Gesellinnen und Gesellen der Schreiner-Innung Fulda nahmen Gesellenbrief im Stadtschloss entgegen

Oberbürgermeister Wingenfeld – Plädoyer für eine Ausbildung im Handwerk

Bei der traditionellen Freisprechungsfeier.

Fulda. Gestern Abend fand im Marmorsaal des Fuldaer Stadtschlosses die traditionelle Freisprechungsfeier der Gesellinnen und Gesellen der Schreiner-Innung Fulda durch die Kreishandwerkerschaft Fulda statt. „Man muss ein Handwerker sein – und das mit Leidenschaft!“ Mit diesen Worten eröffnete Obermeister Stefan Semler die gestrige Freisprechungsfeier und fügte an: „Leidenschaft und Kompetenz, sind der Schlüssel zu einem erfolgreichen Leben.“ In diesem Sinne gratulierte Stefan Semler den jungen Absolventinnen und Absolventen der Schreiner-Innung Fulda für ihre bestandene Gesellenprüfung und hieß die jungen Menschen und ihre Familien aufs herzlichste im Stadtschloss willkommen.

Schreiner – diese seien nach Obermeister Semler nicht nur etwa „Entwickler“, „Gestalter“ oder „Konstrukteure“, sondern auch „Planer“ und „Berater“. Daneben lobte Stefan Semler die Schreinerbetriebe in Fulda, diese wieder einmal unter Beweis gestellt hätten, dass sie gute Ausbilder sind. „Eure Leistung heute – ist das Kapital unserer Gesellschaft von morgen“, so Obermeister Stefan Semler gestern Abend zu den jungen Menschen. Auf die Frage, wer denn in ein paar Jahren die Tischlerinnen und Tischler ausbilden werde, sagte Semler: „Das seid ihr, wie ihr heute hier steht!“ Daneben betonte Semler, dass „auf heutiger Freisprechungsfeier, drei Dinge sichtbar gemacht werden sollen:“ Zum einen sei dies, „die Leistung der jungen Auszubildenden“, zum zweiten – „der Schreinerberuf korrelierend mit der Schreiner-Innung“ und – zu guter Letzt – „die Kultur unserer Region“, in dieser sich nach Stefan Semler „unsere Zukunft von morgen spiegle“. Nebenstehend in diesem Kontext, besondere Dankesworte dem Fuldaer Stadtoberhaupt, Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) mit Blick auf die nächste Freisprechungsfeier im Stadtschloss galten. Lutz Schell-Peters, Leiter der Werkakademie für Gestaltung Hessen-Kassel, betonte in seinem Grußwort, dass die Entwicklung des Tischler-Handwerks in der Region Fulda – eine ganz besondere sei; Hier schaffe man „etwas Besonderes und Wegweisendes“.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld ging in seinem Grußwort auf die eigentliche Bedeutung einer Freisprechungsfeier ein, diese – nach dem Oberbürgermeister -, nicht etwa der Tag sei, der von Verantwortung befreie, sondern, mitunter von einer feierlichen Rahmenbedingung – gekennzeichnet sei. Das Stadtschloss stehe nach Wingenfeld, für die wahrhaftige Verkörperung des Handwerks, so habe „die wahre Handwerkskunst Jahrhunderte überdauert“. „Heute – ist der Tag, an diesem wir ihre Leistungen, sehr geehrte Gesellinnen, sehr geehrte Gesellen, würdigen. In diesem Sinne – ihnen allen, meinen herzlichsten Glückwunsch zur bestandenen Gesellenprüfung“, so der OB, der anfügte: „Der Tag der Freisprechung, ist natürlich nicht der Tag, der frei ist, von Verpflichtungen, sondern der Tag des Beginns von Verantwortung.“ Daneben plädierte Dr. Heiko Wingenfeld für eine Ausbildung im Handwerk und stellte in diesem Kontext die rhetorische Frage, ob uns denn nur die akademische Laufbahn zu einer Verbesserung der Gesellschaft verhelfe. „Versprechen akademische Laufbahnen immer auch das, was sie suggerieren?“ Liebe Gesellinnen, liebe Gesellen, ihre Leistungen sind und werden in der Gesellschaft gefragt und werden gebraucht. In diesem Sinne möchte ich sie alle, wie sie heute hier sind, in ihrem Tun, in ihrer Berufung, ermutigen, immer das zu tun, wozu sie sich auch berufen fühlen. Ich wünsche ihnen weiterhin viel Selbstvertrauen, Mut und viel Glück und auch – würdige Anlässe gebürtig zu feiern.“

Weitere Grußwortrichtende und Gratulanten waren u. a.: Michael Bücking, Dozent an der Holzfachschule Bad Wildungen und Ulrike Vogler von der Ferdinand-Braun-Schule Fulda.
Besonders hervorgehoben wurde Julia Gutermuth (Ausbildungsbetrieb Schreinerei Dieter Stumpf, Gersfeld-Rhön), die in diesem Jahr die beste Gesellenprüfung der Schreiner-Innung ablegte, gefolgt von Hieronymus Kirst (Ausbildungsbetrieb Schreinerei Mihm, Poppenhausen-Wasserkuppe) und Matthias Rüb (Ausbildungsbetrieb Schreinerei Michael Hoßfeld, Großenlüder).
Betont wurde auf gestriger Freisprechungsfeier aber dennoch, dass alle Gesellinnen und Gesellen der Schreiner-Innung Fulda, die alle mit einer guten „2“ und einer befriedigenden „3“, ihre Gesellenprüfungen abgeschlossen haben, Siegers seien.

Als Sieger des Wettbewerbs „Die gute Form“ fungierten:
Auf dem 1. Platz: Matthias Rüb (Schreinerei Michael Hoßfeld)
Auf dem 2. Platz: Valentin Jahn (Schreinerei Joachim Weber, Fulda)
Auf dem 3. Platz: Julian Hornung (Schreinerei Dieter Seng, Petersberg)

Die musikalische Umrahmung erfolgte durch das Jazz-Duo George Wagner und Klaus Schenk.

Hinweis zur Ausstellung der Gesellenstücke: Mit der öffentlichen Ausstellung der Gesellenstücke im Stadtschloss Fulda, will die Schreiner-Innung auf die Leistungsfähigkeit der Ausbildungsbetriebe und ihrer Auszubildenden aufmerksam machen. Alle Gesellenstücke werden vom 13. bis 17. Juli 2016, täglich von 10 bis 17 Uhr im Stadtschloss präsentiert. Am Mittwoch, den 28.09.2016, erfolgt um 18:00 Uhr, die Eröffnung der Ausstellung im Kundenzentrum der RhönEnergie in der Bahnhofstraße 2 in Fulda. +++ fuldainfo | jessica auth

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2 Kommentare

  1. Ein prima Artikel. Das macht fdi aus. Nicht nur schnell alles online bringen, sondern gute Artikel abliefern. Das, was andere in der Region ins Netz oder zu Papier bringen, ist oft schon beschämend. Aber wenn man nur das Euro-Zeichen und nicht die Arbeit vor Augen hat, kommt auch meist nur Mist raus. Bratwurstjournalismus ist in OH leider sehr verbreitet. Und die Osthessen stehen anscheinend auf Bratwurst. Mir ist ein Steak lieber.

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