Caritas Sozialer Wohnungsbau – Richtfest für 15 Wohnungen

Erweiterung des öffentlichen Wohnangebotes

Nachdem im November des vergangenen Jahres in der Straße „Zum Schulzenberg“ im Fuldaer Stadtteil Maberzell der symbolische Spatenstich für 15 Wohnungen – im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus erfolgte, konnte der Bauherr des aus drei Häusern bestehenden Gebäudekomplexes, die Caritas im Bistum Fulda, am heutigen Donnerstag gemeinsam mit einzelnen an dem Projekt beteiligten, Richtfest feiern. Die Häuser, unweit von der Caritas-Werkstatt „Carisma“ gelegen, umfassen nach Fertigstellung 15 Wohneinheiten in unterschiedlichen Größen. Die Wohnungen haben Wohnflächen von knapp 44 bis zu 97 Quadratmetern. Alle Wohnungen sind gefördert und entstehen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus, was voraussetzt, dass die Mieter einen sogenannten „Berechtigungsschein“ für geförderten Wohnraum vorlegen müssen. Der Mietpreis ist moderat und langfristig gebunden.

Das Richtfest als „Fest der Bauleute“ zeigt an, wie weit bereits die Baumaßnahme fortgeschritten ist, und dass es ab jetzt verstärkt um den Innenausbau geht. Im ersten Haus hat dieser bereits begonnen, beim zweiten Haus finden in den nächsten Wochen die Dachdeckerarbeiten statt und beim dritten Haus gehen in diesen Tagen die Rohbauarbeiten zu Ende. Die Fertigstellung des gesamten Gebäudekomplexes ist für Ende Oktober 2024 vorgesehen. Entstehen werden drei Mehrfamilienhäuser mit 15 Wohnungen im Effizienzhaus-55-Standard. Die kalkulierten Bauerrichtungskosten für die gesamte Wohnanlage liegen insgesamt bei rund 3,23 Millionen Euro. Vom Land Hessen (Wirtschafts- und Infrastrukturbank) gibt es ein zinsloses Darlehen in Höhe von 944.900 Euro sowie einen Zuschuss in Höhe von 378.000 Euro für den sozialen Wohnungsbau. Zudem zahlt die hessische Förderbank auf Grund der Energieeffizienz der Neubauten einen sogenannten „Klimabonus“ in Höhe von rund 157.000 Euro aus. Der Zuschuss der Stadt Fulda zum Caritas-Projekt beträgt 630.000 Euro. 1,1 Millionen Euro werden aus Caritas-Eigenmitteln aufgebracht. Mit den verschiedenen Wohnungsgrößen wendet sich die Caritas an verschiedene Zielgruppen von der Einzelperson bis hin zu vierköpfigen Familien.

Fertigstellung des Gebäudekomplexes voraussichtlich Ende Oktober 2024

„Halbzeit am Bau – vereinzelt auch schon etwas weiter: Wenn der Rohbau steht und der Dachstuhl erstellt ist, dann ist ein wichtiger Meilenstein getan. Denn dann gilt es, den Richtkranz in Position zu bringen und den Richtspruch erklingen zu lassen“, so Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch, der die Anwesenden – Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner, den Maberzeller Ortsvorsteher Dieter Klüh, Generalvikar Prälat Christof Steinert, Architekt Markus Swoboda vom gleichnamigen Architekturbüro aus Großenlüder sowie Vertreter der Zimmerei Keidel und Vertreter des Bauunternehmens Wingenfeld – auch im Namen von Vorstandsmitglied Ansgar Erb auf der Baustelle heute herzlich willkommen hieß. Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch zeigte sich heute bei dem Richtfest dankbar und froh über den bisherigen guten Bauverlauf. Als Fuldaer Caritasverband sei man erneut stolz darauf, einen Beitrag zur Wohnraumerrichtung und -gestaltung zu leisten – und dies in gewohnter Weise mit einem verlässlichen Partner an der Seite, wie der Stadt Fulda, wofür sich Caritasdirektor Dr. Juch heute bei der Stadt sehr herzlich dankte. Trotz immerwährender großer Bemühungen vonseiten der Kommunalpolitik fehle es nach dem Diözesan-Caritasdirektor an Wohnraum, insbesondere am bezahlbaren Wohnen. Dies erlebe die Caritas als Wohlfahrtsverband immer wieder. „Besonders leiden an dieser Wohnraumsituation Menschen mit einem geringen Einkommen, aber auch sehr häufig Alleinerziehende, Menschen mit einem Migrationshintergrund oder aber auch Menschen in prekären Lebenssituationen“, sagte Caritasdirektor Juch. „Wir als Caritas wollen versuchen, hier Abhilfe zu leisten mit einer Vielzahl an Baumaßnahmen, die wir gemeinsam auf den Weg bringen möchten.“

Ansgar Erb: Der Bedarf an Wohnraum nimmt von Jahr zu Jahr zu

Ansgar Erb ging in seiner Rede auf den symbolischen Spatenstich ein, der seinerzeit am 01. November 2022 feierlich gelegt wurde. Das heutige Richtfest sei, so Erb, das erste Richtfest nach der Pandemie, das wieder gemeinsam begangen werden konnte. Stellte die Pandemie viele Handlungen der Caritas vor neue Herausforderungen. „Der Bedarf an Wohnraum, insbesondere an bezahlbarem Wohnraum wächst von Jahr zu Jahr. Aufgrund der Baupreise und Zinsentwicklung in den letzten anderthalb Jahren sind immer mehr Investoren, aber auch private Häuslebauer dazu übergegangen, die Planungen zu stornieren, auf Eis zu legen und gar nicht erst mit dem Bau zu beginnen. Wir werden diese Entwicklungen als katholischer Wohlfahrtsverband nicht stoppen können, als katholischer Spitzenverband wollen wir jedoch für die Menschen mit niedrigem Einkommen nicht nur Lobbyist sein, sondern auch punktuell im Bistum Fulda bezahlbaren Wohnraum schaffen, um sozusagen auch den Bedarf abdecken. Hier in Maberzell errichten wir an der Stelle der Straße ‚Zum Schulzenberg‘ nicht nur 15 sozialgeförderte Wohnungen, sondern darüber hinaus, in unmittelbarer Nachbarschaft neben der Kirche 14 bezahlbare Wohnungen. Von diesen 14 Wohnungen sind bereits 12 bezogen. Die letzten werden zum 1. Dezember dieses Jahres bezugsfertig sein.“ Am Standort war über viele Jahrzehnte ein Bolzplatz verortet, der ursprünglich einmal für das Kinder- und Jugenddorf errichtet worden war. Der Bolzplatz war jedoch in die Jahre gekommen und wurde sanierungsbedürftig. Vor diesem Hintergrund sich die Caritas dazu entschied, sozialen Wohnraum zu schaffen. In der Straße „Zum Schulzenberg“ in Maberzell entstehen insgesamt drei Häuser – zwei Häuser mit jeweils sechs Wohneinheiten und ein Haus mit drei größeren Wohneinheiten.

OB Wingenfeld: Caritas beispielgebend

„Für die Caritas, die insbesondere und dankenswerterweise in den vergangenen Jahrzehnten in der Bautätigkeit sehr aktiv war und es bis heute ist, ist dieser Tag in der Tat ein besonderer Anlass“, stellte heute im Beisein von Stadtbaurat Daniel Schreiner Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld heraus. Der Oberbürgermeister erwähnte, dass Bauen und konkret die Schaffung von Wohnraum, heutzutage fast nur im Gemeinsamen realisiert werden könne. Der Wohnkomplex, der in der Straße „Zum Schulzenberg“ derzeit am Entstehen ist, sei nach Wingenfeld ein wahres Leuchtturmprojekt für die Stadt – aber auch für die ganze Region. Demnach sei es eine Hauptaufgabe in diesem Land, dafür Sorge zu tragen, das eines der Grundbedürfnisse für Menschen erfüllt ist, nämlich das ausreichende Vorhandensein von passendem Wohnraum. So ginge es nach Wingenfeld beim Thema Wohnen nicht in aller erster Linie beim Thema „Wohnen“ um eine Kapitalanlage, sondern um die Befriedung eines Grundbedürfnisses des Menschen. Dies stelle eine wachsende Stadt wie Fulda mit aktuell 70.900 Einwohnern vor große Herausforderungen. Im August des vergangenen Jahres lebten in Fulda 70.000 Menschen. Im Namen der Stadt bedankte sich Oberbürgermeister Wingenfeld beim Caritasverband im Bistum Fulda dafür, dass er in schwierigen und herausfordernden Zeiten Verantwortung trage.

Man erreiche unterm Strich mehr im Gemeinsamen, als wenn man als Stadt nur darauf bedacht sei, alles staatlich realisieren zu wollen. So habe die Caritas mit Unterstützung der Stadt schon eine ganze Reihe von Projekten mit Vorzeigecharakter realisiert, meinte Wingenfeld. Demnach sei die Caritas im Bistum Fulda nicht nur Vorbild, sondern auch beispielgebend. Zurück geht das Bauprojekt übrigens auf eine Idee des Fuldaer Stadtbaurates, der Maberzell als Ort für das soziale Wohnprojekt vorschlug. Besondere Dankesworte des Fuldaer Oberbürgermeisters gingen heute auch an den Maberzeller Ortsvorsteher, Dieter Klüh, dafür, dass Maberzell das Projekt mittrage und demnach auch unterstütze. Für die Gesamt-Mitarbeitervertretung der Caritas im Bistum Fulda sprach heute ihr Vorsitzender, David Hasenauer, dieser seine kurzgehaltene Rede mit einem Zitat aus Antoine de Saint-Exupérys „Kleinen Prinzen“ begann: „‘Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber den Grund für etwas Zukünftiges legen – denn Zukunft kann man bauen‘ – und das beschreibt unsere Caritas. Der Diözesan-Caritasverband baut hier Zukunft. Gemeinsam mit den Klienten und den Mieterinnen und Mietern wird hier die Zukunft in die Hand genommen und Morgen und Übermorgen gestaltet“, so David Hasenauer. Dieser weiter: „Menschen, die sich bei uns Unterstützung holen, die bei uns Vertrauen erhalten und uns ihr Vertrauen schenken, erhalten bei uns Sicherheit für ihr Leben.“

In den bewegten Zeiten, die von Pandemie, kriegerischen Auseinandersetzungen, Inflation und steigender Arbeitslosigkeit geprägt war und es teilweise immer noch ist, sei dies das Verständnis der Caritas. „Für die Mitarbeiterschaft der Caritas ist diese Baumaßnahme in zweierlei Hinsicht Sicherheit und Verlässlichkeit. Zum einen zeige sie den unternehmerischen Mut und die Stabilität von wirtschaftlicher Stärke. Zum anderen wird diese Baumaßnahme zu einer Verbesserung der Lebenssituation unserer Klienten beitragen, diese auch mit einer Verbesserung ihrer Teilhabeleistung einhergeht.“ Abschließend dankte der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung für die Unterstützung und das dem Caritasverband entgegengebrachte Vertrauen. Neben Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch, Caritas-Vorstandsmitglied Ansgar Erb und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld wurde das Richtfest von Generalvikar Prälat sowie Caritas-Aufsichtsratsvorsitzender Christof Steinert, der die Häuser segnete, gestaltet. Der Richtspruch wurde von Janik Keidel von der Zimmerei Keidel gesprochen. +++ jessica auth