GDL-Streik im Bahn-Personenverkehr hat begonnen

Bereits seit Samstag bestreikt die GDL den Güterverkehr

Um 2 Uhr in der Nacht auf Montag hat der Streik der Lokführergewerkschaft GDL im Personenverkehr der Deutschen Bahn begonnen. Die Bahn strich schon im Vorfeld die allermeisten Verbindungen. So wurden beispielsweise auf der Strecke von Berlin in Richtung Hamburg alle ICE-Direktverbindungen abgesagt, lediglich um 9 Uhr soll ein Intercity fahren, außerdem soll es kurz darauf eine Umsteigeverbindung über Hannover geben, die allerdings mehr als doppelt so lange dauert. Der Privatbetreiber Flixtrain ist von dem Streik nicht betroffen, dessen Züge sind nach Betreiberangaben fast ausgebucht, für viele Flixbus-Verbindungen waren gar keine Fahrkarten mehr zu bekommen. Bereits seit Samstag bestreikt die GDL den Güterverkehr bei der Bahn, der gesamte Arbeitskampf soll vorläufig am Mittwochmorgen um 2 Uhr enden. Erst am Sonntagmittag hatte die GDL ein Entgegenkommen der Bahn in Sachen Corona-Prämie noch als „Scheinangebot“ zurückgewiesen. Gewerkschaft und Bahn streiten um Lohnerhöhungen für die Lokführer, Extra-Prämien und um die Laufzeit. Einig sind sich beide Seiten um ein Lohnplus in Höhe von 3,2 Prozent, aber nicht, ab wann das gelten soll. Nach Ansicht der Bahn und anderer Gewerkschaften kämpft die GDL aber auch um die eigene Bedeutung und damit ums eigene Überleben.

Fahrgastverband verlangt Reform des Tarifeinheitsgesetzes

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat angesichts der erneuten Streiks bei der Bahn eine Änderung des Tarifeinheitsgesetzes gefordert und die Konfliktparteien zu Verhandlungen aufgefordert. „Mit Streik und Pressekonferenzen löst man keinen Konflikt“, sagte Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Er forderte, dass die nächste Bundesregierung das bisherige Tarifeinheitsgesetz komplett neu auflegt. „Das bisherige Gesetz kann man in die Tonne treten. Es löst das Problem der konkurrierenden Gewerkschaften nicht.“ Der Pro-Bahn-Sprecher schlug vor, durch Wahlen von Gremien, die dann Tarife verhandeln, die verschiedenen Gewerkschaften jeweils einzubinden. „Es sollten alle beteiligt werden.“ Im Fall der Bahn sei eine Lösung besonders notwendig, da von Streiks eben nicht nur die Arbeitgeber sondern immer auch die Fahrgäste betroffen seien. +++