Hessen investiert in den Ausbau der Radwege

Wiesbaden. „Das Fahrrad gewinnt als preiswertes und ökologisches Verkehrsmittel gerade im Nahbereich zunehmend an Bedeutung. Es entlastet auf diese Weise auch die Straßen, die insbesondere in den Ballungsräumen oft an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt sind. Zudem ist der Radtourismus eines der wichtigsten touristischen Nachfragesegmente in Deutschland. So haben 2014 rund vier Millionen Deutsche eine Radreise unternommen.

Auch die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Radanteil am Verkehrsaufkommen bis 2020 von zehn auf 15 Prozent zu erhöhen. Aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GFVG) sind in Hessen derzeit sieben Millionen Euro pro Jahr für Maßnahmen des Rad- und Fußverkehrs vorgesehen. Ebenso stehen in diesem Jahr acht Millionen Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung. In diesem Zusammenhang ist es ein wichtiges Signal, dass ab 2016 im Rahmen des Landesstraßenbauprogramms jährlich vier Millionen Euro in das Radwegenetz investiert werden sollen. Bis 2022 sollen auf diese Weise 60 Radwege an Landesstraßen entstehen. Hierdurch wird auch für Kraftfahrzeuge der Verkehrsfluss verbessert. Neben dem Ausbau der Fahrradinfrastruktur ist unser Ziel, die Verkehrssicherheit für Radfahrende zu erhöhen. Daran wollen wir weiterhin engagiert arbeiten.“ Das sagte in Wiesbaden der zuständige Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag und Mitglied im Verkehrsausschuss, Ulrich Caspar.

Caspar verwies auf die Gründung der „Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität (AGNH)“. Mit ihr werde Kommunen und anderen Akteuren in diesem Themenfeld eine Plattform zu Kommunikation, Erfahrungstausch und Vernetzung angeboten. „Mit dem ‚Radroutenplaner Hessen‘ sowie dem ‚Meldeplattform Radverkehr‘ für Schäden an Radwegen existieren zudem bereits auf die Bedürfnisse von Fahrradfahrern in Hessen zugeschnittene Angebote, die sehr gut angenommen werden“, erklärte Caspar. „Wir wollen des Weiteren gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG den Abschluss von Rahmenvereinbarungen erreichen, um den Kommunen an Bahnhöfen geeignete Flächen oder Gebäude für die Errichtung und Einrichtung von gut zugänglichen Fahrradabstellanlagen, -garagen und -stationen im Nahbereich der Haltestellen zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang begrüßen wir die Ankündigung der Deutschen Bahn AG, in den neu zu beschaffenden Fernverkehrszügen ICx und Doppelstock-IC Fahrradmitnahmemöglichkeiten vorzusehen Auch die Verkehrsverbünde sollen in ihren Ausschreibungen möglichst bedarfsgerechte Radmitnahmekapazitäten vorsehen. Damit wollen wir den Radverkehr als wichtigen Bestandteil lokaler Wertschöpfungsketten, insbesondere im Tourismus, weiter stärken“, so Caspar.

FDP: Schwarz-Grüne Verkehrspolitik gefährdet Standort Hessen

„Während ganz Hessen über marode Straßen stöhnt, beschließen CDU und Grüne stattdessen, eine Geschäftsstelle für Zufußgehen und Radfahren einzurichten. Über diese Prioritätensetzung kann man nur mit dem Kopf schütteln“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Jürgen Lenders. „Die „Operation marode Straße“ von CDU und Grünen geht damit in eine neue Runde. Zuerst werden Kürzungen bei der Sanierung der Landesstraßen unverschämt als Sanierungsoffensive verkauft und jetzt wird den hessischen Pendlern das Radfahren als Lösung aller gesellschaftlichen Probleme nahe gelegt. Die Idee, Verkehrsherausforderungen mit dem Fahrrad lösen zu wollen, funktioniert nur, wenn Arbeitsplatz, Schule, Einkaufsmöglichkeiten, Kultur und Freizeit mit viel öffentlichem Geld in unmittelbarer Umgebung sind. Grüne und Union vernachlässigen mit ihrem Ansatz also vollkommen die Bedürfnisse und Lebensrealitäten der Menschen im ländlichen Raum. Diese ideologische Verkehrspolitik nach dem Motto Fahrrad und ÖPNV sind gut, Flugzeug und Auto jedoch schlecht, kann man von den Grünen erwarten. Dass die CDU das mitträgt, ist jedoch ein Armutszeugnis für eine einstige Wirtschaftspartei. Denn Verkehrspolitik muss vorurteilsfrei alle Verkehrsträger miteinander vernetzen und am Ende die Menschen selbst entscheiden lassen, welcher Verkehrsträger für Sie am attraktivsten ist. Vor diesem Hintergrund erscheint die Einrichtung einer Geschäftsstelle fürs Zufußgehen und Radfahren nur konsequent. Denn Autofahren wird zunehmend unattraktiv gemacht. Damit schadet die Regierung Bouffier dem Standort Hessen. Die CDU hat offensichtlich die Verkehrspolitik komplett den Grünen überlassen.“ +++ fuldainfo