5. Forum „Dual studieren in Osthessen“ in Fulda gestartet

„Spiegelbild eines funktionierenden Netzwerkes“

R. Müller (PPOH), Stephan Schmitt (Leiter des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Fulda), Christiane Herchenhein (Stadt Fulda), OloV-Regionalkoordinatorin , Armin Gerbeth (IHK Fulda), Ottokar Schwerd, Teamleiter Ausbildung (Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda), Sven Müller (Stellvertretender Leiter Winfriedschule Fulda), Dipl.-Verww. Steffen Klingel (Agentur für Arbeit Bad Herfseld-Fulda), OloV-Regionalkoordinator und Ulrich Neseman (Landkreis Fulda), (v.l.)

Fulda. Bereits zum fünften Mal ist gestern im osthessischen Fulda das Forum „Dual studieren in Osthessen“ ausgerichtet worden. Veranstaltungsort der von der IHK Fulda gemeinsam mit der Privaten Berufsakademie Fulda, der Hochschule Fulda sowie den OloV-Akteuren der Region organisierten Veranstaltung war in diesem Jahr – um nach den Worten der IHK „die Zielgruppe direkt abholen zu können“ – die Winfriedschule Fulda. Demnach richtet sich das Forum an Absolventinnen und Absolventen der allgemeinbildenden- und beruflichen Gymnasien in der Region Osthessen sowie an deren Eltern und bietet ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten und Angebote des attraktiven Ausbildungsweges. Neben Fachvorträgen der teilnehmenden Unternehmen präsentieren Betriebe, die duale Studiengänge anbieten, ihre individuellen Angebote auf dem sogenannten „Marktplatz“. Darüber hinaus informieren bereits Studierende der dualen Studiengänge die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten praxisnah und auf Augenhöhe. Das Beratungsangebot der Agentur für Arbeit rundet die Veranstaltung ab.

Armin Gerbeth von der IHK Fulda, verantwortlich für die Aus- und Weiterbildung, Aus- und Weiterbildungsberatung, Abschlussprüfungen sowie Aufstiegsfortbildungen, begreift das Forum als „Spiegelbild eines funktionierenden Netzwerkes für den Berufs- und Studienwahlprozess der jungen Menschen in Osthessen vor Ort“. Sven Müller, stellvertretender Leiter der Winfriedschule Fulda, sieht im Forum auch eine erhebliche Chance für die Schülerinnen und Schüler vor Ort, sich hier in Fulda über Angebote des Dualen Studiums zu informieren: „Vor allem glaube ich, dass das Forum Dual studieren in Osthessen als Informationsplattform für die Schülerinnen und Schüler hier in Fulda wichtig ist und damit gezeigt werden kann, dass man zum Studieren nicht immer weit weg von zuhause sein muss, sondern, dass es eben auch hier möglich ist. Wichtig gestaltet sich in diesem Zusammenhang aber auch, dass wir die jungen Menschen, die sich für ein duales Studium in der Region Osthessen entscheiden, hier, für die Wirtschaft auch halten können.“

Auch in puncto „Berufsberatung/Berufsorientierung“ hat sich an der Winfriedschule Fulda viel getan, berichtet der stellvertretende Schulleiter, was er als „wertvoll“ erachtet. Viele Schülerinnen und Schüler seien in Bezug auf ihre Studien- bzw. Berufswahl unsicher. Hierzu noch einmal Sven Müller: „Man stellt bei den Schülern schon auch fest, dass ihre Orientierung nicht so stark ist. Klar gibt es Schüler mit Standardwünschen, die sich für ein Medizinstudium oder der Rechtswissenschaften entscheiden, dennoch muss man sich – gerade dann, wenn der NC nicht wie erwartet ausfällt – über Alternativen Gedanken machen.“ Besonderen Dank von Seiten der IHK Fulda gebührte gestern im Rahmen des Pressegespräches zur Veranstaltung neben der Winfriedschule Fulda Herrn Hansen, Lehrer an der Winfriedschule Fulda für Geschichte und Politik und Wirtschaft, für sein aktives Einbringen, ohne dieses die Veranstaltung, nach Armin Gerbeth, in dieser Form nicht realisierbar gewesen wäre.

Nesemann: Ein duales Studium ist ein Erweitern von Möglichkeiten

Ulrich Nesemann (Landkreis Fulda), OloV-Regionalkoordinator, ist Stolz auf die gute Zusammenarbeit im OloV-Netzwerk, die in der Region Fulda „vorbildlich“ funktioniere. Vor 5 Jahren unter der Federführung von Landrat Bernd Woide gemeinsam angestoßen, bietet das OloV-Netzwerk heute Absolventinnen und Absolventen der allgemeinbildenden- und beruflichen Gymnasien Hilfestellung in der berufs- und Studienorientierung. Wie Nesemann berichtete, soll sich kürzlich auf einer Abiturienten-Verabschiedung im Landkreis ereignet haben, dass der jeweilige Oberstudiendirektor des Gymnasiums in seiner Rede den Abiturienten Tipps gegeben haben soll, worauf diese in ihrem Studium achten müssen. Es sei nicht ein einziges Mal das Wort Ausbildung gefallen, so Nesemann, der der Abiturienten-Verabschiedung beiwohnte. „Dieses Vorgehen stieß bei mir auf Unverständnis; auch, dass sich offensichtlich immer weniger Abiturienten für eine Ausbildung entscheiden. Das Leben besteht nicht nur aus Studium. Es geht für diese jungen Menschen auch dann weiter, wenn sie sich mit dem Abitur in der Tasche in eine Ausbildung – beispielweise in einen Handwerksberuf oder Ausbildungsberuf der IHK – begeben. Es gibt so viele Möglichkeiten. Das ist kein Gegeneinander – so habe ich manchmal den Eindruck wird es verstanden –; das ist ein Erweitern von Möglichkeiten, ein Aufzeigen einer großen Bandbreite, was wir – gerade in der Region Osthessen – für Möglichkeiten in diesem Bereich haben. Diesen Aspekt erachte ich als einen sehr wichtigen, den wir sehen müssen.“, so Nesemann.

Schmitt: Sich im Dualen Studium seinem Ausbildungsbetrieb für Jahre zu verpflichten, ist ein Ammenmärchen

Stephan Schmitt, Leiter des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Fulda, erklärte gestern, dass es bei dem Programm der Berufs- und Studienorientierung wirklich „um beides“ gehe und meinte damit, „dass wir den sehr guten Gymnasiasten den Weg ins Studium auf gar keine Fälle absprechen wollen“ – zumal es in einer Gesellschaft vielmehr auf die „Vielfältigkeit“ ankomme. Im dualen Studium sieht Schmitt für (Fach-)Abiturienten die ideale Möglichkeit, beides – Theorie und Praxis – zu verknüpfen. Da die Studienform „sehr gut“ angenommen werde, betrachtet der Leiter des Staatlichen Schulamtes diese deshalb schon heute als Konkurrenz zum Hochschulstudium. Nach seiner Einschätzung werde sich in Zukunft die Möglichkeit, im dualen Studium zu studieren, dabei Kenntnisse in Theorie und Praxis zu erwerben, abschließend des Studiums den Abschluss „Bachelor of Science“ zu erlangen, und sich darauf aufbauend im dualen System dem Masterstudiengang zu widmen, immer mehr manifestieren. „Jemand, der an der Universität Betriebswirtschaftslehre studiert hat, wird auch immer in Konkurrenz zu jemanden stehen, der im dualen System in diesem Fach seinen Master erworben hat. Ich weiß nicht, wer dann auf dem Arbeitsmarkt die besseren Karten hat. Auch kursiert immer noch das Ammenmärchen, dass, wenn man in einem Ausbildungsbetrieb dual studiert hat, sich dort über Jahre zu verpflichten. Natürlich wird das bei gut verrichteter Arbeit gern gesehen, dennoch kann man hier selbst frei entscheiden. Wenn jemand nach dem Abitur erst eine Ausbildung durchlaufen hat und danach noch einmal an die Uni zum Studieren geht, studiert derjenige viel gelassener, im Wissen, dass er schon etwas geleistet, ‚in der Hand‘ hat.“, ist sich der Leiter des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Fulda, Stephan Schmitt, gewiss. +++ jessica auth

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