RKI meldet 35431 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz sinkt auf 265,8

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Freitagmorgen vorläufig 35.431 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 30 Prozent oder 15.537 Fälle weniger als am Freitagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz sank laut RKI-Angaben von gestern 280,3 auf heute 265,8 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 800.100 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 134.200 weniger als vor einer Woche. Außerdem meldete das RKI nun 370 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus. Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 2.480 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 354 Todesfällen pro Tag (Vortag: 364). Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 110.119. Insgesamt wurden bislang 6,96 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.

Hospitalisierungsinzidenz sinkt auf 4,35
Die bundesweite Hospitalisierungsrate für Corona-Infizierte ist kurz vor Weihnachten weiter gesunken. Das RKI meldete am Freitagmorgen zunächst 4,35 Einweisungen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen (Donnerstag ursprünglich: 4,55, Freitag letzter Woche ursprünglich 5,10). Es handelt sich um die jeweils vorläufigen Zahlen, die stets nachträglich noch nach oben korrigiert werden, da manche Einweisungen erst später gemeldet werden. Am höchsten ist die Hospitalisierungsinzidenz laut der vorläufigen Daten in Thüringen (16,55). Dahinter folgen Sachsen-Anhalt (8,94), Mecklenburg-Vorpommern (8,57), Sachsen (8,21), Brandenburg (6,87) und Bremen (6,32). Bei Raten zwischen 3 und 6 liegen Bayern (3,84), Baden-Württemberg (3,76), das Saarland (3,66), Nordrhein-Westfalen (3,54), Hessen (3,43), Schleswig-Holstein (3,40), Berlin (3,17) und Rheinland-Pfalz (3,12). Hamburg (2,48) und Niedersachsen (2,29) befinden sich unter der 3er-Grenze. In der Altersgruppe 0-4 Jahre liegt die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit vorläufig bei 2,02, in der Altersgruppe 5-14 Jahre bei 1,33, in der Altersgruppe 15-34 Jahre bei 1,78, in der Altersgruppe 35-59 Jahre bei 2,64, in der Altersgruppe 60-79 Jahre bei 7,24 und bei den Über-80-Jährigen bei 17,25 Krankenhauseinweisungen mit Covid-19 je Woche und 100.000 Einwohner. Bund und Länder hatten sich darauf verständigt, dass ab einer Hospitalisierungsinzidenz von 3,0 die 2G-Regel flächendeckend gilt. Ab 6,0 kommt 2G-Plus, ab 9,0 sollen weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Gesundheitsämter haben Kontaktnachverfolgung weitgehend aufgegeben

Viele der Gesundheitsämter in Deutschland haben die Kontaktverfolgung und Quarantäneansprache bei Corona-Infizierten eingestellt. "Eine flächendeckende Nachverfolgung findet im Moment fast gar nicht mehr statt", sagte die Bundesvorsitzende der Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Mehrere Länder haben sogar komplett die Suche nach Kontaktpersonen ausgesetzt, zum Beispiel Baden-Württemberg, Berlin und Hamburg." Man gehe dort davon aus, dass sich die Menschen selbst informieren würden, was sie bei einem positiven Testergebnis oder einem Risikokontakt tun müssen. "Die Frage ist, ob alle das tun", so Teichert. "Wegen der vielen positiv getesteten Personen und dem Anstieg der Inzidenzen liegt der Fokus jetzt darauf, erst einmal die zahlreichen Coronafälle zu erfassen und zu melden." Die Lage sei sehr angespannt, weil die Gesundheitsämter schon lange über dem Limit arbeiten würden. Eine Folge sei die sich verschärfende Personalnot: "Seit Beginn der Pandemie beobachte ich neben der Fluktuation auch eine Flucht des Personals aus den Gesundheitsämtern", sagte Teichert. Neben der Arbeitsbelastung liege dies auch an der vergleichsweisen schlechten Bezahlung, so Teichert mit Blick auf die Bezahlung von Ärzten in Krankenhäusern. "Es gibt ein erhebliches Lohngefälle, das die Arbeit im Gesundheitsamt unattraktiv macht." Sie hat daher gefordert, die Gesundheitsämter dauerhaft mit mehr gut bezahltem Fachpersonal auszustatten. Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat vor der fehlenden Kontaktnachverfolgung besonders bei der Omikron-Variante gewarnt. "Sie kann sich rasant ausbreiten, ohne dass dies rechtzeitig bemerkt wird", sagte er dem RND. "Wichtig ist, dass auch die Kontaktpersonen informiert werden und sich testen lassen. Wo das nicht geschieht, können symptomlose Infizierte die Omikron-Variante unbemerkt weitergeben." Dahmen befürchtet: "Wenn wir nicht frühzeitig bemerken, dass die tatsächlichen Fallzahlen steigen, kann die Politik darauf nicht angemessen reagieren."

Bayerns Gesundheitsminister für Rückkehr zur epidemischen Lage

Angesichts der Omikron-Ausbreitung hat sich Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) für eine erneute Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite durch den Bundestag ausgesprochen. "Ich halte es für einen großen Fehler, dass der Bund die epidemische Notlage hat auslaufen lassen", sagte er der "Rheinischen Post". "Falls sich die Befürchtungen der Wissenschaftler in Bezug auf Omikron bewahrheiten, brauchen wir alle Werkzeuge aus unserem Werkzeugkasten", sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz. "Noch mehr Covid-19-Patienten würden unser Gesundheitssystem überlasten. Und wenn wir eins in der Pandemie gelernt haben, dann, dass wir nichts ausschließen dürfen", so Holetschek. Zugleich forderte er, die bisher für 7. Januar angesetzte nächste Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) vorzuziehen. "Ich plädiere im Übrigen dafür, dass sich die MPK schon vor dem 7. Januar trifft, um die Lage erneut zu bewerten. Wir sind in einer volatilen Phase der Pandemie - und das Virus hält sich nicht an Feiertage", so der CSU-Politiker. Er plädierte auch für eine schnelle Einführung der allgemeinen Impfpflicht. Man müsse "adäquat" agieren können. "Dazu gehört auch, die allgemeine Impfpflicht rasch zu beschließen. Wir dürfen uns kein Zögern erlauben", sagte Holetschek. +++


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