Kressenbach hat ein neues Wahrzeichen für seine jüngsten Bewohner bekommen: Das Piratenschiff „MS Kressemich“ ist von der Schlüchterner Innenstadt in den Stadtteil gesegelt und hat auf dem Spielplatz „Zum Buchwasser“ dauerhaft Anker geworfen. Bei der offiziellen Einweihung versammelten sich zahlreiche kleine und große Gäste, um die neue Attraktion unmittelbar am Sportplatz in Augenschein zu nehmen und gemeinsam zu feiern.
Die Geschichte des Schiffes beginnt allerdings nicht in Kressenbach. Ursprünglich stand das Spielgerät im Außenbereich des Schlüchterner Freibades. Dort hatte es über Jahre hinweg Kinder zum Spielen eingeladen. Mit der umfassenden Sanierung und Neugestaltung des Freibades wird nun auch dessen Außenbereich neu angelegt. Für die Dorfgemeinschaft in Kressenbach ergab sich daraus eine Gelegenheit, die genau zu einem Wunsch passte, den die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils bereits zuvor geäußert hatten. Auf dem örtlichen Spielplatz sollte ein Spielgerät mit einem Sandbereich entstehen, das den Bereich direkt am Sportplatz attraktiver macht und den Kindern zusätzliche Möglichkeiten zum Spielen bietet.
Die Idee, das vorhandene Piratenschiff nach Kressenbach zu versetzen, war damit schnell geboren. Denn trotz seines bisherigen Einsatzes war die Grundsubstanz des Spielgerätes noch bestens erhalten. Ein kompletter Neubau war deshalb nicht erforderlich. Notwendig waren lediglich der Austausch der Böden und einiger Anbauteile, bevor das Schiff seine neue Reise antreten konnte.
Für die eigentliche Versetzung wurde schließlich eine Fachfirma beauftragt. In Kressenbach musste der neue Standort entsprechend vorbereitet werden. Rund um das Schiff entstand ein neuer Fallschutzbereich, außerdem wurde ein Sandaufzug angebaut, der das Spielangebot für die Kinder erweitert. Auch an die Erwachsenen und an das gesellige Leben im Stadtteil wurde gedacht: Neue Sitzgelegenheiten wurden angeschafft, die bei künftigen Feierlichkeiten genutzt werden können.
Wie groß die Vorfreude auf das neue Spielgerät gewesen war, zeigte sich bei der Einweihung. Kinder standen rund um das Piratenschiff, während auch zahlreiche Erwachsene die Gelegenheit nutzten, das Ergebnis des gemeinsamen Projektes zu betrachten. Aus dem ehemaligen Spielgerät im Freibad war inzwischen ein neues Stück Kressenbach geworden. Und bevor die ersten Abenteuer an Bord beginnen konnten, bekam das Schiff auch noch seinen endgültigen Namen.
Bürgermeister Matthias Möller sorgte dabei für einen spritzigen Moment. Mit einer Sektfontäne in Richtung des Spielgeräts wurde die Einweihung auf besondere Weise begangen. Anschließend taufte die Runde das Piratenschiff auf den Namen „MS Kressemich“. Der Name passte zum Anlass und machte zugleich deutlich, dass das Schiff nun nicht mehr nur irgendein Spielgerät ist, sondern einen festen Platz im Dorfleben gefunden hat.
Ortsvorsteher Holger Gärtner sprach von einem „fröhlichen Tag“ und einem „sehr gelungenen Projekt“. Für die Dorfgemeinschaft sei die neue Attraktion eine Bereicherung des Spielplatzes und damit des gesamten Umfeldes am Sportplatz. Bürgermeister Möller bezeichnete Kressenbach als „wunderschön“ und befand, der Stadtteil werde mit der neuen Attraktion noch ein bisschen liebenswerter.
Sein Dank galt den Aktiven aus dem Ort, Thomas Müller von der Stadtverwaltung sowie dem Bauhof, die an der Umsetzung des Projektes mitgewirkt hatten. Gerade bei solchen Vorhaben komme es darauf an, dass Verwaltung, Bauhof und Bürgerschaft gemeinsam anpackten. Möller verband die Einweihung deshalb auch mit einem Appell an die Kressenbacher und den Ortsbeirat, sich weiterhin tatkräftig einzubringen und die Entwicklung des Stadtteils mitzugestalten.
Schon bald soll dabei ein deutlich größerer Rahmen in den Blick genommen werden. Für die Stadt Schlüchtern und alle Stadtteile soll demnächst ein neues Freiflächen- und Spielkonzept entwickelt werden. Dabei werde es nach den Worten des Bürgermeisters auch darum gehen, angesichts des Klimawandels andere Strategien zu entwickeln. Möglichst viele Menschen sollten sich an diesem Prozess beteiligen und ihre Ideen einbringen. Was auf dem Spielplatz in Kressenbach im Kleinen sichtbar wird, soll damit auch Teil einer größeren Betrachtung der öffentlichen Freiflächen und Spielmöglichkeiten in Schlüchtern und seinen Stadtteilen werden.
Möller betonte zugleich, wie wichtig Investitionen in die nachfolgenden Generationen seien. Die Stadt Schlüchtern stelle regelmäßig jedes Jahr erhebliche Mittel für die Unterhaltung ihrer Spielplätze bereit. Das Geld fließe dabei nicht nur in neue Spielgeräte, sondern auch in deren Erhalt und damit in die dauerhafte Nutzbarkeit der Anlagen.
Ganz billig war die Reise der „MS Kressemich“ nach Kressenbach allerdings nicht. Die Versetzung des Piratenschiffes kostete rund 28.000 Euro. Für Möller ist diese Ausgabe dennoch gut angelegt. „Das Spielschiff kann so aber sicherlich noch viele Jahre sinnvoll genutzt werden“, sagte der Bürgermeister zum Abschluss seiner Rede.
Für die Dorfgemeinschaft war die Einweihung ohnehin mehr als die Übergabe eines neuen Spielgerätes. Für den Festtag hatten die Kressenbacher Essen und Getränke organisiert, der Grill wurde angeheizt und später Kaffee und Kuchen gereicht. Während die Erwachsenen miteinander ins Gespräch kamen, konnte das neue Schiff bereits seine eigentliche Bestimmung erfüllen. Die „MS Kressemich“ war angekommen – und für die Kinder in Kressenbach begann damit eine neue Reise, die nicht mehr auf dem Wasser, sondern auf dem Spielplatz stattfindet. +++
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