Die erste Tarifverhandlung für die rund 240.000 Beschäftigten im hessischen Einzel- und Versandhandel ist ohne Ergebnis geblieben. Die Arbeitgeber legten zum Auftakt kein Angebot vor. Die Gewerkschaft ver.di reagierte mit scharfer Kritik.
„Das ist ein Affront gegenüber den Beschäftigten und unangemessen angesichts der enormen Belastungen. Die Preise steigen immer höher. Es bleibt neben den Ausgaben für das Notwendigste wie Miete, Lebensmittel und Verkehr kaum mehr finanzieller Spielraum für Anschaffungen oder zusätzliche Altersvorsorgeaufwendungen“, sagte Marcel Schäuble, Verhandlungsführer von ver.di für den Handel in Hessen.
Weiter erklärte Schäuble, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sei für viele Beschäftigte der Branche bereits heute kaum noch finanzierbar. Dass die Arbeitgeber vor diesem Hintergrund am ersten Verhandlungstag kein Angebot vorgelegt hätten, sei respekt- und verantwortungslos gegenüber denjenigen, die täglich den Betrieb aufrechterhielten. „Denn sie sind es, die dazu beigetragen haben, dass der hessische Einzelhandel im Jahr 2025 ein Umsatzplus von 5 Prozent erwirtschaftet hat. Nullkommanichts an Angebot im Gegenzug ist weder wertschätzend noch anständig“, so Schäuble.
ver.di fordert in der aktuellen Tarifrunde eine Erhöhung der Entgelte um monatlich 250 Euro je Entgeltgruppe. Für Auszubildende verlangt die Gewerkschaft 150 Euro mehr pro Monat in jedem Lehrjahr. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.
Die Tarifverhandlungen sollen am 18. Mai 2026 fortgesetzt werden. +++
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