Herausragende Auszeichnung für Hochschule Fulda durch die EU

Foto: Uli Meyer

Die Europäische Kommission hat am 3. Juli 2023 die Förderung der Europäischen Hochschulallianz „Engaged and Entrepreneurial European University as Driver for European Smart and Sustainable Regions“ (E³UDRES²), an der auch die Hochschule Fulda beteiligt ist, bekannt gegeben. Insgesamt wird die Kooperation aus neun Partnerhochschulen in der nunmehr zweiten Förderphase von Oktober 2023 bis 2027 mit 14,4 Millionen Euro unterstützt. Die Hochschule Fulda ist bereits seit Juni 2022 assoziiertes Mitglied der Hochschulallianz, erhielt allerdings bisher keine Fördermittel der EU. Als eine der antragstellenden neun Hochschulen des Netzwerks zählt sie jetzt offiziell zu den Vollmitgliedern des Konsortiums und wird in der nun bewilligten Förderphase zum ersten Mal mit rund 1,6 Millionen Euro gefördert. Finanziert wird die Hochschulallianz E³UDRES² durch das EU-Programm Erasmus+.

„Mit dem positiven Bescheid aus Brüssel gehören wir nun in Europa zu einem exklusiven Kreis an Hochschulen, die Mitglied in einer der insgesamt 50 Europäischen Hochschulallianzen mit Förderung durch die EU sind. Dies ist nicht nur eine große Auszeichnung, sondern bedeutet für die Hochschule Fulda auch einen enormen Impuls für die Internationalisierung“, freut sich Hochschulpräsident Prof. Dr. Karim Khakzar. „Wir zählen damit zu ganz wenigen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Deutschland, die in dem von der Europäischen Kommission ausgeschriebenen Wettbewerb erfolgreich waren. Von dem Netzwerk aus insgesamt neun Hochschulen werden Studierende, Lehrende und Forschende, aber auch die Stadt und die Region zukünftig profitieren“, ist sich Khakzar sicher. „Geplant ist auch die Vernetzung von Unternehmen verschiedener europäischer Regionen. Damit fördern wir in unserer Region zukunftsweisende Innovationen und stärken den Standort Fulda als Innovationsmotor für Osthessen und darüber hinaus.“

E³UDRES² ist eine Allianz von neun europäischen Hochschulen, die in kleinen und mittelgroßen Städten außerhalb der großen Metropolregionen angesiedelt sind. Die Allianz hat zum Ziel, eher ländlich geprägte Regionen zu vernetzen und ihre langfristige Entwicklung zu zukunftsfähigen und nachhaltigen Regionen zu unterstützen. Der inhaltliche Fokus liegt auf vier gemeinsamen Forschungs- und Handlungsfeldern: „Gesundheit, Wohlbefinden und soziale Inklusion“, „Digitale Lösungen und innovative Technologien“, „Resiliente Ökonomie und Innovation“ und „Kreativindustrie für regionale Identität“. Von dem Netzwerk profitieren sollen gleichermaßen Studierende, Wissenschaftlerinnen, lokale Unternehmen und Organisationen sowie Bürgerinnen der Region.

Innerhalb des Förderzeitraums wollen die Kooperationspartner auf fünf strategische Ziele hinarbeiten: (1) Lernende zur Entfaltung ihrer Talente befähigen, (2) die Lücken zwischen Lehre, Forschung, Innovation und Gesellschaft schließen und die Hochschulen der Zukunft gestalten, (3) Förderung von Start-ups und unternehmerischem Denken (4) durch Engagement in regionalen Gemeinschaften zu einer friedlichen und wohlhabenden Gesellschaft beitragen, (5) durch die Entwicklung zu einer Europäischen Hochschule Exzellenz gewährleisten.

Im Bereich der Lehre bedeutet dies beispielsweise, dass gemeinsame innovative Lehrformate auf- und ausgebaut werden sollen, um sie in bestehende Studiengänge zu integrieren. So sollen in sogenannten „I Living Labs“ internationale Gruppen aus Studierenden während mehrerer Wochen Lösungen für Herausforderungen aus dem Alltag regionaler Unternehmen erarbeiten. Darüber hinaus sind weitere hochschulübergreifende Lehrveranstaltungen geplant mit dem Ziel, mittelfristig gemeinsame Studiengänge anzubieten. Im Bereich der Forschung werden neben der Vernetzung von Wissenschaftler*innen in den vier Forschungsfeldern auch gemeinsame Promotionsprogramme angestrebt, in deren Rahmen der Doktortitel erworben werden kann. Die Hochschulallianz ist langfristig angelegt und soll nach Abschluss der Förderphase 2027 verstetigt werden. Das Fernziel der EU ist die Gründung länderübergreifender europäischer Universitäten mit verteilten Standorten.

Schritt für Schritt zur Internationalisierung

Die Hochschulallianz E³UDRES² gibt es bereits seit 2020. Ursprünglich schlossen sich sechs Hochschulpartner zur Allianz zusammen, die den Antrag für die erste Förderphase von 2020 bis 2023 gestellt haben. Letztes Jahr wurden drei weitere Hochschulen in einem kompetitiven Auswahlverfahren zunächst als assoziierte Mitglieder in die Allianz aufgenommen, unter anderem die Hochschule Fulda. Die neun Kooperationspartner haben im Januar gemeinsam die Förderung für die zweite Förderphase von Oktober 2023 bis 2027 beantragt, die nun bewilligt wurde. Kooperationspartner der Europäische Hochschulallianz E³UDRES² sind: Hochschule Fulda – University of Applied Sciences (Deutschland), Hungarian University of Agriculture and Life Sciences (Ungarn), Jamk University of Applied Sciences (Finnland), Politehnica University Timișoara (Rumänien), Polytechnic Institute of Setúbal (Portugal), Saxion University of Applied Sciences (Niederlande), St. Pölten University of Applied Sciences (Österreich), UC Leuven-Limburg University of Applied Sciences (Belgien) und Vidzeme University of Applied Siences (Lettland).  Weitere Partnerschaften, u.a. mit Hochschulen aus der Ukraine, sind bereit. +++ pm


Popup-Fenster