Angesichts der zunehmend schleppend verlaufenden Impfkampagne in Deutschland hat FDP-Chef Christian Lindner unbürokratische und flexible Impfangebote gefordert. „Wir müssen alles daransetzen, dass es möglichst einfach wird, sich impfen zu lassen“, sagte Lindner der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Dafür brauche man „unbürokratische und flexible Impfangebote“ an verschiedene Bevölkerungsgruppen. Mobile Impfteams könnten dabei eine „zentrale Rolle“ spielen. „Auch Impfungen zum Beispiel in Einkaufszentren oder auf Parkplätzen wären ein wichtiger Beitrag, um die Impfquote zu erhöhen“, so der FDP-Vorsitzende.
Söder lehnt Impfpflicht ab
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) lehnt eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen ab. Lehrkräfte verhielten sich zum Beispiel „außerordentlich sensibel und mit Rücksicht“, sagte er am Dienstag im Deutschlandfunk. Die Impfbereitschaft sei ebenfalls hoch. Eine Pflicht sei „ein starker Grundrechtseingriff“, so Söder. Um mehr Impfungen zu erreichen, will er stattdessen die Hürden senken: „Wir wollen auch breitflächige Vor-Ort-Angebote machen, damit dieser vermeintlich schwierige Weg zum Arzt oder ins Impfzentrum verkürzt wird und sozusagen Impfen to go oder auch Drive-in-Impfen möglich gemacht wird.“ Mit Blick auf die steigende Verbreitung der Delta-Variante erwartet Söder keinen Lockdown. „Aber wir müssen deswegen gezielt und klüger und strategisch sinnvoller uns da vorbereiten, und da ist eben noch eine Menge Arbeit bis zum Herbst.“
Karliczek erwartet Impfempfehlung für Kinder
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) rechnet damit, dass die Stiko ihre bisherige Entscheidung zu Corona-Impfungen für Kinder noch einmal überdenken wird. „Die Kommission wird Chancen und Risiken einer Impfung für die ab Zwölfjährigen sicher noch einmal neu abwägen, wenn sie ausreichend Daten etwa aus den USA hat“, sagte Karliczek dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Dort seien Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren schon viel mehr geimpft worden. „Auch in Deutschland gilt: Eltern können ihre Kinder impfen lassen, wenn sie zwölf Jahre und älter sind. Genau das tun ja auch immer mehr Menschen“, so Karliczek. Sie werde Eltern sicher nicht sagen, was sie in dieser Situation für richtig oder falsch halten sollten. „Ich persönlich wäre für die Impfung, wenn ich noch minderjährige Kinder hätte – natürlich nach Diskussion in der Familie und nach Rücksprache mit unserem Arzt“, so die Ministerin. Für die Impfung spreche aus ihrer Sicht nicht zuletzt, dass auch Kinder erkranken könnten und die Frage von Long-Covid im Raum stehe. +++

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