
Der Ortsbeirat Flieden hat sich in seiner ersten Arbeitssitzung nach der Kommunalwahl mit einer Reihe von Themen befasst, die für die künftige Entwicklung des Kernortes von Bedeutung sind. Im Mittelpunkt standen die Infrastruktur, die Belebung des Ortszentrums, die Schaffung von Wohnraum sowie die Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Besonders intensiv diskutierte das Gremium die veränderte Wegeführung an der Fliedetalschule, die nach Angaben des Ortsbeirats in der Bevölkerung auf Kritik stößt.
Nach der Neugestaltung der Außenanlagen der Fliedetalschule ist die direkte Fußgängerverbindung zwischen dem Dorfplatz und der Bahnhofstraße durch einen Zaun unterbrochen worden. Nach Auffassung des Ortsbeirats hat die bisher zentrale innerörtliche Wegeverbindung dadurch deutlich an Attraktivität verloren und wird nur noch selten genutzt. Das Gremium bittet deshalb den Gemeindevorstand, Gespräche mit dem Landkreis Fulda aufzunehmen. Ziel ist eine Anpassung der Zaunanlage, damit entlang der Kreissporthalle ein zwei bis drei Meter breiter Durchgang geschaffen werden kann und die gewohnte Verbindung wieder zur Verfügung steht.
Mit Sorge blickt der Ortsbeirat zugleich auf die bevorstehende Schließung des tegut-Marktes im Ortskern. Um einem weiteren Leerstand entgegenzuwirken und die Attraktivität der Ortsmitte zu erhalten, soll der Gemeindevorstand prüfen, ob in dem Gebäude oder auf anderen leerstehenden Einzelhandelsflächen sogenannte Pop-up-Stores eingerichtet werden können. In die Überlegungen soll auch das Wirtschafts- und Interessenforum Königreich Flieden (WIFO) als örtlicher Gewerbeverein eingebunden werden. Nach Angaben des Ortsbeirats haben bereits mehrere Betriebe aus dem Königreich Flieden grundsätzliches Interesse an einer gemeinschaftlichen Verkaufsfläche signalisiert.
Auch die Wohnbauentwicklung nahm in den Beratungen breiten Raum ein. Der Ortsbeirat begrüßt die geplante Entwicklung des Baugebiets „Michelsfeld II“, in dem bis etwa 2030 zwischen 60 und 65 Bauplätze entstehen sollen. Ebenfalls unterstützt wird eine Wohnbebauung auf dem ehemaligen Mehler-Gelände an der Straße „Höllrain“. Gleichzeitig fordert das Gremium eine frühzeitige und vorausschauende Verkehrsplanung. Für das Baugebiet Michelsfeld II spricht sich der Ortsbeirat für eine zweite Erschließung über die Kreisstraße 84 beziehungsweise die Magdloser Straße aus, um das bestehende Wohngebiet Michelsfeld nicht unverhältnismäßig mit zusätzlichem Verkehr zu belasten. Für das ehemalige Mehler-Gelände sollen sämtliche Möglichkeiten der Erschließung, unter anderem über die Park-and-Ride-Anlage zur Bahnhofstraße, geprüft werden. Darüber hinaus fordert der Ortsbeirat, den artenreichen Talbereich am Michelsfeld zu schützen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung war die Gesundheitsversorgung. Nach Angaben des Gemeindevorstands soll das seit Anfang des Jahres bestehende Provisorium an der TV-Halle durch eine dauerhaft eingerichtete und rund um die Uhr besetzte DRK-Rettungswache ersetzt werden. Die Zufahrt ist über die Königreichallee vorgesehen. Die Mitgliederversammlung des TV Flieden hat einem Grundstücksverkauf nach Angaben des Gemeindevorstands bereits grundsätzlich zugestimmt, sodass nun die Verhandlungen aufgenommen werden können.
Mit Blick auf den Haushaltsplan 2027 hat der Ortsbeirat außerdem mehrere Maßnahmen angeregt. Vorgeschlagen werden der Ausbau des Fußwegs vom Paddelteich zu den Tennisplätzen, die Aufwertung des Rastplatzes am Entenborn sowie der historischen Wasserschöpfstelle an der Bornmühle. An der Feuerstelle am Galgenberg sollen Holzplanken auf den Begrenzungssteinen die Sitzmöglichkeiten verbessern. Zusätzlich regt das Gremium die Aufstellung von Relax-Liegen an, um den Bereich als Aufenthaltsort attraktiver zu gestalten.
Einstimmig sprach sich der Ortsbeirat zudem für die Verlegung weiterer Stolpersteine in Flieden aus. Der Ortsvorsteher wurde beauftragt, geeignete Namen und Standorte zu recherchieren. Ziel ist es, das Andenken an die deportierten und ermordeten jüdischen Mitbürger dauerhaft zu bewahren und die Erinnerungskultur im Ort weiterzuentwickeln. +++
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Mit großer Freude habe ich den Bericht über die Sitzung des Ortsbeirats Flieden gelesen. Besonders begrüße ich den einstimmigen Beschluss, weitere Stolpersteine zur Erinnerung an die von den Nationalsozialisten verfolgten und ermordeten ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu verlegen.
Stolpersteine sind ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen und erinnern uns daran, Verantwortung für Demokratie, Menschlichkeit und Toleranz zu übernehmen. Es ist erfreulich, dass dieses wichtige Gedenkprojekt in Flieden fortgeführt wird.
Allen Beteiligten, die sich für dieses Vorhaben einsetzen, gilt mein herzlicher Dank. Dieses Engagement ist ein wertvoller Beitrag für unsere Erinnerungskultur und für kommende Generationen.