
Mit der Aufgabe beim SC Hanau starten die Fußballer des Hünfelder SV am Sonntag, 15 Uhr (auf dem großen Rasenplatz in Wilhelmsbad) in die neue Hessenliga-Saison. Der ehemalige Coach Johannes Helmke steht nicht mehr in vorderster Front – für ihn hat sein bisheriger Co-Trainer Benjamin Fuß übernommen. Eng zur Seite steht ihm Julian Rohde, langjähriger Spieler in der Rhönkampfbahn und jüngerer Bruder des 1. Vorsitzenden Mario Rohde. Eine spannende Saison ist zu erwarten – wie es die vorige auch war. Nicht zuletzt, weil sich ein halbes Dutzend neuer Spieler präsentieren beim Hünfelder Hessenliga-Team.
Da ist David Costa Sabate, der von der Sodener Bornwiese gekommen ist und „Maschine“ Marcel Trägler ersetzen soll. Trägler steuerte immerhin 14 Tore bei in der vergangenen Saison und interpretierte seine Neuner-Rolle, auch mit Schläue, Spielwitz und Entschlossenheit in der Box beachtlich. Costa Sabate scheint ähnlich torgefährlich und im Spiel gegen den Ball stärker und intensiver als Trägler. Da ist auch Keanu Banh, der aus Flieden kam und Erfahrungen bei der U23 der SG Barockstadt sammelte. Da Aaron Gadermann zum Auftakt in Hanau noch fehlen wird, dürfte Banh, wie in den letzten Vorbereitungsspielen auch, neben Marcel Dücker den zweiten Innenverteidiger geben. Von der U23 der SGB kommt auch Jean-Luca Trabert, dessen Impulse und ein Stück weit auch die Spielintelligenz dem HSV gut tun werden.
Drei sind genannt, drei mit größeren Erfahrungswerten. Bleibt die Abteilung „Jugend drängt“. Nicht mehr so weit zu ihren Spielen haben es künftig Jakob Göbel und Paul Kiehm. Einst in der angesehenen Jugend der JSG Schlitzerland unter Jakobs Vater Karsten großgeworden, kickten die Youngsters zuletzt in naher Fremde: Jakob, ein intelligenter Mittelfeld-Antreiber vor dem Herrn, wie der Neukirchner Finn Klawonn auch beim KSV Hessen – Innenverteidiger Kiehm bei der JSG Westring. Bleibt Raphael Roth, von der U19 aus Würzburg hinzugestoßen.
Neben Trägler verließen Dennis Müller (nach Eichenzell), Junus-Emre Kocak (zurück zur U23 der SG Barockstadt) und Torhüter Andreas Boureanu (ebenfalls nach Fulda) den HSV. Dessen Kader umfasst 24 Feldspieler und zwei Keeper. Auf zwei Langzeit-Verletzte muss der HSV zunächst noch verzichten: Jonas Simon, „Duracell-Häschen“ im Mittelfeld, laboriert noch die Folgen seines Kreuzbandrisses aus, befindet sich aber wieder im Training – Jan-Niklas Herr schleppt sich mit seiner komplexen Verletzung im Knie herum.
Unterdessen ist es Benjamin Fuß wichtig, die Rolle des HSV zu umreißen. „Grundsätzlich müssen wir gucken, wo wir herkommen. Wir wollen uns in der starken Hessenliga etablieren. Wir können jeden schlagen, aber auch gegen jeden verlieren.“ Recht hat der Trainer – denkt man an die letzte Saison, die viele Tore und spannende Spiele, Unterhaltung und Unterhaltungswert, viel Mut des HSV – aber auch daran erinnerte, dass er hier und da an seine Grenzen erinnert wurde. Unvergessen ist der 2:1-Sieg gegen die Zweite des Bundesligisten Eintracht Frankfurt, als 1.000 Zuschauer einen famos kämpfenden HSV erlebten.
Die Vorbereitung, die in Fußball-Deutschland oft breitgetreten und als für zu bedeutungsvoll angesehen, verlief aus Sicht des HSV zufriedenstellend. „Wir haben fünf Wochen Gas gegeben. Jeder hat mitgezogen. Die Trainingsbeteiligung war sehr hoch“, bekennt der Trainer. Dabei soll es auch gut sein, denn der 36-Jährige fügt zurecht hinzu: „Auch wenn sie noch so gut verläuft, das erste Pflichtspiel zählt. Niemand weiß, wo er steht. Wir haben aus der Vorbereitung ein gutes Gefühl mitgenommen.“
Das möchte der HSV auch in die Aufgabe beim als spielstark bekannten SC Hanau mitnehmen und transportieren. Beim Gegner hat sich einiges getan. Die Mannschaft befinde sich wohl in einem „sehr großen Umbruch“, sagt Fuß, „mit wohl 15 Abgängen und 19 Neuen“, Darunter seien auch die Ex-Erlenseer und Ex-Eddersheimer Yilmaz und Wüst (auch von der SG Barockstadt bekannt) – „zwei Unterschiedsspieler, die Spiele entscheiden können“. Kaum angesprochen, ergänzt er das Entscheidende. „Wir wissen auch, was wir können. Wir wollen geschlossen als Mannschaft auftreten und konzentriert bleiben.“ Wir schließen uns an. Auf zum Saiosondebüt. +++ rl

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