusst, unterstreicht Görig. Der Bereichsbeirat beschäftigt sich mit dem weiteren Vorgehen im Hinblick auf die Fragen, ob die Wachen ausreichen, ob die Fahrzeuge ausreichen, ob die Standorte einsatztaktisch angepasst werden müssen und wie die Zusammenarbeit mit den Nachbarkreisen noch weiter verbessert werden kann. „Wenn die Analyse notwendige weitere Maßnahmen ergibt, dann werden sie auch auf den Weg gebracht“, betont Landrat Görig abschließend. +++ fuldainfo