Die zweite Sitzung der Eichenzeller Gemeindevertretung in der neuen Wahlperiode hat am Donnerstagabend mehrere richtungsweisende Entscheidungen hervorgebracht. Im Mittelpunkt standen die feierliche Amtseinführung von Bürgermeister Johannes Rothmund für eine zweite Amtszeit, kontroverse Diskussionen um die Würdigung langjähriger Kommunalpolitiker sowie Beschlüsse zu Gesundheitsversorgung, Verkehrssicherheit und kommunalen Investitionen.
Besonderer Höhepunkt der Sitzung war die offizielle Vereidigung von Johannes Rothmund, der bereits im Dezember von den Bürgerinnen und Bürgern für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt worden war. Mit seiner Einführung beginnt nun offiziell die zweite Amtszeit des Bürgermeisters, der die Gemeinde weiterhin führen wird.
Für Diskussionen sorgte die Verleihung von Ehrenbezeichnungen an langjährige Mandatsträger. Nach der Hauptsatzung der Gemeinde können Personen geehrt werden, die über mindestens 20 Jahre hinweg ein kommunales Mandat oder Amt ausgeübt haben. Während entsprechende Ehrungen in der Vergangenheit meist ohne Aussprache beschlossen wurden, entwickelte sich diesmal eine Debatte um die Auszeichnung des früheren Beigeordneten Peter Happ, der auf 37 Jahre kommunalpolitisches Engagement zurückblicken kann. Der Antrag erhielt schließlich mit knapper Mehrheit die notwendige Zustimmung. Neben Peter Happ wurden auch Thomas Lang und Gerhard Dehler zu Ehrenbeigeordneten ernannt. Die Ehrenbezeichnung als Gemeindevertreter erhielten Peter Seufert, Stefan Wassermann und Rüdiger Maluck. Zudem wurden Walter Liebert und Thomas Hofmann als Ehrenmitglieder des Ortsbeirats ausgezeichnet.
Einstimmig verabschiedete die Gemeindevertretung einen Antrag zur Entwicklung eines Konzepts für ein „Zentrum für Medizin, Pflege und Familie“. Ziel ist es, die medizinische Versorgung sowie familienbezogene Angebote langfristig zu stärken. Bürgermeister Rothmund verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der niedergelassenen Ärzteschaft in Eichenzell und sprach sich für deren enge Einbindung in die Planungen aus. Gleichzeitig verwies er auf die neuen Räumlichkeiten für die Kindertagespflege im Ortsteil Kerzell.
Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde ein Vorstoß zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in der Gersfelder Straße. Dabei wurde insbesondere auf die Bedürfnisse von Fußgängern und mobilitätseingeschränkten Menschen verwiesen. Zugleich machte der Bürgermeister deutlich, dass Entscheidungen über Tempo-30-Regelungen oder die Einrichtung von Fußgängerüberwegen an dieser Stelle nicht allein durch die Gemeinde getroffen werden können. Die Zuständigkeit liege bei Hessen Mobil beziehungsweise dem Landkreis Fulda.
Keine Zustimmung erhielt dagegen ein Vorschlag, im Zuge laufender Baumaßnahmen vorsorglich Leerrohre entlang der Talbrücke Welkers zu verlegen. Die Infrastruktur sollte potenziellen Investoren im Bereich erneuerbarer Energien künftig Anschlussmöglichkeiten an das Umspannwerk Welkers eröffnen. Die Gemeindevertreter lehnten die Vorfinanzierung jedoch einstimmig ab. Ausschlaggebend waren die hohen Kosten und die Unsicherheit darüber, ob die Leitungen künftig tatsächlich benötigt oder wirtschaftlich genutzt werden können.
Breite Einigkeit herrschte auch bei der Bewertung geplanter Umbauten am Eingang des Eichenzeller Schlösschens. Die rund 400 Kilogramm schwere Eingangstür verursacht seit Jahren technische Probleme und hohe Reparaturkosten. Eine neue Lösung soll künftig Anforderungen an Barrierefreiheit, Brandschutz, Denkmalschutz und Energieeffizienz miteinander verbinden. Für Verwunderung sorgte jedoch ein vorgelegter Kostenvoranschlag von rund 340.000 Euro. Fraktionsübergreifend wurde die Summe als unverhältnismäßig bewertet. Die Gemeindevertretung sprach sich stattdessen dafür aus, nach einer deutlich wirtschaftlicheren Alternative zu suchen, ohne dabei auf die bestehende Barrierefreiheit zu verzichten.
Wegen der umfangreichen Tagesordnung wurde die Sitzung gegen 22.30 Uhr unterbrochen. Die Beratungen werden am 11. Juni fortgesetzt. Dann stehen unter anderem weitere Themen aus dem Bereich der Bauleitplanung auf dem Programm. +++
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