Ausstellung zur Geschichte der verschleppten Kinder

Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 verschleppte die Gestapo ab der zweiten Augustwoche 1944 die Kinder der nach dem Umsturzversuch zumeist zum Tode verurteilten Widerstandskämpfer um Claus Schenck Graf von Stauffenberg in ein Kinderheim im thüringischen Bad Sachsa. Ihre Väter und Mütter sind entweder hingerichtet, bereits verurteilt oder schon in einem KZ in sogenannter „Sippenhaft“. Auch diese Kinder sollen später ins KZ Buchenwald gebracht oder – mit neuer Identität – zur Adoption freigegeben werden.

80 Jahre sind seit dem Attentat auf Hitler vergangen – Anlass, diesen Kindern anhand der Ausstellung „Unsere wahre Identität sollte vernichtet werden“ ab dem 28. Mai in der Richard-Müller-Schule ein Andenken zu bewahren und lebendig zu halten.

Mit dieser Ausstellung wollen wir an die Zivilcourage der Gegner der Nazis erinnern, gehen bewusst nicht ins Vonderau Museum, sondern in die Richard-Müller-Schule und wollen dort besonders Jugendliche ansprechen, denen die braunen Zeiten nichts mehr sagen und die gerade heute insbesondere nationalistischem Gedankengut oftmals unmittelbar ausgesetzt sind“, so Klaus W. Becker, 1. Vorstand der veranstaltenden „Freunde des Museums Fulda e.V.“ „Meinem Vorstandskollegen, Hermann-Josef Klüber, bin ich besonders dankbar, gehen doch sowohl die Initiative als auch die Organisation der Ausstellung – es ist immerhin der 80. Jahrestag des Hitler-Attentats an diesem 20. Juli 2024 – auf ihn zurück,“ so Becker weiter. „Ohne Klübers Impuls hätte es in Fulda keine Würdigung dieses gerade heute so besonders wichtigen Gedenktages gegeben“, sagt Becker. Auch sei der gesamte Vorstand der „Freunde des Museums Fulda e.V.“, zu dem auch die ehemalige Schulleiterin der Richard-Müller-Schule, Oberstudiendirektorin a.D. Claudia Hümmler-Hille zählt, dem derzeitigen Schulleiter, Oberstudiendirektor Jörg Demuth, zu Dank verpflichtet, der spontan und unbürokratisch sein Okay zur Nutzung des Eingangsbereiches gegeben habe.

Die Ausstellung besteht aus insgesamt 43 Schautafeln, die unmittelbar im Eingangsbereich der Richard-Müller-Schule (Pappelweg 8, 36037 Fulda) für Besucherinnen und Besucher frei zugänglich sind und dort bis zum 30. Juni zu sehen sein werden.

Öffnungszeiten: montags, mittwochs und freitags von 8:00 – 16:00 Uhr und dienstags und donnerstags von 8:00 – 18:00 Uhr. +++ pm