Bewegungscheck startete zum 15. Mal

30.000 Kinder seit Beginn

Die teilnehmenden Kinder der Florenbergschule mit den Helferinnen und Helfern, den Projektverantwortlichen sowie Vertretern der Stadt, des Landkreises und der Sponsoren. Foto: Lisa Laibach

Zum nun bereits 15. Mal ist der Talent- und Bewegungscheck des Landkreises Fulda und der Stadt Fulda gestartet. 2150 Schülerinnen und Schüler der zweiten Klassen werden dabei hinsichtlich ihrer sportmotorischen Leistungsfähigkeit getestet. Insgesamt beteiligen sich hierbei in diesem Jahr 64 Grundschulen aus Stadt und Landkreis Fulda. Bei der Auftaktveranstaltung in der Kreissporthalle Künzell wurde balanciert, gesprintet, Ballweitwurf, Ausdauerlauf, Standweitsprung, Liegestütze, Sit-ups, Rumpfbeugen, seitliches Hin- und Herspringen und ein Buzzertest gemacht. Außerdem wurden die Schülerinnen und Schüler in Handkraft, Gewicht und Größe gemessen. All diese Übungen für die Zweitklässlerinnen und Zweitklässler im Landkreis Fulda finden im Rahmen des Bewegungschecks statt.

Um dem Bewegungsmangel und seinen Auswirkungen frühzeitig entgegenzuwirken, haben der Landkreis und die Stadt Fulda im Jahr 2010 eine Kampagne zur nachhaltigen Bewegungs-, Gesundheits-, Sport- und Talentförderung in der Region gestartet. Das Gemeinschaftsprojekt mit der Universität Bayreuth wird von der Sparkasse Fulda und der vivida bkk finanziell unterstützt.
Im Rahmen der Kampagne wurde mit dem Fuldaer Bewegungs- und Talentcheck ein standardisiertes Testverfahren entwickelt, das die systematische Erfassung des sportmotorischen Leistungsvermögens im Grundschulalter ermöglicht. Mit Hilfe dieses Verfahrens können individuelle Bewegungsprofile erstellt und darauf aufbauend Aussagen sowohl über Förderbedarfe als auch sportartspezifische Begabungen getroffen werden. Die Eltern erhalten somit eine qualifizierte Rückmeldung über die motorischen Stärken und Schwächen ihrer Kinder. Inzwischen wird der Bewegungs- und Talentcheck an allen zweiten Klassen im Landkreis und in der Stadt Fulda durchgeführt.

„Wir schätzen den Talent- und Bewegungscheck wirklich sehr“, betont Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt. Vor allem durch die lange Dauer des Projekts und die damit einhergehende Vergleichbarkeit der Ergebnisse, können bereits erste Schlüsse aus der Coronapandemie gezogen werden. „Wenn wir uns fragen, was hat denn Corona eigentlich für Auswirkungen auf die Beweglichkeit und Ausdauer von Kindern? Eigentlich fast keine, zeigt unser Bewegungscheck“, führt Schmitt weiter aus. Die Trends in Fulda folgen den deutschlandweiten Trends, nach denen all die Jahre die Leistungen stetig langsam sinken. Lediglich in einigen wenigen Bereichen gibt es signifikante Verschlechterungen der Kinder, wie auch Max Siener von der Universität Bayreuth, der den Bewegungscheck gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Hohmann durchführt, erläutert: „Die Leistungsfähigkeit der Kinder hat seit den 70er Jahren kontinuierlich abgenommen – diesem Trend folgen auch die Kinder im Landkreis Fulda. Über Corona hat sich dieser Trend gehalten, in einigen Bereichen gab es nach Corona Schwankungen der Ergebnisse.

Signifikante Verschlechterungen gab es aber lediglich in zwei Bereichen: beim Sprint und in der allgemeinen Koordination – beispielsweise beim rückwärts Balancieren. Weitere signifikante Auffälligkeiten oder Verschlechterungen gab es nicht.“ Laut Siener können diese Aussagen nur getroffen werden, da die Daten bereits seit so vielen Jahren und so umfangreich im Landkreis Fulda erhoben werden. „Wir haben mittlerweile etwa 30.000 Kinder im Landkreis Fulda in den letzten 15 Jahren getestet. Das Projekt ist damit deutschlandweit vermutlich das führende – vor allem in Bezug auf die umfassende Datenlage und die Aktualität der Daten“, erläutert Prof. Dr. Andreas Hohmann von der Uni Bayreuth. „Besonders an unserem Bewegungscheck ist aber auch, dass wir uns zwar um die Förderung der Talente kümmern, aber in ganz besonderer Weise auch um die gesundheitliche Förderung der etwas schwächeren Kinder. Diese Kinder nehmen im Anschluss an den Bewegungscheck zwei Monate lang wöchentlich an einer zweistündigen Tobestunde im Takka-Tukka-Land teil. Die Erfolge dieser Tobestunde sind enorm.“

Fuldas Bürgermeister blickt positiv auf die 15 vergangenen Jahre zurück: „Wir sind sehr dankbar, seit 15 Jahren gemeinsam das Projekt durchführen zu können. Wir sind damit quasi Leuchtturm in Hessen und noch immer überzeugt und zufrieden mit der Qualität und dem Umfang unserer erhobenen Daten.“ Jedes Kind absolviert im Rahmen des Bewegungschecks einen 13 Stationen großen Bewegungsparkour. Die erzielten Leistungen ergeben in Summe ein umfassendes motorisches Feedback über vorhandene Stärken und identifizierte Potentiale. Jedes Kind erhält eine Empfehlung über fünf Sportarten, für welche eine besondere Eignung festgestellt wurde, und bekommt somit wichtige Hinweise für den weiteren sportlichen Weg. +++ pm