Beuth: „Bundesinnenministerin knipst Willingen das Licht aus“

BMI entzieht Winterberg/Willingen Status als Bundesstützpunkt Ski Nordisch

Peter Beuth (CDU) – Hessischer Minister des Innern und für Sport

Das Bundesinnenministerium (BMI) hat am heutigen Nachmittag mitgeteilt, dass der Bundesstützpunkt Ski-Nordisch in Winterberg/ Willingen über den 31.12.2022 nicht mehr als solcher anerkannt wird. Der Verlust des Status als Bundesstützpunkt bedeutet einen herben Rückschlag für die gesamte hessische Wintersportregion. Am Sportstandort Willingen entfällt somit künftig die gesamte finanzielle Unterstützung des Bundes für hauptamtlich Beschäftigte (Bundestrainer /BSP-Leitung), die in den Schwerpunktdisziplinen Ski nordisch und Biathlon den hessischen Wintersportnachwuchs sowie die Kader-Athleten betreuen. Den Nachwuchsathleten aus der Region wird damit die Perspektive geraubt. Die Aberkennung hat darüber hinaus schwerwiegende Auswirkungen auf anstehende Infrastrukturprojekte, die durch den Verlust als Bundesstützpunkt seitens des BMI fortan nicht mehr gefördert werden können.

Der hessische Sportminister Peter Beuth sagte hierzu: „Das Bundesinnenministerium hat heute dem Leistungssport im Upland die Grundlage entzogen. Der Stützpunkt, der Stephan Leyhe in die Weltspitze geführt hat und auch Jochen Behle beheimatet, hat durch diese Entscheidung seine nationale Bedeutung verloren. Das ist nicht nur eine bittere Nachricht für den Sportstandort Willingen, sondern auch eine Nachricht, die alle sportbegeisterten hessischen Wintersportfans schlichtweg fassungslos machen muss. Dass solch eine weitreichende Entscheidung bewusst unmittelbar vor einem Feiertag mitgeteilt wird, ist dreist und stillos. Bundesinnenministerin Faeser knipst dem Leistungssport in Willingen das Licht aus.“

Der Deutsche Skiverband, der DOSB, Nordrhein-Westfalen und Hessen hatten sich allesamt und geeint für die Weiterführung als Bundesstützpunktes eingesetzt. Der Verlust des Status wurde somit in alleiniger Entscheidung des BMI unter Verantwortung von Bundesinnenministerin Faeser getroffen.

Durch die Entscheidung steht die gesamte Struktur mit Eliteschule des Sports, Lehrertrainern und Leistungssportförderung vor einer großen Herausforderung. Das negative Votum des Bundes schlägt direkt auf die erfolgreichen Strukturen der Region im Nachwuchsleistungssport durch. Die Zukunft der Leistungssport gGmbH, die zur Professionalität der Struktur vor Ort gegründet wurde, ist existenziell gefährdet. Auch die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen, die für die Fortführung des internationalen Spitzenevents in Willingen, werden durch die Entscheidung aus Berlin erheblich erschwert. Damit wird zudem ausgerechnet der Skisport, eine der ganz wenigen noch erfolgreichen Sportarten Deutschlands bei den Winterspielen in Peking, abgestraft.

Der Bundesstützpunkt Ski-Nordisch hat seinen Sitz in Winterberg und Willingen. Er ist einer der Premiumstandorte des Wintersports in Deutschland und besonders für den Weltcup im Skispringen bekannt, welcher jedes Jahr auf der größten Großschanze der Welt im hessischen Willingen ausgetragen wird. Neben diesem Großereignis organisieren die angehörigen Vereine des Bundesstützpunktes, aber auch eine Vielzahl an internationalen, nationalen- und regionalen Wettkämpfen für die Nachwuchssportler und Nachwuchsportlerinnen. Als länderübergreifender Bundesstützpunkt betreut er den Hessischen und Westdeutschen Skiverband. Sieben hauptamtliche Trainer kümmern sich um den Nachwuchs sowie die Kader-Athleten und -Athletinnen der verschiedenen Disziplinen. +++ pm

Sie können uns jederzeit Leserbriefe zukommen lassen.

Diskutieren kann man auf Twitter oder Facebook

Bleiben Sie auf dem Laufenden