Eiterfeld: Großbrand nach Bankautomaten-Sprengung

Gebäude brennt nach Geldautomatensprengung lichterloh

Sie agieren ohne Rücksicht auf Verluste, kommen zumeist mitten in der Nacht und hinterlassen eine Spur der Verwüstung – Geldautomatensprenger agieren in ganz Deutschland. Zumeist leiten sie Gas in den Geldautomaten von Filialen, die sich nahe an Autobahnen befinden, und bringen das Gas-Luft-Gemisch zur Detonation. Mit der Beute flüchten die Täter dann in oftmals gestohlenen hochmotorisierten Fahrzeugen.

In Eiterfeld hatte dieses brutale Vorgehen nun dramatische Folgen. Um kurz nach 2 Uhr wurden die Anwohner mitten im Ort aus dem Schlaf gerissen. Zwei laute Detonationen waren zu hören, danach schrillte die Alarmanlage der Volksbank. Als sie aus den Fenstern blickten, sahen sie zwei bis drei Täter gerade mit ihrer Beute in einen bereitstehenden Fluchtwagen steigen, der dann mit Vollgas davonfuhr.

Aus der Bank stieg bereits Rauch auf, der bei Eintreffen der Feuerwehr durchzündete. Das zweigeschossige Gebäude stand lichterloh in Flammen. Sowohl aus den Bankräumen als auch dem Dachstuhl loderten die Flammen meterhoch und erhellten den Nachthimmel. Die Einsatzkräfte begannen sofort mit den Löscharbeiten und versuchten zu verhindern, dass der Großbrand auf benachbarte Gebäude übergreifen konnte. Aufgeschreckte Anwohner brachten ihre Autos noch in Sicherheit. Mit einem intensiven Löschangriff gelang es den Feuerwehrleuten das Inferno unter Kontrolle zu bekommen. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder und ist einsturzgefährdet.

Die Polizei schätzt den entstandenen Schaden auf mindestens 600.000 Euro. Eine eingeleitete Großfahndung blieb bislang ohne Erfolg. Das niemand verletzt wurde, ist vermutlich ausschließlich dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass die Räumlichkeiten über der Bank als Büroräume genutzt wurden. Denn ob Menschen in der Kürze der Zeit sich noch hätten retten können, ist zweifelhaft. +++ ch