Green Food Cluster wählte neue Führung

Patricia Fehrmann, Christoph Burkard, Katharina Most, Nicole Weider, Sven Euen, Bernd Müller, Christoph Jestädt, Prof. Dr. Claudia Kreipl, Peter Seufert. Foto: Jens Brehl

„Das Wichtigste ist: Es geht weiter“, sagte die scheidende Präsidentin Patricia Fehrmann auf der gestrigen Mitgliederversammlung des an der Hochschule Fulda gegründeten Green Food Clusters. Der bisherige Manager, Dr. Armin Kullmann, zeigte sich angesichts des Erreichten durchaus selbstkritisch.

Das Green Food Cluster tritt im kommenden Jahr in eine neue Phase. Salopp formuliert verlässt es die Kinderstube Hochschule und ist ab 1. Januar bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Region Fulda angesiedelt. Das Management wird künftig Katharina Most übernehmen, die an der heimischen Hochschule Oecotrophologie studiert hat und seit diesen Februar als Projektmanagerin bei der Region Fulda tätig ist. Jeweils einstimmig wurde die Führung des Clusters gewählt: Neuer Präsident ist der Unternehmensberater Bernd Müller. Als Vizepräsidenten stehen ihm Nicole Weider, Expertin für Klinikkommunikation, und Christoph Burkard, Geschäftsführer Region Fulda, zur Seite. Den fünfköpfigen Vorstand bilden Peter Seufert, Marketingleiter Förstina-Sprudel, Prof. Dr. Claudia Kreipl, Hochschule Fulda, Christoph Jestädt, Geschäftsführer Hannheinehof, Patricia Fehrmann, Geschäftsführerin Rudolf Fehrmann, und Sven Euen, Geschäftsführer Erzeugerschlachthof Kurhessen.

Das Green Food Cluster bliebe weiterhin der Hochschule eng verbunden, wie Burkard mehrfach betonte. Er lobte ausdrücklich den gelungenen Wissenstransfer von der Wissenschaft in die praktische Wirtschaft, den er in dieser Qualität bis dato nicht erlebt habe. Auch die weitere finanzielle Grundlage sei gesichert. Bislang erhielt das Cluster insgesamt 166.675 Euro  aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der Antrag auf eine dreijährige Verstetigungsförderung durch das Land Hessen ist abgeschickt, das grüne Licht sei reine Formsache.

Regionale Antworten auf globale Krisen

„Leuchtturmprojekte sind mir kaum gelungen, das hat mich auch ernüchtert“, sagte Kullmann, der zum Ende des Jahres den Posten des Managers räumt. Am 6. März kurz vor dem hiesigen Ausbruch der Corona-Pandemie und anschließendem Lockdown gestartet, habe die Innovationsarbeit – die  besonders vom persönlichen Austausch lebt – erheblich erschwert. Dabei geht es Kullmann nicht um Prestigeprojekte, sondern angesichts globaler Krisen um einen messbaren regionalen Beitrag zum Klimaschutz und dem Erhalt der Artenvielfalt. Nach zahlreichen Workshops und etlichen Gesprächen mit Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft konnte Burkard versichern, dass das Thema ökologische Nachhaltigkeit in der Region Gehör fände. Prof. Dr. Marc Birringer betonte, ohne Kullmanns Beharrlichkeit wäre das Cluster nicht ins Leben gerufen worden.

Einen kleinen Leuchtturm gab es dann doch. Mitte Oktober startete eine vierwöchige Herbstaktion mit Tegut, bei der Mitglieder des Clusters ihre Produkte in ausgewählten Filialen präsentieren konnten. Dadurch wurden die Brennerei Bold aus dem bayerischen Neuwirtshaus, die Imkerei Ferdinand Keidel aus Eiterfeld/Leibolz und die Schlitzer Destillerie als Neumitglied gewonnen. Die Zahl der Mitgliedschaften erhöhte sich damit auf 23. „Um eine echte Schlagkraft zu erreichen, muss ein Cluster nach zehn Jahren 100 Mitgliedschaften vorweisen können“, erklärte Kullmann. Er mahnte zudem an, gemeinsame feste ökologische Ziele und Werte zu formulieren, denn durch die Mitgliedschaft gelte es keine grünen Deckmäntel zu verteilen.

„Es ist bemerkenswert, was alle Beteiligten bislang auf die Beine gestellt haben“, freute sich Müller über das gute Fundament. Der neue Präsident legt den Schwerpunkt unter anderem auf den Vertrieb und möchte Kooperationen wie mit Tegut weiter ausbauen. +++ jens brehl

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