Der Pimco-Geldpolitikexperte Konstantin Veit hält wegen anhaltender Inflationsrisiken bis zu zwei Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) in diesem Jahr für möglich. Das sagte Veit dem „Handelsblatt“. Insgesamt entspreche das 50 Basispunkten und damit etwas weniger, als derzeit an den Finanzmärkten eingepreist werde.
Veit verwies auf den Krieg im Nahen Osten, gestiegene Inflationserwartungen und eine weiterhin nicht vollständig normalisierte Kerninflation. „Die EZB hat ein Inflationsmandat, kein Wachstumsmandat“, sagte der Portfoliomanager des Anleihehauses Pimco. Vor diesem Hintergrund sei es nachvollziehbar, dass sich die Notenbank mit moderaten Zinserhöhungen beschäftige.
Einen aggressiven Zinserhöhungszyklus wie nach dem Inflationsschub infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine erwartet Veit jedoch nicht. Die Lage unterscheide sich deutlich von 2022: Der Arbeitsmarkt sei schwächer, die Fiskalpolitik weniger expansiv und die Geldpolitik nicht mehr von Negativzinsen und umfangreichen Anleihekäufen geprägt. Ein bis zwei Zinsschritte seien daher vor allem ein Signal des Risikomanagements. +++
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