FDP-Politiker Fricke kritisiert Krisen-Verhalten von Privatbanken

Die Banken könnten nicht so tun, als hätten sie mit der Realwirtschaft nichts zu tun

Der FDP-Finanzpolitiker Otto Fricke hat das Verhalten mancher Geschäftsbanken kritisiert, die wegen der Coronakrise mittelständischen Unternehmen die Kreditlinien kürzen. „Damit vertiefen sie die Krise nur“, sagte Fricke der „Saarbrücker Zeitung“. Die Banken könnten nicht so tun, als hätten sie mit der Realwirtschaft nichts zu tun. Vielmehr hätten sie in der derzeitigen Lage auch eine „Überbrückungsfunktion“. Fricke sagte, dass vor allem bei den Genossenschaftsbanken die Praxis der Kreditvergabe besser funktioniere. „Die Privatbanken müssen sich fragen, ob sie weiter als Partner des Mittelstandes gelten wollen, wenn die Krise vorbei ist.“ Den Vorschlag des DIHK, die Bürgschaften des Bundes für Hilfskredite von 90 auf 100 Prozent auszuweiten, lehnte Fricke ab. „Bei einer pauschalen 100-Prozent-Absicherung besteht die Gefahr, dass die Kreditwürdigkeit nicht mehr vernünftig geprüft wird.“ Allerdings sprach sich Fricke dafür aus, „zu prüfen, ob die Regularien, die den Banken in der Finanzmarktkrise auferlegt wurden, in der jetzigen Krise noch richtig sind“. Privatbanken seien auch deswegen zögerlicher, Kredite zu bewilligen. Zugleich regte der FDP-Politiker an, dass Kommunen oder Landkreise einspringen sollten, falls Kredite an den fehlenden zehn Prozent Bürgschaftsgarantie scheiterten. „Sie könnten sagen: Wir kennen die Firma, wir bürgen dafür.“ +++

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