Rückenwind für Andreas Maraun: Die SPD nominierte den 57-jährigen Juristen auf ihrem Unterbezirksparteitag in Eichenzell-Büchenberg einstimmig zum Kandidaten für die Landratswahl, die zeitgleich mit der Hessischen Landtagswahl am 8. Oktober stattfindet. Maraun zeigte sich angriffslustig und inhaltlich stark aufgestellt.
41 Delegierte kamen am vergangenen Freitag anlässlich der Nominierung ihres Kandidaten für die Landratswahl im Herbst nach Büchenberg bei Eichenzell, sie alle gaben Andreas Maraun ihre einhundert-prozentige Rückendeckung. Damit zieht der Eichenzeller mit der vollen Unterstützung seiner Genossen in den Wahlkampf um das Amt des Landrats des Landkreises Fulda. Die SPD-Unterbezirksvorsitzende, Birgit Kömpel MdB a.D., sagte am Wahlabend über das Wahlergebnis: „Andreas Marauns Herz schlägt für unseren Landkreis, er ist genau der Richtige, ein absoluter Gewinn für alle Menschen in der Region. Andreas wäre ein super Landrat – und wir werden alles dafür tun, dass er es auch wird.“
Diesen Ball nahm der Rechtsanwalt gerne auf und sprach gut 25 Minuten über sich und seine Ziele. Der verwitwete Vater einer 22-jährigen Tochter betonte eingangs seine Sozialisierung: „Ich komme aus einem durch und durch politischen, sozialdemokratischen und antifaschistischen Haushalt.“ Sein Vater – ebenfalls Jurist – war Landrat in Gießen. Seine Mutter wiederum musste sich vor den Nazis verstecken, um zu überleben. „Das hat mich geprägt und wird mich immer leiten“, sagte Maraun.
Der 57-Jährige freute sich über die hohe Zustimmung: „Das Ergebnis verleiht mir weiteren Rückenwind. Es ist eine Chance, aber auch eine Verpflichtung, jetzt erst recht alles reinzuhängen, damit wir im Oktober eine große Überraschung feiern können.“ Maraun sitzt aktuell im Vorstand des SPD-Unterbezirks Fulda und ist Chef des SPD-Ortsvereins Eichenzell, wo er auch Mitglied der Gemeindevertretung sowie stellvertretender Fraktionschef der Sozialdemokraten ist.
Eine besondere Stütze sei für Andreas Maraun sein Glaube, er ist in der evangelischen Kirche in der Landessynode aktiv und Vorsitzender der Kreissynode. „Ich bin bekennender Christ und überzeugt von der Idee der Nächstenliebe“, sagte der Kandidat.
Sein Slogan lautet „Gemeinsam sind wir stark!“. Dazu Maraun: „Nein, ganz so modern und neu klingt das nicht. Aber es ist von grundlegender Bedeutung für unsere Gesellschaft und wird in Zukunft noch wichtiger werden. Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, können wir nur gemeinsam lösen.“ In diesem Zusammenhang kritisierte er seinen Mitbewerber, den amtierenden Landrat Bernd Woide: „Es muss letztlich immer um das Ergebnis gehen. Dabei ist es ganz egal, wer den politischen Antrag eingereicht hat.“
Weitere Themen von Andreas Maraun sind eine umwelt- und klimagerechte Politik mit Unterstützung für die Kommunen („Wir müssen alles daran setzen, damit wir die Wasserkuppe und unsere Rhön erhalten“), eine stärkere Kooperation mit dem örtlichen Energieversorger RhönEnergie („Das ist eine riesige Chance für alle Seiten“), der Landesentwicklungsplan („Für wen sitzen unsere Landtagsabgeordneten eigentlich in Wiesbaden?“), die Stärkung der Gesundheitsversorgung („Wir brauchen ein umfassendes Konzept, um langfristig eine gute Abdeckung zu behalten“), das Klinikum („Wer sich beteiligt, kann auch mitreden“), die Digitalisierung („Glasfaserversorgung ist kein Luxus, sondern eine Basisversorgung – und in unserem Kreis bei Weitem nicht so, wie sie sein soll“) sowie die Entlassungswelle bei Fulda Reifen („Wo waren in den vergangenen Wochen der Landrat und der Oberbürgermeister? Das ist zu wenig, das ist beschämend“).
Dem Landkreis gehe es natürlich nicht schlecht, betont Maraun: „Das zu behaupten, wäre falsch. Aber wir können viel, viel mehr.“ Seine Schlussworte richtete der Landratskandidat angriffslustig direkt an seinen Mitbewerber Bernd Woide: „Ich freue mich auf einen fairen, interessanten Wahlkampf mit vielen Diskussionen. Und ich freue mich darauf, Sie im nächsten Jahr auf den vielen Festen als meinen Amtsvorgänger zu begrüßen.“ +++ pm









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