Berlin. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat den neuen Eigentümer der Karstadt-Warenhäuser vor übereilten Entscheidungen und Schließungen von Standorten gewarnt: „Karstadt hat derzeit andere Probleme als zu viele Häuser“, sagte der Verdi-Vertreter im Karstadt-Aufsichtsrat, Arno Peukes, der „Berliner Zeitung“. „Zuallererst muss der neue Eigentümer ein vernünftiges Konzept auf den Tisch legen, wie das Unternehmen künftig entwickelt werden soll.“
Ende vergangener Woche hatte der österreichische Immobilien-Investor Rene Benko die 83 verbliebenen Karstadt-Warenhäuser sowie die restlichen Beteiligungen an den Premiumhäusern (darunter das KaDeWe in Berlin) und an den 28 Sporthäusern übernommen. Die angeschlagene Kette soll innerhalb von zwei Jahren saniert werden. Dabei könnten auch verlustreiche Häuser geschlossen werden. Verdi-Vertreter Peukes sagte weiter, eine übereilte Schließung von Häusern mit all seinen Folgekosten „hilft nicht dem Konzern, hilft nicht dem Eigentümer und ginge erneut zulasten der Beschäftigten“.
Diese hätten schon viele Opfer auch in finanzieller Hinsicht erbracht und müssten dennoch seit Jahren mit immer neuen Spekulationen über die Zukunft ihres Unternehmens leben: „Diesem Zustand der permanenten Verunsicherung müssen die neuen Eigentümer ein Ende bereiten“, sagte Peukes. „Und zwar nicht, indem Häuser und Standorte einer Bereinigung zum Opfer fallen, sondern indem eine Perspektive für alle Standort festgeschrieben wird.“ Der Investitionsbedarf bei Karstadt sei „nicht höher als die Kosten, die durch Schließungen verursacht würden“, sagte er. Am Donnerstag wird der Aufsichtsrat über die Situation nach dem Eigentümer-Wechsel beraten. +++ fuldainfo
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