Görig: Berufsschulen sind das Rückgrat

Vogelsbergkreis hat in zwei Jahren allein 1,5 Millionen in Ausstattung investiert

Fachlehrer Philipp Wöll (Mitte) im Gespräch mit Staatssekretär Dr. Manuel Lösel (rechts) und Landrat Manfred Görig (links). Im Hintergrund MdL Kurt Wiegel und Schulleiter Holger Arnold. Foto: Sabine Galle-Schäfer

Lauterbach. Richtig viel Geld in die Hand genommen hat der Vogelsbergkreis, um seine beiden Berufsschulen in Lauterbach und Alsfeld auszustatten. Gut 1,5 Millionen Euro wurden in den beiden letzten Jahren in investiert, erklärte Landrat Manfred Görig beim Besuch des hessischen Kultusstaatssekretärs Dr. Manuel Lösel in der Vogelsbergschule nicht ohne Stolz und schob nach: „Das war auch notwendig, denn man kann nur vorne mit dabei sein, wenn die Technik stimmt.“ Im Beisein von Schulleiter Holger Arnold unterstrich der Landrat noch einmal die Bedeutung der beruflichen Schulen. „Sie sind sehr wichtig, sie tragen enorm zur Stärkung des ländlichen Raums bei.“ Deshalb ist der Vogelsbergkreis als Schulträger froh um jede Berufsschulklasse, die erhalten werden kann. Müssen Klassen zusammengelegt werden, so müssen sie nicht nur in Fulda oder Gießen angesiedelt werden, gab Manfred Görig zu bedenken. „Es geht auch umgekehrt! Der Weg kann auch von Fulda oder Gießen in den Vogelsbergkreis führen.“

Berufsschulstandorte im ländlichen Raum sind ein wichtiger Baustein der Schullandschaft und der hessischen Bildungspolitik, betonte auch Staatssekretär aus dem Kultusministerium. Im Rahmen der Zukunftswoche der Landesregierung „Land hat Zukunft“ informierte sich Manuel Lösel über innovativen Lehr- und Lernkonzepte des Berufsschulstandorts. Während eines Rundgangs begutachtete er einen sogenannten Hochvolt-Trainings-Lehrstand und ein Trainingshybridfahrzeug. Beide Berufsschularbeitsplätze im Bereich der System- und Hochvolttechnik wurden durch eine Förderung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), dessen Ziel es ist, strukturschwache Regionen zu stärken und so den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt innerhalb der Europäischen Union zu festigen, modernisiert. In diesem Zusammenhang wies Landrat Görig auf den enormen Verwaltungsaufwand beim Beantragen von EFRE-Mitteln hin. „Es ist gut, dass es diese Mittel gibt“, betonte er, „aber um 10.000 Euro zu bekommen, habe ich auf der anderen Seite auch einen Verwaltungsaufwand von 10.000 Euro.“ Dieses Problem kennt der Staatssekretär auch aus anderen Bereichen beziehungsweise bei anderen Programmen. „Das ist in Brüssel schon zur Sprache gebracht worden“, sagte er. Es gebe Förderprogramme, von denen kleine Schulen gar nicht profitieren könnten, weil für sie die Beantragung nicht zu leisten sei.

Zum Abschluss sagte Lösel: „Die Vogelsbergschule ist dank ihrer speziellen Schwerpunktlegungen technisch sehr gut aufgestellt und gibt ihren Schülerinnen und Schülern in den angesiedelten technischen Berufsfeldern die wertvolle Möglichkeit, am Puls der Zeit unterrichtet werden zu können.“ Durch die Förderung des Europäischen Regionalfonds konnten außerdem Ausstattungsgegenstände im IT-Bereich oder auf dem Feld des virtuellen Lernens angeschafft werden. Schulleiter Holger Arnold sagte im Rahmen des Besuches aus der Landeshauptstadt: „Gerade im ländlichen Raum stehen wir als berufliche Schulen vor der Herausforderung, die sich durch die Digitalisierung in vielen Berufen schnell wandelnden Arbeitsinhalte in den Unterrichtsalltag zu integrieren. Deshalb ist eine Förderung durch den Europäischen Regionalfonds für uns sehr wichtig.“ Der Europäische Regionalfonds (EFRE) wird in Hessen vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Energie und Landesentwicklung (HMWEVL) verwaltet. Ergänzend dazu hat u.a. das Hessische Kultusministerium zusätzlich Programme aufgelegt. In der laufenden Förderperiode 2014 bis 2020 erhält Hessen für seine 32 Förderprogramme rund 226 Millionen Euro Fördermittel aus dem Regionalfonds. Hiervon stehen dem Kultusministerium rund 4 Millionen Euro zur Verfügung. +++

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