400-Eltern-Unterschriften für eine Integrierte Gesamtschule Wascherde

Lauterbach. 400 Unterschriften aus der Region Lauterbach dokumentieren den Wunsch der Eltern, aus der Wascherde-Schule eine „Integrierte Gesamtschule“ zu machen. Die Unterschriftenlisten wurden vor wenigen Tagen im Landratsamt an Ersten Kreisbeigeordneten Peter Zielinski von Elternvertretern überreicht. Der Bildungsdezernent unterstützt den Wunsch der Eltern, der auch von der Schulleitung mitgetragen wird. „Sie rennen mit Ihrer Forderung bei mir offene Türen ein“, sagte Zielinski – sehr zur Freude der Eltern und der kommissarischen Schulleiterin Tanja Karina Schwan-Brosig.

„Gäbe es in Lauterbach eine Integrierte Gesamtschule (IGS), so würden wir unser Kind dort zur Schule schicken!“ Unter diesen Text haben über 400 Eltern, die in Lauterbach und den umliegenden Großgemeinden wohnen, ihre Unterschrift gesetzt. Wohnortnahe Schulversorgung, Sicherung des Standorts, Erweiterung des Schulformangebots mit neuen Möglichkeiten der Förderung und „inneren Differenzierung“ auch in Lauterbach – das waren im Gespräch mit Peter Zielinski wesentliche Argumente, die aus Sicht der Eltern für die Umwandlung der Haupt- und Realschule Wascherde in eine Integrierte Gesamtschule sprechen. Nicht zuletzt diene die Sicherung eines breiten Schulangebots der Attraktivität des Standorts Vogelsberg und mithin der Fachkräftesicherung, hob Erster Kreisbeigeordneter Zielinski hervor.

Schulamtsdirektorin Elke Siegfried vom Staatlichen Schulamt für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis dankte den Eltern für ihre „beeindruckende Initiative“, die zeige, dass die Elternschaft bereit sei, gemeinsam mit der Schule an der Wascherde über die Qualitätsentwicklung der Schule nachzudenken und aktiv mitzuarbeiten. „Hier wird durch die Eltern eine Entwicklung in Gang gesetzt, die die Schule und die Region gleichermaßen stärkt“, sagte Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski. Für eine Etablierung der neuen Schulform spreche, dass es bereits jetzt erkennbare Maßnahmen in der Schule gebe, die als „inhaltliche Vorbereitung“ auf dem Weg zur IGS gewertet werden könnten. Zielinski berichtete, dass es auch in Alsfeld Bestrebungen in Richtung IGS gebe. Die Schulleitung der Geschwister-Scholl-Schule sei an den Schuldezernenten mit dem Wunsch der Umwandlung in eine Integrierte Gesamtschule herangetreten. Wie in Lauterbach gelte auch dort, dass natürlich zunächst alle Schul- und Kreisgremien zu durchlaufen seien.

Peter Zielinski und Elke Siegfried stellten heraus, dass alle Veränderungen in den zuständigen Gremien der Schulen und danach des Landkreises (Schulkommission, Fachausschuss Schulen des Kreistags und Kreistag) umfassend diskutiert und der Schulentwicklungsplan entsprechend zielgenau angepasst werden müsse. Das Land müsse eine solche Umwandlung genehmigen. Zielinski werde Gespräche mit dem Kultusministerium führen. „Die Konzeptarbeiten haben bereits begonnen“, berichtete Tanja Karina Schwan-Brosig. Dazu zählen so genannte Kooperations-Klassen, die der inneren Ausdifferenzierung dienten und viele neue Fördermöglichkeiten für die unterschiedlichen Schüler böten. „Die Schüler sind nicht gleich. Jeder braucht seine individuelle Chance, seine Fähigkeiten zu entwickeln“, hob die kommissarische Schulleiterin hervor. Dies leiste eine Integrierte Gesamtschule vorbildlich.

Sie begrüßt nicht nur die Unterschriftenaktion, sondern findet die „gesamte Elternarbeit an der Schule ausgesprochen positiv“. Sie spüre in der umfassend neu gestalteten schönen Schule ein sehr hohes Maß an Vertrauen. Die anwesenden Elternvertreter äußerten sich ausgesprochen positiv über die aktuelle Schulentwicklung an der Schule an der Wascherde und das engagierte, kooperative Wirken der Schulleitung. Dieses werde seit Monaten innerhalb der Schulgemeinde und des Schulverbundes wahrgenommen und offen benannt. Sie dankten Frau Schwan-Brosig für ihr positives Wirken.

„Wichtig ist das Miteinander unterschiedlicher Schulen. Es ist gut, wenn die Eltern Alternativen haben“, hob Stefan Wiegand für den Elternbeirat hervor. Man gebe von Seiten der Eltern der Schulleitung gerne einen „Vertrauensvorschuss“, weil man das sinnvolle Angebot wolle und weil die Wascherde „eine faire Chance“ verdiene. Berthold Habermehl, stellvertretender Leiter des Amtes für Schulen und Liegenschaften, beleuchtete einige „Schülerströme“ innerhalb des Kreisgebiets, die durchaus für eine neue Etablierung einer weiteren Integrierten Gesamtschule auch in Lauterbach sprächen. So sei die Integrierte Gesamtschule Schlitzerland „ein Magnet“, der viele Schüler aus dem Fuldaer Raum anziehe. Umgekehrt gebe der Kreis im Westen viele Schüler an die Grünberger IGS ab. Die Erfahrungen aus dem Demografieprojekt „MORO“ (wir berichteten) sprächen eindeutig für eine IGS Wascherde. „Integrierte Systeme sichern den Schulstandort Vogelsberg“, sagte Dezernent Peter Zielinski. +++ fuldainfo