AKK will Afghanistan-Evakuierung mit 600 Soldaten absichern

Kritik an Merkel nach Kinobesuch am Montagabend

CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat angekündigt, die Evakuierung der deutschen Staatsbürger und afghanischen Ortskräfte mit mehreren Hundert Bundeswehrsoldaten abzusichern. Man hoffe, eine richtige Luftbrücke aufbauen zu können, sagte sie am Dienstag im „ARD-Morgenmagazin“. Dafür sehe man bis zu 600 Soldaten vor. Einem Bericht der „Bild-Zeitung“, wonach mit dem ersten Flug nur sieben Personen ausgeflogen wurden, widersprach die Verteidigungsministerin nicht. Hauptauftrag sei es gewesen, am Montagabend erste Soldaten auf den Flughafen zu bringen, um die weiteren Evakuierungen abzusichern. Man warte auf die Erlaubnis der US-Amerikaner für weitere Flüge. Sollte der Flughafen nur für kurze Zeit für Flüge in Betrieb sei, habe man „robuste Kräfte“ vor Ort. Zur Kritik an der langsamen Rückholung in der letzten Wochen sagte Kramp-Karrenbauer, alle seinen von der Dynamik der Ereignisse überrascht worden.

Kritik an Merkel nach Kinobesuch am Montagabend
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht nach einem Kinobesuch am Montagabend in der Kritik. Während die Luftwaffe in Afghanistan unter schwierigen Bedingungen versuchte, Deutsche und afghanische Ortskräfte auszufliegen, nahm die Kanzlerin an der Premiere von „Die Unbeugsamen“ im Delphi-Filmpalast in Berlin-Charlottenburg teil. „Das muss dieses Gespür sein, von dem viele politische Beobachter immer wieder sprechen, wenn sie über Angela Merkel reden“, kommentierte der stellvertretende Chefredakteur der „Bild-Zeitung“, Paul Ronzheimer, den Kinobesuch der Kanzlerin. Die Zeitung macht ihre Printausgabe vom Dienstag mit der Kritik auf und hat ein großes Foto der lachenden Kanzlerin auf ihrer Titelseite. Offenbar ignorierte die Kanzlerin auch einen Hinweis ihrer Verteidigungsministerin: „Lassen Sie uns alle in Gedanken bei jenen sein, die jetzt nach Afghanistan fliegen, um Menschen zu retten und bei jenen, die dort unten auf Rettung warten“, hatte Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zuvor gesagt. +++