Kabinett auf dem Hessentag: Landesregierung beschließt Investitionen für Fulda sowie Ausbau von Heimatförderung und Erinnerungskultur

Die Hessische Landesregierung hat bei ihrer traditionellen Kabinettsitzung auf dem Hessentag in Fulda mehrere Beschlüsse zu Infrastruktur, Heimatförderung und Erinnerungskultur gefasst. Im Mittelpunkt stehen Investitionen in die Verkehrsanbindung der Region, eine stärkere Unterstützung des ländlichen Raums sowie der Ausbau der hessischen Gedenk- und Erinnerungslandschaft. Die Pläne stellten Ministerpräsident Boris Rhein, Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori und Heimatminister Ingmar Jung nach der Sitzung vor.

Nach den Beschlüssen soll insbesondere die Infrastruktur in und um Fulda weiter gestärkt werden. Geplant sind Investitionen in Schienen- und Straßenverkehr sowie in den barrierefreien Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Darüber hinaus unterstützt das Land städtebauliche und soziale Projekte zur Entwicklung von Zentren und Quartieren, fördert die energetische Modernisierung öffentlicher Einrichtungen und stellt Mittel für Wohn- und Bildungsprojekte bereit.

Ministerpräsident Boris Rhein bezeichnete den Hessentag als Motor für die Entwicklung des Landes. „Nicht nur die Hessentagstadt und die Region, sondern ganz Hessen profitiert von unserem Landesfest. Der Hessentag ist eine Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit unserer Städte. Die auswärtige Kabinettsitzung ist eine gute Tradition auf dem Hessentag. Dank des Hessentags wird in einem Jahr angestoßen, was sonst mancherorts in 20 Jahren kaum realisiert werden kann“, sagte Rhein. Mit den aktuellen Beschlüssen wolle die Landesregierung wirtschaftliche Stärke und Lebensqualität sichern, Heimat und Identität fördern sowie die Erinnerungskultur weiter ausbauen.

Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori hob die Bedeutung Fuldas als Verkehrsknotenpunkt in Osthessen hervor. „Fulda ist zentraler Knotenpunkt für Verkehr und Wirtschaft in Osthessen – das spürt man nicht nur zum Hessentag. Damit das so bleibt, investieren wir: in bessere Verbindungen, in einen barrierefreien Bahnhof, in eine lebendige, starke Innenstadt und in energieeffiziente öffentliche Gebäude“, erklärte Mansoori. Ziel sei eine Infrastruktur, die den Alltag der Menschen verbessere und langfristig den Anforderungen der Region gerecht werde.

Ein weiterer Schwerpunkt der Kabinettsbeschlüsse ist die Förderung von Heimat und regionaler Identität. Die finanzielle Unterstützung von Vereinen der Brauchtumspflege soll ausgebaut werden. Künftig will das Land dafür mindestens eine Million Euro pro Jahr bereitstellen. Zudem werden die Kampagne „Heimat wird gemacht“ und der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ fortgesetzt. Auch die Dorf- und Regionalentwicklung soll erweitert werden. Derzeit unterstützt das Land 85 Kommunen mit insgesamt 614 Ortsteilen jährlich mit rund 33 Millionen Euro. Darüber hinaus sollen neue Projekte zum Erhalt von Dialekten und Mundarten entstehen. Der Mundartpreis soll ebenfalls weiterhin vergeben werden. Auf europäischer Ebene setzt sich die Landesregierung für die Weiterentwicklung der LEADER-Förderung zur Stärkung ländlicher Räume ein.

Heimatminister Ingmar Jung betonte die Bedeutung von Traditionen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Beim Hessentag wird in besonderer Weise deutlich, wie wertvoll der Erhalt und die Weiterentwicklung von hessischen Traditionen und Bräuchen ist. Sie wirken als verbindendes Element unserer Gesellschaft und stärken damit auch unsere Demokratie. Menschen haben ein grundlegendes Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Heimat. Unzählige Hessinnen und Hessen erfüllen diese Heimat mit Leben, durch ihr ehrenamtliches Engagement in unseren Dörfern und Städten“, sagte Jung.

Mit dem neuen Förderangebot „Hessen schmecken“ will die Landesregierung außerdem die Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung regionaler Lebensmittel stärken. Nach den Worten von Jung sollen dadurch regionale Wertschöpfungsketten gefördert, die Ernährungssicherheit verbessert und zugleich ein Beitrag zur hessischen Identität geleistet werden.

Auch die Gedenk- und Erinnerungslandschaft in Hessen soll weiter ausgebaut werden. Das Kabinett beschloss, die Gedenkstätten Point Alpha und Schifflersgrund weiterhin zu unterstützen, damit sie ihre Erinnerungs- und Bildungsarbeit fortsetzen können. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit zwischen Gedenkstätten, Schulen, Hochschulen, zivilgesellschaftlichen Initiativen sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen intensiviert werden. Point Alpha soll als Erinnerungsort an die deutsche Teilung künftig noch stärker als Lern- und Begegnungsstätte für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte entwickelt und weiterhin eng mit dem Grünen Band Hessen als Erinnerungslandschaft verknüpft werden. +++


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