Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, die Beratung und Verabschiedung des Heizungsgesetzes zu verschieben, hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) angekündigt, die Umsetzung des Gesetzes bereits im Vorfeld vorzubereiten. "Ich habe höchsten Respekt vor der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts", sagte Habeck. "Damit sich die Opposition noch Beratungszeit nehmen kann, haben die regierungstragenden Fraktion entschieden, das Gesetz direkt nach der Sommerpause aufzusetzen.
Und sie haben gemeinsam deutlich gemacht, dass das Gesetz in der aktuellen Form zwischen den Fraktionen geeint ist und so für die zweite und dritte Lesung aufgesetzt wird." Er halte dies für ein gutes Vorgehen, sagte der Grünen-Politiker, der zuletzt noch für eine Abstimmung vor der Sommerpause geworben hatte. "Ausreichende Beteiligungsrechte der Abgeordneten werden in Umsetzung der Entscheidung aus Karlsruhe gewährleistet. Zugleich bringt es die nötige inhaltliche Klarheit, so dass wir über den Sommer weiter die Implementierung des Gesetzes vorbereiten können", so Habeck. Das sei für die Bürger und auch für die wirtschaftlichen Akteure wichtig, "damit sie sich auf die Wärmewende einstellen können und Klarheit haben".
Ampel verzichtet auf Sondersitzung des Bundestags zum GEG
Nachdem das Bundesverfassungsgericht den Beschluss des Heizungsgesetzes in dieser Woche verhindert hat, verzichtet die Ampelkoalition auf die Einberufung einer Sondersitzung des Bundestags in der Sommerpause. Man werde für die nächste reguläre Sitzungswoche Anfang September beantragen, die zweite und dritte Lesung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) auf die Tagesordnung zu setzen, teilten die Fraktionschefs von SPD, Grünen und FDP am Donnerstag mit. Die Koalitionsfraktionen hätten gemeinsam vereinbart, dass man dem Bericht und der Beschlussempfehlung des Ausschusses für Klimaschutz und Energie in der in dieser Woche beschlossenen Form zustimmen werde. Das Bundesverfassungsgericht hatte dem Bundestag am Mittwoch in einer Eilentscheidung untersagt, die zweite und abschließende dritte Lesung des GEG am Freitag durchzuführen. Geklagt hatte zuvor der CDU-Abgeordnete Thomas Heilmann, der sich durch das beschleunigte Gesetzgebungsverfahren für das Heizungsgesetz in seinen Rechten als Mitglied des Bundestages verletzt sah.
CDU-Generalsekretär sieht Ampel in starken Turbulenzen
Nach der Karlsruher Entscheidung zum Heizungsgesetz sieht CDU-Generalsekretär Mario Czaja die Ampel-Koalition in starken Turbulenzen. "Das Tischtuch zwischen den Koalitionsfraktionen ist schwer angerissen", sagte er der "Rheinischen Post". Scharfe Kritik übte Czaja dabei an den Liberalen: Die FDP feiere sich selbst dafür, dass das Gesetz jetzt nicht beraten werde, dabei habe die Partei "bis zur letzten Minute" an dem Vorhaben mitgewirkt. "Das zeigt die Verlogenheit der FDP in der ganzen Debatte." Der CDU-Generalsekretär ergänzte, dass es sich zeige, dass die Ampel politisch nicht geführt werde. "Die Verantwortung dafür liegt im Kanzleramt bei Olaf Scholz." Zugleich fügte der Generalsekretär hinzu, dass die Koalition das Gesetz jetzt "auch aus inhaltlichen Erwägungen" zurückziehen müsse. Czaja warb in diesem Zusammenhang für einen "Konsens der politischen Parteien".
Stadtwerke-Verband begrüßt BVergG-Urteil zum Heizungsgesetz
Der Stadtwerke-Verband VKU hat die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Gebäudeenergiegesetz (GEG) begrüßt. "Das Bundesverfassungsgericht hat die Parlamentsrechte gestärkt", sagte VKU-Chef Ingbert Liebing der "Rheinischen Post". "Das wird der Deutsche Bundestag sicherlich in neue Regeln umsetzen. Das ist die Gelegenheit, auch die Beteiligungsrechte von Verbänden zu stärken, die sich in der letzten Zeit auf ein nicht mehr hinnehmbares Maß verkürzt haben", so Liebing. "Was in Krisenzeiten nachvollziehbar ist, darf aber nicht zum Regelfall werden." Teilweise seien die Verbändebeteiligungen eher auf Stunden oder wenige Tage gestutzt worden. "Die Vorbereitungszeit für die Anhörung war auch für eingeladene Experten unvertretbar knapp." Für das Heizungsgesetz erwartet Liebing aber keine großen inhaltlichen Änderungen. "Mit der Absage an eine schnelle Sondersitzung geht das GEG in die Verlängerung bis in den September. Zugleich hat die Koalition die Ausschussbeschlussfassung bestätigt und damit deutlich gemacht, dass sie nicht in neue inhaltliche Beratungen einsteigen will", so der VKU-Chef. "Damit ist zu erwarten, dass es im Herbst nach der Verabschiedung des GEG in der vorliegenden Form auch ein erstes Reparaturgesetz im Zusammenhang mit der Beschlussfassung des Wärmeplanungsgesetzes geben wird." +++







and then