Hitzewelle: Messungen zeigen deutliche Temperaturunterschiede zwischen Grünflächen und versiegelten Bereichen

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Grünflächen leisten auch in stark aufgeheizten Städten einen messbaren Beitrag zur Abkühlung. Zu diesem Ergebnis kommt das Klimateam des Main-Kinzig-Kreises nach der Auswertung der Hitzewelle Ende Juni. Analysen von Satellitendaten, Wetterstationen und Fahrrad-Sensorik zeigen übereinstimmend, dass sich versiegelte Flächen besonders stark aufheizen, während Parks, Wälder und andere begrünte Bereiche deutlich niedrigere Temperaturen aufweisen. Besonders betroffen sind Standorte mit sensiblen Einrichtungen wie Pflegeeinrichtungen, Kliniken und Schulen. Sie befinden sich vielfach in lokalen Hitze-Hotspots und erreichen Temperaturen von bis zu zehn Grad Celsius über dem jeweiligen Ortsdurchschnitt.

Die vom Klimaanpassungsmanager Karl Schrass aus dem Klimateam des Amtes für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum erhobenen, ausgewerteten und aufbereiteten Daten sind auf der Internetseite des Main-Kinzig-Kreises im Bereich „Hitzeschutz“ veröffentlicht. Die Untersuchung befasst sich mit der Hitzewelle Ende Juni sowie deren Entwicklung und Auswirkungen. Das Ergebnis zeigt, dass versiegelte Flächen im Durchschnitt 5,5 Grad Celsius heißer waren als Waldflächen. Bei den Oberflächentemperaturen reichten die Messwerte von rund 25 Grad im Wald bis auf über 44 Grad auf einzelnen Dächern. „Am Beispiel von Gelnhausen zeigt sich: die dichte, versiegelte Altstadt war am heißesten, die Müllerwiese mitten im Ort deutlich kühler. Man muss nicht aufs Land fahren, um Abkühlung zu finden – selbst innerörtliche Parks und Grünflächen bieten messbare Kühlung“, erklärt Karl Schrass.

„Fest steht: Die Hitzebelastung in den vergangenen Wochen ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern stellt für uns alle eine langfristige Herausforderung dar“, sagt Umweltdezernent und Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann. Um Kommunen an die veränderten Bedingungen anzupassen, sei es notwendig, zunächst ein Lagebild zu erstellen, um besonders von Hitze betroffene Orte zu identifizieren und darauf aufbauend geeignete Planungen einzuleiten. Hofmann dankte dem Klimateam, das trotz der hohen Temperaturen vor Ort Messungen durchgeführt habe.

Zum Schutz der Bevölkerung vor den Folgen extremer Hitze verfolgt der Main-Kinzig-Kreis zwei eng miteinander verzahnte Strategien. Der Hitzeaktionsplan stellt den Gesundheitsschutz in den Mittelpunkt, während das Klimaanpassungskonzept Hinweise für Bürgerinnen und Bürger sowie für die Kommunen zu baulichen und räumlichen Voraussetzungen für kühlere und klimaangepasste Städte und Gemeinden gibt.

Der Hitzeaktionsplan umfasst unter anderem Warn- und Informationsketten bei Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes, Hitzeschutzkonzepte für Pflegeeinrichtungen, gezielte Informationsangebote für ältere Menschen wie das Hitzetelefon des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr sowie Bildungsangebote für Kinder in Schulen und Kindertagesstätten. Darüber hinaus sind Unterstützungsangebote für wohnungslose Menschen sowie Schulungen für Gesundheits- und Einsatzkräfte zum Umgang mit Hitzeereignissen vorgesehen.

Das Klimaanpassungskonzept sieht unter anderem den Ausbau von Trinkwasserangeboten im öffentlichen Raum, den Erhalt und die Schaffung kühler Aufenthaltsorte, klimaangepasste Sanierungen sozialer Einrichtungen sowie den Schutz kritischer Infrastruktur vor den Folgen von Hitze, Starkregen und Hochwasser vor. Die Umsetzung des Hitzeaktionsplans ist als fester Bestandteil im Klimaanpassungskonzept verankert. Welche Maßnahmen in den einzelnen Kommunen umgesetzt werden, um die Belastungen vor Ort zu verringern, liegt nach Angaben des Main-Kinzig-Kreises in der Verantwortung der Städte und Gemeinden, da sich die Anforderungen je nach örtlichen Gegebenheiten unterscheiden. +++


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