
Die CDU-Fraktion im Fuldaer Stadtparlament hat sich im Rahmen ihrer letzten Stadtteilbegehung am vergangenen Freitag (24.07.) im Gallasiniring einen Eindruck über neu entstandene Anlaufstellen und städtebauliche Entwicklungen verschafft. Vereinzelte Wohnkomplexe in unmittelbarer Nähe der Cuno-Raabe-Schule zeugen noch vom einstigen Kasernengelände, der frühen 30er Jahre. In den letzten Jahren hat sich das Areal, nicht zuletzt durch den inzwischen entstandenen Bildungscampus zu einem modernen Wohn- und Bildungsquartier entwickelt.
Ihren Anfang nahm die Sommerbegehung an der Hausarztpraxis Fulda Gallasiniring 8, wo Fraktionsvorsitzende Patricia Fehrmann die Teilnehmenden um Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Bürgermeister Dag Wehner als Mitglieder des Magistrats der Stadt Fulda begrüßte. Ein besonderer Willkommensgruß galt Dr. Albert Post als Vorsitzender des CDU Ortsverbands Ziehers Süd/Ostend.
Dr. Albert Post freute sich über die erneute Stippvisite der CDU-Stadtverordnetenfraktion im Stadtteil Ziehers-Süd/Ostend, dem in den vergangenen Jahren auch vor dem Hintergrund des Neubaus der Cuno-Raabe-Schule neben der ehemaligen Pfarrkirche St. Elisabeth am Gallasiniring eine hohe Bedeutung zukam. Dr. Post verwies anhand der räumlichen Nähe zum Klinikum Fulda, dem Schulviertel, den an der Zahl vier Kindertagesstätten und der Neugestaltung des Kleegartens als Teil der Pacelliallee auf die hohe Bedeutung, die dem Areal heute zukommt. Die ehemalige Athanasius-Kircher-Schule aus dem Jahr der früher 60er Jahre, die einst zur Entlastung der Raumnot der nahegelegenen Schule am Gallasiniring errichtet wurde, gibt es so heute nicht mehr. Ihre Turnhalle wurde im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ zum Bürgerzentrum Ziehers Süd umgebaut.
Kita „St. Lius“ gehört zu den vorbildlichsten Bauten des Landes 2026
Dr. Albert Post verwies in diesem Zusammenhang auf die Auszeichnung der Kindertagessstätte St. Pius in der Dr.-Dietz-Straße 17a, die 2024 fertiggestellt wurde, durch das Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium der Finanzen, und die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen. Wie aus einer gemeinsamen Mitteilung des Hessischen Finanzministeriums und der Hessischen Architekten- und Stadtplanerkammer Mitte Juli dieses Jahres hervorgeht, hat es das vom Architekturbüro Reith Wehner Storch Architekten in Fulda in die Shortlist für die Auszeichnung „Vorbildlicher Bauten im Land Hessen 2026“ geschafft. Neben dem Kindergarten wurde auch die Milseburghütte in Hofbieber, ebenfalls vom Architekturbüro Reith Wehner Storch realisiert, in die diesjährige Shortlist mit aufgenommen.
Unter dem Motto „Zwischen-Raum-Stadt-Land – Planungen und Projekte des Übergangs“ werden Projekte „mit hoher baukultureller Qualität und beispielhaften Lösungsansätzen für gesellschaftliche, ökologische und räumliche Fragestellungen“ gewürdigt. 23 von 106 eingereichten Projekten haben es in die engere Auswahl geschafft. „Die ausgezeichneten Projekte aus Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur, Städtebau und Stadtplanung zeigen beispielhaft, wie nachhaltige, resiliente und gemeinwohlorientierte Lösungen für aktuelle Fragestellungen entwickelt werden können. Im Fokus stehen dabei Themen wie Nachverdichtung und Umnutzung, klimaangepasste Freiräume, hybride Nutzungen, gemeinschaftliche Wohn- und Arbeitsformen sowie neue Verbindungen zwischen urbanen und ländlichen Räumen“, heißt es in der Begründung. Die Auszeichnung „Vorbildliche Bauten im Land Hessen – Staatspreis für Architektur und Städtebau“ wird seit 1954 vergeben und zählt zu den traditionsreichsten Architekturpreisen in Deutschland. Sie wird alle drei Jahre verliehen.
Hausarztpraxis Fulda fungiert als akademische Lehrpraxis der Philipps-Universität Marburg
Patrcia Fehrmann lobte die gute Entwicklung des Quartiers vom einstigen reinen Wohnquartier zu einem Quartier mit diversen Bildungs- und Betreuungsangeboten. Nach Oberbürgermeister Dr. Wingenfeld sei das Quartier Gallasiniring das Quartier, das sich am rasantesten entwickele. Mit dem Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ sei, so Wingenfeld, in den letzten Jahren viel erreicht worden. Das Fuldaer Stadtoberhaupt griff die Worte seines Vorredners, Dr. Albert Post, auf und hob die Bedeutung des Quartiers hervor. Viele Bürgerinnen und Bürger, deren Wege nicht unbedingt in den Gallasining führten, wüssten nicht um dessen Entwicklung.
Wingenfeld dankte dem Praxisteam der Hausarztpraxis Fulda, im Besonderen Dr. med. Thomas Vietor für seine maßgebliche Unterstützung zur Aufrechterhaltung bzw. Weiterführung der hausärztlichen Nahversorgung am neuen Standort im Gallasiniring 8. Frühzeitig habe sich Dr. Vietor mit der Stadt Fulda in Verbindung gesetzt. Wingenfeld hieß Dr. Vietor als „leidenschaftlicher Mediziner“, der die Menschen im Quartier medizinisch versorgt. Demnach stehe der Hausarzt für persönliche medizinische Betreuung mit starkem Bekenntnis zum Quartier. Vor Jahren habe er den Entschluss gefasst, sich am Standort Gallasiniring zu erweitern. Mit Erfolg. Inzwischen praktizieren in der hochmoderne Hausarztpraxis sechs Hausärzte; und da die Hausarztpraxis auch als akademische Lehrpraxis fungiert, auch drei Assistenzärzte. Inzwischen ist auch Vietors Tocher, Kathrin Vietor-Tögel, als Ärztin in der Hausarztpraxis tätig.
Wingenfeld dankte Dr. Thomas Vietor für seine Geduld. Denn bis die Stadt die Immobilie, in der heute neben der Arztpraxis auch noch 18 Wohnungen – drei von ihnen barrierefrei – untergebracht sind, von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die vor allem den Immobilienbesitz und die Grundstücke in ihrem Eigentum verwaltet, übernehmen, d.h. in ihren Besitz bringen konnte, vergingen rund 15 Jahre, in denen verhandelt wurde. Die ersten Gespräche ereigneten sich in den Jahren 2016/17.
Neben Dr. Vietor dante Dr. Wingenfeld ebenso Frau Dr. Tabea Röder für die Ausdauer, sich nicht von der Vision, am Standort Gallasiniring 8 eine moderne Hausarztpraxis zu realisieren, abgebracht haben zu lassen. So sei letztlich all das, was man sich vorgestellt habe, final auch umgesetzt worden. Bevor die Praxis im Mai 2025 eröffnet wurde, war dort das Mütterzentrum e.V. – kurz: Mütze -, das heute im Haus der Familie im Gallasiniring 30 untergebracht ist, verortet. Wie Wingenfeld erläuterte, sah man für das Mütterzentrum eine etwas mehr „grünere Umgebung“ vor. Abschließend räumte Oberbürgermeister Wingenfeld ein, dass eine Stadt immer nur unterstützen könne, es am Ende aber das gemeinschaftliche Engagement vieler sowie starke Akteure vor Ort bedürfe, um einem Ziel „ein Stück näher“ zu kommen. In den vergangenen Monaten habe die Hausarztpraxis einige Neupatientinnen und – patienten aufgenommen. Dies sei in der heutigen Zeit nach Wingenfeld keineswegs selbstverständlich.
Georg-Stieler Haus, eine Immobilie mit multifunktionaler Nutzung
Dem Gallasiniring folgend, vorbei an der alten Cuno-Raabe-Schule setzte die CDU-Stadtverordnetenfraktion ihren Weg zum Georg-Stieler-Haus (Gallasiniring 1) fort. Dort wurde sie von Quartiersmanager Christian Völkel in Empfang genommen. Als Sozialarbeiter B.A. und Quartiersmanager im Fuldaer Nordend hat er tagtäglich mit den hier lebenden Menschen zu tun, kennt Strukturen, weiß, was gut funktioniert und worin Herausforderungen liegen. Das Georg-Stieler-Haus beherbergt im Untergeschoss den Jugendclub Ostend, der zuvor in einer anderen durch die Stadt angemieteten Immobilie verortet war. Im Erdgeschoss befinden sich die Stadtteilräume wie das Stadtteilzentrum Ostend mit Werksräumen, Seminar- und Betreuungsräumen und einer Küche. In den beiden Obergeschossen sind Dienststellen der Stadt und des Landkreises wie beispielsweise die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche, die Fachstelle Frühe Hilfen des Landkreises sowie die gemeinsame Adoptionsvermittlungsstelle, die nicht nur für die Stadt und den Landkreis Fulda, sondern mittlerweile auch für die Landkreise Hersfeld-Rotenburg und den Vogelsbergkreis zuständig ist, verortet. Die CDU-Fraktion zeigte sich von der modernen Raumausstattung angetan. Vereinzelt finden hier auch Tagungen der einzelnen Fachausschüsse im Stadtparlament statt. Wie Bürgermeister Dag Wehner herausstellte, habe man mit dem Georg-Stieler-Haus für das benachbarte „Haus der Familie“ (Gallasiniring 30) mit Stadtteilbüro, dem Mütterzentrum e.V. und Stadtteilcafé, die Menschen in diesem Quartier aber auch für den gesamten Landkreis eine gemeinsame Anlaufstelle an einem Ort schaffen wollen. So sind die unterschiedlichen Anlaufstellen besonders nah beieinander. Bis 2024 war hier, wie Christian Völkel, erklärt, das Programm „Sozialer Zusammenhalt“ von der Städtebauförderung aktiv, in diesem Kontext viel gestaltet wurde.
Beginn der Bauarbeiten zur Ausführung des Parkdecks im Herbst 2026
Dort, wo aktuell der Ausgang des Jugendclubs Ostend ist, sollen noch in diesem Herbst die Arbeiten zur Ausführung eines Parkdecks beginnen. „Die Stadt kommt damit ihrem Stellplatznachweis für die Mitarbeitenden “, verdeutlicht Bürgermeister Dag Wehner. Der Parkplatz soll damit ausgeweitet werden. Final wird man dann von der Straße „Am Jagdstein“ ins Untergeschoss einfahren. Auf dem Oberdeck werden weitere Parkplätze entstehen. Mit den beiden Parkdecks, die an diesem Standort entstehen, soll der Bedarf für die städtischen Immobilien abgedeckt werden. Im Rahmen der gestrigen Begehung wurde an den Verkehrsdezernenten und Bürgermeister der Stadt Fulda die Problematik der sehr überfüllten Stadtbusse herangetragen. Dies betreffe im Besonderen die Linien 3 und 8 stadtauswärts auch in den Schulferien. Der Verkehrsdezernent verwies auf die Ausstattung von Sensoren im Rahmen des Digitalisierungsprojektes, womit sich genaue Busbelegung (Personen, Rollstuhlfahrer, Kinderwägen) genau dokumentieren ließen. Zukünftig können die Verkehrsbetriebe der RhönEnergie Fulda, wenn die Sensortechnik flächendeckend zu Einsatz kommt, mit Sonderbussen, entsprechend reagieren. In diesem Zusammenhang war es Teilnehmenden der Sommerbegehung ein Anliegen auf die Sensibilisierung einzelner Verkehrsteilnehmer (Pkw, Fahrradfahrer) hinzuweisen, damit die Schüler, die die Schule zu Fuß ansteuern, diese auch sicher und unversehrt erreichen.
Fertigstellung der Cuno-Raabe-Schule in 2027 angestrebt
An der Baustelle zur neuen Cuno-Raabe-Schule auf dem Areal der ehemaligen Pfarrkirche „St. Elisabeth“ am Gallasiniring angekommen, hoben die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende, Bürgermeister Wehner und Oberbürgermeister Dr. Wingenfeld das beispielgebende Bauprojekt hervor. Die Stadt errichtet auf diesem Areal ein neues Schulgebäude mit einem verbundenen Baukörper mit Mensa und Ganztagsbetreuung und Differenzierungsräumen. Wie Bürgermeister und Schuldezernent Wehner erklärte, sei die Cuno-Raabe-Schule nach der Bonifatiusschule Fulda mit rund 420 Schülerinnen und Schülern (Stand November 2025) eine der größten Grundschulen in Hessen. Die besondere architektonische Herausforderung besteht darin, die ehemalige Pfarrkirche St. Elisabeth in die Nutzung des Gesamtareals mit einzubeziehen. Das Kirchengebäude soll der Nachmittagsbetreuung dienen. Hier soll auch die Mensa verortet werden. Auf der gegenüberliegenden Seite soll der Neubau der Schule errichtet werden. Rund 150 Schüler besuchen aktuell die Cuno-Raabe-Schule. Nach ihrem Neubau werden in ihr auch die Kinder, die ihren Wohnort „Am Waidesgrund“ haben, beschult.
Bürgermeister Wehner verwies an die besonderen Anforderungen, die mit dem Anspruch auf eine Nachmittagsbetreuung an die Familien gestellt werden, an das sich verändernde Raumkonzept der Schulen. Demnach müssen Städte und Kommunen künftig neben Klassen- bzw. Unterrichtsräume, auch sogenannte „Differenzierungsräume“ gewährleisten, in denen sich Schüler zurückziehen können, um beispielsweise zu lesen oder zu spielen. Die Cuno-Raabe-Schule ist das erste städtische Projekt, wo diese Anforderungen im Rahmen eines Neubaus realisiert werden. In vielen anderen Schulen hat die Stadt Erweiterungsvorhaben im Bestand umgesetzt oder ist gerade dabei.
Aktuell befindet sich der Neubau zur Cuno-Raabe-Schule noch im Rohbau. Zum Ende der Schulsommerferien soll jedoch mit dem Holzbau begonnen werden. Zum Winter hin soll der Innenausbau durch heimische Firmen starten. Ziel ist es, die Cuno-Raabe-Schule im Jahr 2027 fertigzustellen. Mit dem Georg-Stieler-Haus, das sich in unmittelbarer Nähe befindet, kann die Stadt bei Raummangel auf Ausweichräume ausweichen. Demnach findet im Erdgeschoss bereits der Musikunterricht der Grundschule statt. Am Kirchengebäude selbst laufen bereits Fassadenarbeiten. Die Nachmittagsbetreuung soll sich auf zwei Ebenen verteilen. Im Erdgeschoss soll die Mensa verortet werden. Verbunden wird das ehemalige Kirchengebäude zum Schulgebäude über einen Steg oder eine Brücke. Im 1. Obergeschoss sollen Spielangebote ihren Platz finden.
Oberbürgermeister Wingenfeld verwies auf die Rekordinvestition an diesem Standort, der Ausdruck von der Bewahrung der Nachkriegszeit und zugleich der Kombination eines sehr modernen Schulgebäudes sei. Die Stadt setze hier besondere Akzente. Mit dem zukünftigen Bildungscampus im Gallasiniring ist angestrebt, unterschiedliche Liegenschaften zur Systemrelevanz (Klinikum, Schule, Hausarztpraxis, Familienzentrum, Behörde) zu zentralisieren. Alles sei dicht beieinander und schnell zu erreichen mit unmittelbarer Nähe zum Bahnhof. Man ist davon überzeugt, dass sich die hohe Investition, die im unteren zweistelligen Millionenbereich liegen soll, langfristig bezahlt macht.
Neubau der Kita Schatzinsel nach Fertigstellung der Cuno-Raabe-Grundschule angedacht
Über der ehemaligen St.-Elisabeth-Kirche befindet sich die Kindertagesstätte „Schatzinsel“, die die Stadt vor einigen Jahren von der Kirchengemeinde übernommen hat. Wie Bürgermeister Wehner gestern ausführte, müsse u.a. die Haustechnik und Dachfassade überarbeitet werden. Auch die Schadstoffsanierung sei ein Thema. Dies rückt den Gedanken der Generalsanierung in den Fokus. Nach Fertigstellung der Cuno-Raabe-Schule wolle man sich als Stadt Gedanken über einen Neubau der Kita machen. Dies auch in Abhängigkeit mit der städtischen Haushaltslage. Der Neubau könnte architektonisch die Gebäudeform der Cuno-Raabe-Schule aufnehmen, mutmaßt der Schuldezernent. Das Neubauvorhaben rückt auch die Überlegung der übergangsweisen Unterbringung der Kindergartenkinder in den Mittelpunkt des kommunalpolitischen Handelns. Das sei nach Bürgermeister Dag Wehner im Moment aber noch Zukunftsmusik.
Nachdem die Stadtparlamentarier und kommunalpolitisch Interessierten den Bildungscampus Gallasiniring ins Visier genommen hatten, begaben diese sich auf die in unmittelbarer Nähe befindende Ochsenwiese, um der Eröffnung des Fuldaer Schützenfestes, konkret dem Fassanstich durch Fuldas Oberbürgermeister Wingenfeld, beizuwohnen. Begleitet wurde die gestrige Sommerbegehung mitunter von der Stadtverordnetenvorsteherin Margarete Hartmann und dem CDU-Landtagsabgeordneten Fulda I (Wahlkreis 14) und Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion Thomas Hering MdL. +++ jessica auth
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