Der Deutsche Journalistenverband Hessen (DJV Hessen) verleiht die diesjährige Auszeichnung „Feder für die Pressefreiheit“ an die philippinische Journalistin Frenchie Mae Cumpio. Wie der Verband mitteilte, wurde die 27-Jährige am 22. Januar 2026 wegen angeblicher „Terrorfinanzierung“ schuldig gesprochen. Ihr droht eine Haftstrafe von bis zu 18 Jahren. Bereits seit 2020 sitzt die Journalistin in Haft.
Cumpio hatte zuvor regelmäßig über mutmaßliche Übergriffe sowie Menschenrechtsverletzungen durch Polizei und Militär in ihrer Heimatregion berichtet. Der DJV Hessen sieht in dem Verfahren einen Angriff auf die Pressefreiheit.
„Frenchie Mae Cumpio steht stellvertretend für viele mutige Journalistinnen, die unter enormem Druck arbeiten“, erklärte Fernsehmoderator und Pate der Aktion, Ingo Zamperoni. Ihre Inhaftierung zeige, wie fragil Pressefreiheit sein könne, wenn staatliche Macht missbraucht werde. „Wir dürfen nicht schweigen, wenn unabhängiger Journalismus kriminalisiert wird“, betonte Zamperoni und forderte die sofortige Freilassung der Journalistin.
Auch der DJV Hessen äußerte scharfe Kritik an dem Verfahren. Der 1. Vorsitzende Knud Zilian sprach von einem „klaren Angriff auf die Pressefreiheit“. Der Prozess habe das Ziel, kritische Journalistinnen und Journalisten an objektiver Berichterstattung zu hindern und zugleich ein abschreckendes Signal an die Medien auf den Philippinen zu senden.
Die Auszeichnung „Feder für die Pressefreiheit“ wird jährlich anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit am 3. Mai verliehen. Geehrt werden Journalistinnen und Journalisten, die wegen ihrer beruflichen Tätigkeit verfolgt oder inhaftiert wurden. Die Initiative geht auf Vorstandsmitglied Dr. Gabriela Blumschein zurück. Gemeinsam mit Ingo Zamperoni überreicht sie symbolisch einen gravierten Füllfederhalter der Marke Montblanc als Zeichen der Solidarität.
Blumschein erklärte, der Fall Cumpio zeige, wie kritische Stimmen systematisch eingeschüchtert würden. „Wer jedoch unabhängige Berichterstattung als Bedrohung behandelt, greift das Fundament jeder demokratischen Gesellschaft an“, sagte sie. +++

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