Wassernotstand in Fulda: SPD will wissen, wer wie viel Wasser verbraucht

Wulff spd
Vorsitzender der SPD-Fraktion, Jonathan Wulff

Nach der Aufhebung des Wassernotstands in Fulda ist die Debatte über den Umgang mit der knappen Ressource Wasser keineswegs beendet. Im Gegenteil: Die SPD-Stadtverordnetenfraktion will genauer wissen, wie sich der Wasserverbrauch während der angespannten Versorgungslage verteilt hat und welche Lehren die Stadt aus den vergangenen Wochen zieht. Für die kommende Stadtverordnetenversammlung hat die Fraktion deshalb eine entsprechende Anfrage eingebracht.

Im Mittelpunkt steht dabei eine Frage, die in Zeiten angespannter Wasserversorgung schnell an politischer Bedeutung gewinnt: Wer verbraucht eigentlich wie viel? Die SPD möchte unter anderem erfahren, wie hoch der tägliche Wasserverbrauch der fünf größten industriellen Verbraucher in Fulda während des Wassernotstands war und welchen Anteil diese Unternehmen an der gesamten Wasserentnahme aus dem öffentlichen Versorgungsnetz hatten.

Damit richtet sich der Blick über den privaten Wasserverbrauch hinaus auf die großen Abnehmer. Denn wenn eine Stadt ihre Bürgerinnen und Bürger in einer angespannten Versorgungslage zu einem sparsamen Umgang mit Wasser auffordert, stellt sich zwangsläufig auch die Frage nach der Verteilung des Verbrauchs. Eine belastbare politische Diskussion kann aus Sicht der SPD nur auf Grundlage konkreter Zahlen geführt werden.

„Der Wassernotstand betrifft viele Menschen unmittelbar. Für die weitere Diskussion brauchen wir deshalb ein vollständiges Bild des Wasserverbrauchs in unserer Stadt. Dazu gehört auch die Frage, welche Mengen große industrielle Verbraucher benötigen und welchen Anteil sie am Gesamtverbrauch haben“, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Jonathan Wulff.

Die Anfrage beschränkt sich allerdings nicht auf die Verbrauchszahlen. Die SPD will auch wissen, wie die Stadt die während des Wassernotstands geltenden Einschränkungen kontrolliert hat. Konkret geht es dabei unter anderem um die Vorgaben für Fahrzeugwaschanlagen. Damit wird auch die Frage berührt, wie konsequent beschlossene Einschränkungen tatsächlich umgesetzt und überwacht werden.

Hinter der Anfrage steht zugleich eine grundsätzliche Frage der kommunalen Vorsorge. Die Aufhebung des Wassernotstands markiert zwar das Ende der akuten Einschränkungen, sie beantwortet jedoch nicht automatisch die Frage, wie Fulda mit künftigen Trockenperioden umgehen will. Die Erfahrungen dieses Sommers könnten deshalb zum Prüfstein für die Wasserpolitik der kommenden Jahre werden.

Für die SPD geht es entsprechend nicht allein um eine nachträgliche Bilanz. Die Fraktion will aus der aktuellen Situation Erkenntnisse für kommende Krisen gewinnen und wissen, welche Maßnahmen sich während des Wassernotstands bewährt haben, wo Probleme entstanden sind und an welchen Stellen die Stadt noch nachsteuern muss.

„Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass längere Trockenperioden auch in Zukunft auftreten können. Deshalb wollen wir wissen, welche Erkenntnisse die Stadt aus dem aktuellen Wassernotstand zieht und welche Möglichkeiten sie für einen langfristig verantwortungsvollen Umgang mit unseren Wasserressourcen sieht“, sagte Wulff.

Damit verschiebt sich der Blick von der akuten Krise auf die langfristige Frage der Versorgungssicherheit. Wasser ist in Fulda bislang eine Selbstverständlichkeit gewesen – solange es ausreichend vorhanden war. Der Wassernotstand hat diese Selbstverständlichkeit zumindest vorübergehend infrage gestellt. Die nun von der SPD verlangten Zahlen könnten deshalb mehr sein als eine kommunalpolitische Bestandsaufnahme: Sie können zeigen, wie die Stadt ihren Wasserverbrauch tatsächlich verteilt und welche Konsequenzen daraus für eine künftige Versorgungspolitik gezogen werden müssen.

Die entscheidende Frage wird am Ende nicht allein lauten, wie viel Wasser Fulda verbraucht. Es wird auch darum gehen, ob die Stadt für Zeiten knapper Ressourcen ein nachvollziehbares, transparentes und dauerhaft tragfähiges Konzept besitzt. Genau diese Debatte will die SPD mit ihrer Anfrage nun anstoßen. +++


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