Parkplatz-Betrug auf Mallorca: Deutsche fälscht Fuldaer Behindertenausweis

Ein dreister Fall von Urkundenfälschung, bei dem auch ein Stadtstempel aus Fulda eine Rolle spielt, beschäftigt die Polizei auf Mallorca. Eine 36-jährige Deutsche soll monatelang mit einem selbst gefälschten Behinderten-Parkausweis unterwegs gewesen sein. Die blauen Behindertenausweise sind in allen EU-Ländern gültig.

Den Schwindel entdeckte eine Polizei-Streife auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums im Norden von Mallorcas Insel-Hauptstadt Palma. Den Beamten fiel zunächst das Auto auf dem Behinderten-Parkplatz auf und dann schnell der Ausweis hinter der Scheibe. „Die Beamten entdeckten unregelmäßige Ränder und Spuren eines handelsüblichen Druckers“, so die Stadtpolizei von Palma.

Die Polizisten warteten, bis die Fahrerin zurückkehrte. Bei der Überprüfung des Dokuments wurden die Mängel immer offensichtlicher: Vorder- und Rückseite waren auf getrennten Papierblättern ausgedruckt und in einer Kunststoffhülle zusammengefügt worden. Zudem sollten die beiden Seiten von unterschiedlichen deutschen Städten stammen, die Vorderseite aus Fulda. Zudem wurde als Gültigkeitsdauer handschriftlich „unbefristet“ eingetragen.

Zunächst erklärte die Frau, sie habe den Ausweis von ihrem Vater erhalten und nicht gewusst, dass dessen Nutzung unzulässig sei. Nachdem die Beamten sie darauf hingewiesen hatten, dass auch ihr Vater strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten hätte, räumte sie laut Polizei ein, den Ausweis selbst erstellt und ausgedruckt zu haben. Das Dokument wurde sichergestellt.

Die Ermittlungen dauerten einige Wochen. Die Polizei von Palma nahm Kontakt mit den zuständigen deutschen Gemeinden auf, darunter auch der Stadt Fulda. „Beide Behörden erklärten unmissverständlich, dass sie weder Parkausweise mit den festgestellten Merkmalen noch mit unbefristeter Gültigkeit ausstellen“, so ein Polizei-Spreecher. „Außerdem fanden sich weder die angegebenen Personalien noch die Dokumentennummer in ihren Registern.“

Vor wenigen Tagen wurde die auf Mallorca lebende Frau zur Polizeiwache vorgeladen. In Anwesenheit ihres Anwalts schwieg sie jedoch. Die Polizei hat nun die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Der Frau, deren Herkunft aus Deutschland nicht genannt wurde, droht nun eine Anklage wegen Urkundenfälschung. Bereits vergangenen November wurde eine 72-Hährige Spaniern wegen Urkundenfälschung angezeigt. „Sie war in Palma mit einem mutmaßlich gefälschten Parkausweis für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erwischt worden“, so die Polizei im November. Der blaue Behindertenausweis wurde angeblich von der Stadt Düsseldorf ausgestellt und hatte auch einen offiziell aussehenden Stempel – war aber ebenfalls gefälscht. +++ Götz Middeldorf


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