Hitzewelle fordert erste Todesopfer: Hessen meldet deutliche Übersterblichkeit, Saarland zweistellige Zahl hitzebedingter Todesfälle

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Die Folgen der außergewöhnlichen Hitzewelle vom vergangenen Wochenende werden zunehmend sichtbar. Während sich das tatsächliche Ausmaß hitzebedingter Todesfälle erst nach langfristigen statistischen Auswertungen vollständig beziffern lassen wird, liegen aus Hessen und dem Saarland bereits erste Zahlen vor. Sie deuten darauf hin, dass die extreme Wetterlage mit Temperaturen von bis zu 41,3 Grad zahlreiche Menschenleben gekostet haben könnte.

In Hessen sind nach einer vorläufigen Schätzung des Landesamts für Gesundheit und Pflege am Hitzewochenende rund 60 Prozent mehr Menschen gestorben als an vergleichbaren Wochenenden. Für Samstag, den 27. Juni, und Sonntag, den 28. Juni, wird die Zahl der Sterbefälle auf insgesamt rund 650 geschätzt. An den vorherigen Wochenenden waren jeweils etwa 400 Menschen oder weniger gestorben. Der Durchschnitt des vergangenen Jahres lag bei 196 Todesfällen pro Tag. Die Behörde weist darauf hin, dass es sich dabei um eine vorläufige Schätzung handelt. Die erhöhte Zahl der Sterbefälle entspricht einer deutlichen Übersterblichkeit, lässt jedoch keinen unmittelbaren Rückschluss darauf zu, wie viele Menschen ausschließlich an den Folgen der Hitze starben, da Hitze in der Regel nicht als Todesursache erfasst wird.

Auch das Saarland hat erstmals konkrete Angaben zu den gesundheitlichen Folgen der Hitzewelle veröffentlicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums lag die geschätzte Zahl der Todesfälle, die im Zusammenhang mit der Hitze stehen, am vergangenen Wochenende im unteren zweistelligen Bereich. Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) erklärte, besonders besorgniserregend sei, dass sich die Auswirkungen der Hitzewelle überwiegend im häuslichen Umfeld gezeigt hätten. Eine vom Ministerium veranlasste Erhebung ergab zudem, dass Menschen mit hitzebedingten Beschwerden überwiegend von zu Hause in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Nur ein kleiner Teil der Patienten stammte aus stationären Pflegeeinrichtungen.

Jung betonte, wie viele Menschen tatsächlich aufgrund der Hitze gestorben seien, lasse sich nicht mit Sicherheit feststellen, da Hitze in aller Regel nicht als Todesursache dokumentiert werde. Häufig lasse sich nicht eindeutig unterscheiden, ob die Hitze unmittelbar zum Tod geführt habe oder ob Vorerkrankungen und die außergewöhnliche Belastung durch die hohen Temperaturen gemeinsam ausschlaggebend gewesen seien. Die Grenzen seien dabei oft fließend.

Nach Einschätzung des saarländischen Gesundheitsministers war die Hitzewelle vom vergangenen Wochenende in zweifacher Hinsicht historisch – sowohl mit Blick auf die erreichten Höchsttemperaturen als auch auf die Dauer der Hitzeperiode. Um das Saarland künftig besser auf vergleichbare Wetterlagen vorzubereiten, sprach sich Jung für zusätzliche Instrumente zum Hitzeschutz aus. Dieser müsse eine ähnlich hohe Bedeutung erhalten wie der Brandschutz.

Im Saarland war am vergangenen Freitag an der Wetterstation Saarbrücken-Burbach mit 41,3 Grad ein neuer deutscher Hitzerekord gemessen worden. Bereits einen Tag später wurde dieser Wert an der Wetterstation Drewitz in Sachsen-Anhalt mit 41,8 Grad erneut übertroffen. +++


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