Dem Operateur über die Schulter geschaut

Lauterbach. Gut 50 Teilnehmer verfolgten im voll besetzten Konferenzsaal des Medizinischen Zentrums Eichhof in Lauterbach, wie der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dr. Rüdiger Hilfenhaus, die Entfernung eines divertikeltragenden Darmabschnitts bei einem Patienten mittels Live-OP durchführte. Niedergelassene Ärzte, ihr Praxispersonal und auch einige Fachärzte waren der Einladung zu dieser außergewöhnlichen Fortbildungsveranstaltung im Krankenhaus Eichhof gefolgt.

Begrüßt wurden die Gäste von Verwaltungsdirektor Dr. Christof Erdmann, der den hohen Aufwand und die große Herausforderung würdigte, die eine öffentliche Operation für das OP-Team darstellt. Dr. Erdmann verwies darauf, dass dieser unkonventionelle Einblick in die Arbeit der Chirurgie, das Bestreben des Hauses nach Transparenz in seiner Arbeit, die ausgezeichnete fachliche Kompetenz des medizinischen Personals und die hochmoderne technische Ausstattung demonstrieren soll.

Operateur Dr. Hilfenhaus stimmte das Auditorium mit einem kurzen persönlichen Fachvortrag auf den Eingriff ein. Dabei ging er auf die Diagnose, den Krankheitsverlauf und präventive Maßnahmen wie veränderte Lebensbedingungen durch gesunde Ernährung und mehr Bewegung zur Vermeidung der Zivilisationserkrankung ein. Der Chefarzt wies darauf hin, wie wichtig die Kommunikation zwischen den Praxen und dem Krankenhaus sowie die Aufklärung der Patienten durch Hausärzte und deren Personal sei. „Uns geht es mit dieser Art der Fortbildung nicht darum, den vielen Krankenhausserien im TV Konkurrenz zu machen, sondern die Möglichkeiten der Chirurgie aufzuzeigen und Ihnen Gelegenheit zu geben, dem Operateur über die Schulter zu schauen“, erklärte Dr. Hilfenhaus den Anwesenden die Motivation zur Live-OP, ehe er sich zu seinem Team in den Operationssaal begab.

Dr. Johannes Roth, Chefarzt Innere Medizin/Gastroenterologie, übernahm die Moderation im Konferenzraum des Krankenhauses Eichhof. Dank unterschiedlich eingestellter Kameras und mittels Liveschaltung in den OP, konnten die Teilnehmer dem mit einem Headset ausgerüsteten Chirurgen Fragen stellen. Dr. Hilfenhaus erläuterte während des Eingriffs seine Operationstechnik und den Verlauf der Resektion, die auf einer Großleinwand im Konferenzraum mit fast gestochen scharfen Bildern verfolgt werden konnte. Dank des Einsatzes modernster Technik war die Live-OP optisch und akustisch ausgezeichnet verständlich. Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von dieser außergewöhnlichen Art der fachbezogenen Weiterbildung, in der sich Theorie und Praxis, interaktive Beteiligung und fachliche Wissenserweiterung miteinander verknüpfen ließen.

In einer der Operation anschließenden Diskussionsrunde, zu der Dr. Hilfenhaus wieder hinzukam, konnten die Teilnehmer den direkten Dialog mit den beteiligten Ärzten suchen sowie über den Nutzen einer Operation und die damit verbundenen Erfolgsaussichten sprechen.

Der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie dankte den Gästen für ihre rege Beteiligung und formulierte seinen Wunsch, dass noch mehr Kollegen und medizinisches Personal das Angebot des Krankenhauses Eichhof annehmen sollten. Er sehe diese Form der Darstellung einer leistungsstarken Medizin mit hoher Transparenz als Mittel der Wahl, Kollegen einen interaktiven Einblick in die weiterführende Therapie ihrer Patienten zu vermitteln und die Arbeit der Chirurgen zu zeigen, denn „fachlich und qualitativ müssen wir uns hier am Eichhof ganz sicher nicht verstecken“, sagte Hilfenhaus zum Abschluss. +++ fuldainfo