Arbeitslosenzahlen steigen – Corona-Folgen noch unklar

Corona-Epidemie beendet Frühjahrsbelebung auch in Osthessen abrupt

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland steigt. Im März 2020 waren in der Bundesrepublik 2,335 Millionen Personen arbeitslos gemeldet und damit 34.000 mehr als vor einem Jahr, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mit. Gegenüber dem Vormonat sank die Arbeitslosenzahl um 60.000. Die Arbeitslosenquote ging dabei um 0,2 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent zurück.

In den Daten wurde die aktuelle Verschärfung der Coronakrise noch nicht berücksichtigt, da sie bis zum Stichtag 12. März erhoben wurden. Die jüngste Entwicklung werde noch nicht erfasst, so die Arbeitsagentur. BA-Chef Detlef Scheele will sich am Dienstagnachmittag gemeinsam mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zur aktuellen Situation äußern. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, stieg gegenüber dem Vormonat um 1.000. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im März bei 3,287 Millionen Personen. Das waren 35.000 mehr als vor einem Jahr. Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften gibt im Vorjahresvergleich weiter deutlich nach. Im dritten Monat des Jahres waren 691.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 106.000 weniger als vor einem Jahr. Saisonbereinigt verringerte sich der Bestand der bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen um 10.000 Stellen.

Corona-Epidemie beendet Frühjahrsbelebung auch in Osthessen abrupt

Die Pandemie schlägt sehr stark auf den Arbeitsmarkt in Ost- und Waldhessen durch. Zum Stichtag 12. März 2020 war dies jedoch nur sehr begrenzt der Fall, eine einsetzende Frühjahrsbelebung war bereits spürbar. Die gravierenden negativen Folgen erreichten die Wirtschaft erst in den Tagen und Wochen danach und finden sich daher in den vorliegenden statistischen Daten noch nicht wieder. So waren Mitte März im Bezirk der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda 5.876 Personen arbeitslos. Dies waren 177 weniger als im Februar und 68 weniger als im Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Vorjahr fällt der deutliche Rückgang der Arbeitslosigkeit bei jüngeren Menschen unter 25 Jahren positiv auf (-56 auf 649). „Angesichts der in weiten Teilen ruhenden Wirtschaft gehen wir von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit im April aus“, erklärt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, „Ab Mitte März ist die Zahl der gemeldeten Stellen regelrecht eingebrochen. Die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt wurde von der Pandemie abrupt beendet.“ Der Agenturchef bewertet es positiv, dass die Unternehmen versuchen, ihre Beschäftigten durch die Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld zu halten. Dieses Instrument habe bereits während der Finanzkrise seine Bewährungsprobe bestanden. Die Anfragen von Unternehmen und Betrieben zur Kurzarbeit wegen des Corona-Virus setzten ab Mitte März explosionsartig ein. Sie werden derzeit ausgewertet. Darüber werden wir im Verlauf des heutigen Nachmittags gesondert berichten. +++

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