Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda eröffnet erstes Impfzentrum in der Buttlarstraße

Zweites Impfzentrum am Standort geht am 04. Dezember an den Start

Die Infektionszahlen während der vierten Welle der Corona-Pandemie steigen weiter rasant an. Gleichzeitig wächst der Zuspruch für die Impfung und die Nachfragen nach wohnortnahen Impfangeboten im Landkreis Fulda. Die Pandemie ist und bleibt eine gesellschaftliche Herausforderung, die es gilt, gemeinsam zu bewältigen, daher ist es wichtig ein Impfangebot vorzuhalten und weiter auszubauen für die Menschen der Region – Impfen ist ein Gebot der Solidarität und die Covid-19- Impfung das wirksamste Mittel zum Schutz vor einer schweren Corona-Infektion und der einzige Weg aus der Pandemie.

Das Herz-Jesu-Krankenhaus (HJK) Fulda hat am heutigen Freitag das erste von zwei Impfzentren in Betrieb genommen. Das Impfzentrum befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Notfallaufnahme in der Buttlarstraße 74. Die kostenfreien Corona-Schutzimpfungen werden jeweils freitags zwischen 13:00 Uhr und 18:00 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 09:00 Uhr und 17:00 Uhr (außer an Feiertagen) injiziert. In den neuen Impfstellen können sich Bürgerinnen und Bürger mit vorab gebuchtem Termin impfen lassen, die unter die geltende Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) und STIKO-Empfehlungen fallen.

Um eine geordnete Terminvergabe zu gewährleisten, wurde ein Onlineportal seitens des Krankenhauses eingerichtet: https://impfzentrum.herz-jesu-krankenhaus.de. In den beiden Impfzentren werden so neben Erst- und Zweitimpfungen, selbstverständlich auch die Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 (sog. Booster-Impfung) durchgeführt. Innerhalb kürzester Zeit waren die verfügbaren Termine ausgebucht, sodass jetzt bereits über 6.000 Impftermine vergeben werden konnten. Die Termine für Impfungen sollen weiter ausgebaut werden. Eine Impfung ohne Termin ist nicht möglich. Das zweite Impfzentrum am Standort des Herz-Jesu-Krankenhauses, im 3. Obergeschoss im Gebäude des Zentrum Vital, im Gerloser Weg 20 (36039 Fulda) wird am Samstag, den 4.12.2021, an den Start gehen.

Es wäre jetzt mal so langsam an der Zeit. dass es auch diejenigen verstehen, die das Virus bislang verharmlost habenMichael Sammet (HJK Fulda)
Michael Sammet

Bei der Eröffnung des Impfzentrums in der Buttlarstraße dankte der Geschäftsführer des Herz-Jesu-Krankenhauses Fulda, Michael Sammet, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Organisation im Vorfeld zur Eröffnung. Der Aufbau des Impfzentrums, so Sammet, sei faktisch in einer „Nacht- und Nebelaktion“ auf den Weg gebracht worden. „Wir haben in Fulda das Glück, dass wir noch einige Zeit haben, bis die vierte Welle uns voll trifft“, so der Krankenhausgeschäftsführer bei der heutigen Eröffnung. Dies habe die Erfahrung der letzten Welle gezeigt. Vor dem Hintergrund des St. Vinzenz-Krankenhauses Hanau, dieses ebenfalls zur Vinzenz Gruppe Fulda gehört, sagte Sammet: „In unserem Krankenhause in Hanau ist die Situation bisweilen schon desaströs; es gibt dort keine Intensivbetten mehr.“

Auch in Frankfurt, so erzählte Michael Sammet, sei die Situation sehr angespannt. „Bis Ende Dezember werden wir 6.000 Corona-Schutzimpfungen vornehmen und werden die Kapazitäten noch weiter ausbauen können, sollte es die Nachfrage erforderlich machen.“ Der Geschäftsführer beider Krankenhäuser weiter: „Wir sind froh, dass wir mit unseren Impfzentren am Standort des Herz-Jesu-Krankenhauses Fulda einen Beitrag für die Region leisten können und die hiesige Bevölkerung vor schweren sehr Krankheitsverläufen schützen können.“ Impfen sei nach dem Geschäftsführer des Herz-Jesu-Krankenhauses Fulda der einzige Weg aus der Pandemie. Mit Blick auf die Debatte, welcher Impfstoff, der bessere sei, betonte Sammet, dass man vorerst den der Firma BioNTech/Pfizer verimpfen werde, doch auch der Impfstoff des US-Unternehmens Moderna, sei ein gleichwertiger Impfstoff, der laut Experten insbesondere bei der Auffrischimpfung (Booster-Impfung) der vorteilhaftere sei.

Mit Blick auf die Diskussion, das sich auch Geimpfte mit dem Corona-Virus infizieren können, machte der Geschäftsführer deutlich, dass bei Geimpften der Verlauf der Erkrankung ein wesentlich anderer sei. „Hier erholt sich der Patient nach einigen Tagen Krankenhausaufenthalt sehr schnell“, stellte Sammet heraus. „Wir haben einige junge Menschen auf der Intensivstation, die nicht geimpft sind. „Es wäre jetzt mal so langsam an der Zeit“, so Sammet, „dass es auch diejenigen verstehen, die das Virus bislang verharmlost haben oder dem Impfstoff bislang skeptisch gegenüberstanden und sich daher dagegen entschieden haben, sich impfen zu lassen. Ungeimpfte Personen laufen daher ein viel höheres Risiko, einen schweren Krankheitsverlauf zu durchlaufen als jene, die geimpft sind.“ Auch sei von Beginn an absehbar gewesen, dass es Impfdurchbrüche vor dem Hintergrund der Pandemie geben wird, so Sammet.

Wer heute die Möglichkeit hat, sich mit Moderna impfen zu lassen, der sollte diese Möglichkeit wahrnehmenErster KB Schmitt (CDU)
Frederik Schmitt (CDU)

„Wir sind in Deutschland durchaus in einer kritischen Phase“, merkte Frederik Schmitt (CDU), Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Fulda und Gesundheitsdezernent bei der Eröffnung des Impfzentrums an. Schmitt weiter: „In den letzten 48 Stunden wurde die sogenannte ‚Kleeblatt-Aktion‘ gestartet. Das bedeutet, dass aus verschiedenen Landkreisen der Bundesrepublik Deutschland Kranke in andere Regionen verlegt werden. So werden beispielsweise aus Sachsen Patienten nach Hessen auf die Intensivstationen verlegt. In einer solchen Lage waren wir im klinischen Bereich bisher nicht. In den nächsten Wochen wird dies sicher noch schlimmer und das unabhängig davon, was wir jetzt machen.“ Nach dem Gesundheitsdezernent werde sich die Lage noch weiter zu spitzen. Die Folge daraus, müsse nicht nur eine Kontaktbeschränkung sein, sondern auch das Impfen habe jetzt oberste Priorität. Unser großer Vorteil in der Region ist, dass wir kurzfristig ein sehr großes Angebot schaffen können, betonte Schmitt, der das Thema Impfen als ein sehr wichtiger Baustein sieht. „Wer heute die Möglichkeit hat, sich mit dem Impfstoff von Moderna impfen zu lassen, der sollte diese Möglichkeit wahrnehmen und nicht Monate warten, bis ein Impfstoff des Herstellers BioNTech verfügbar ist“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent des Landkreises Fulda heute in Fulda.

Man kann dieser Pandemie nur gemeinsam die Stirn bietenFuldas Oberbürgermeister Wingenfeld
Dr. Heiko Wingenfeld

Der Fuldaer Oberbürgermeister, Dr. Heiko Wingenfeld, dankte heute vorerst allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die eine unglaubliche Last tragen und oft über ihre Pflichten hinausgingen. Es sei ernüchternd, dass es in der Vergangenheit nicht gelungen sei, mehr Menschen davon zu überzeugen, sich impfen zulassen“, so Wingenfeld. Und weiter: „Wir haben immer wieder daraufgesetzt, Impfangebote zu machen, die bis vor wenigen Wochen sehr schleppend angenommen wurden. Ich hoffe, dass sich die Menschen, die sich bislang nicht zur Impfung entschlossen haben, zur Einsicht kommen, dass es bei dieser Pandemie nicht nur darauf ankommt, sich selbst zu sehen, sondern als Gemeinschaft und sich für eine Impfung entscheiden. Wir können nicht von Welle zu Welle denken.“ Auch der Oberbürgermeister betonte auf dem heutigen Termin, dass es sich bei BioNTech/Pfizer und Moderna um zwei gleichwertige Impfstoffe handele. Klar müsse aber auch sein, dass nicht alle Termine mit dem Wunschimpfstoff bewerkstelligt werden können, so der OB. +++ nh/ja

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Letzte Aktualisierung: 28.11.2022, 05:22 Uhr
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