Nach 800 Kilometern im Sattel haben acht Radfahrer aus der polnischen Partnerstadt Proskau ihr Ziel in Hünfeld erreicht. Auf den letzten Kilometern wurde die Gruppe noch von einem heftigen Regenguss überrascht, ehe sie erschöpft am Rathaus eintraf. Für Organisator Norbert Rasch, der seit 29 Jahren zu den prägenden Gesichtern der Städtepartnerschaft gehört, erfüllte sich dort zunächst ein ganz persönlicher Wunsch: ein kühles Bier, das er zuvor in seinem Onlinetagebuch in den sozialen Medien angekündigt hatte.
Im Rathauskeller wurden die Teilnehmer von Erstem Stadtrat Wolfram Becker sowie ihren privaten Gastgebern empfangen. Bereits vor dem Rathauseingang hatten Mitglieder des Hünfelder Partnerschaftsvereins und der Abteilungsleiter Proskau, Florian Helgert, die Radfahrer mit viel Applaus begrüßt. Becker überreichte den Teilnehmern Gaalbern-T-Shirts und würdigte die Leistung der Gruppe, die innerhalb von sieben Tagen insgesamt 800 Kilometer zurückgelegt hatte. Die Strecke sei ein beeindruckendes Zeichen für die Verbundenheit zwischen den beiden Städten.
Norbert Rasch sprach nach der Ankunft offen über die Strapazen der Tour. Es sei eine „mörderische Fahrt“ gewesen, sagte er sichtlich von den Anstrengungen gezeichnet. Zugleich betonte er, dass sich der Einsatz gelohnt habe. Mit der Radtour habe die Gruppe bewusst auf die Städtefreundschaft aufmerksam machen wollen. „Wir waren unterwegs zu Freunden“, erklärte Rasch.
Mit Blick auf das bevorstehende 30-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft im kommenden Jahr äußerte er die Sorge, dass die enge Verbindung zwischen Hünfeld und Proskau an Dynamik verlieren könnte. Gerade diese Befürchtung habe die Teilnehmer immer wieder motiviert, die lange Strecke auf sich zu nehmen. „Unsere Freundschaft muss fortbestehen in einem geeinten Europa auch in Zukunft“, betonte Rasch.
Auch Bürgermeister Benjamin Tschesnok verfolgte die Fahrt aufmerksam. Obwohl er sich im Urlaub befand, ließ er es sich nicht nehmen, die Radfahrer an einem Etappenziel in Jena persönlich zu begrüßen und sie für die letzten 200 Kilometer zu motivieren. Er sprach den Teilnehmern seinen Respekt dafür aus, dass sie diese außergewöhnliche Herausforderung im Zeichen der Freundschaft zwischen beiden Kommunen auf sich genommen hätten.
Den ersten Abend in Hünfeld verbrachte die Gruppe bei ihren privaten Gastfamilien. Am folgenden Tag organisierte Florian Helgert für die Gäste aus Polen einen touristischen Stadtrundgang in Fulda, an dem auch die beiden Ferienpraktikanten aus den Partnerkommunen Proskau und Landerneau teilnahmen. Den Samstagabend verbrachten Gäste, Gastgeber und Mitglieder der AG Proskau gemeinsam. Nach einem Gottesdienst im Kloster machte sich die Gruppe am dritten Tag auf den Rückweg in ihre oberschlesische Heimat – diesmal jedoch mit dem Auto. +++

Hinterlasse jetzt einen Kommentar