Festnahme wegen Völkermordes in Ruanda 1994 in Hessen

Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch im Main-Kinzig-Kreis einen Mann festnehmen lassen, der des Völkermordes und des Mordes in 25 Fällen verdächtigt wird. Der deutsche und ruandische Staatsangehörige Innocent S. sei am Morgen von Beamten des Bundeskriminalamts aufgrund eines Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 17. Juni festgenommen worden, teilte die Behörde am Mittwoch mit.

Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, im Jahr 1994 als Assistent des Bürgermeisters der ruandischen Kommune Kayove die Ermordung von insgesamt 25 Tutsi angeordnet zu haben.

In dieser Funktion habe er zu fünf verschiedenen Gelegenheiten die Tötungen befohlen. Zudem habe er seine Autorität genutzt, um zur Vernichtung von Tutsi in seiner Gemeinde anzustacheln und entsprechende Todeslisten anlegen zu lassen.

In einem Fall soll er sich eigenhändig an der Ermordung eines Mannes beteiligt haben, dem er mit einem Messer in die Brust geschnitten habe.

Der Völkermord in Ruanda war von Anfang April bis Anfang Juli 1994 von der Bevölkerungsmehrheit der Hutu gegen die Minderheit der Tutsi verübt worden. Dabei starben schätzungsweise zwischen 500.000 und 1.000.000 Menschen.

Innocent S. soll am Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird. +++


Entdecke mehr von fuldainfo.de

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*