STADTRADELN startete im Landkreis Fulda mit starkem Zeichen der Verbundenheit

Foto: privat

Der Auftakt zum diesjährigen STADTRADELN im Landkreis Fulda zeigte schon am ersten Tag, dass diese Aktion längst mehr ist als ein Wettbewerb um Kilometerzahlen. In Eiterfeld und Rasdorf wurde der Start der Kampagne zu einer Demonstration kommunaler Geschlossenheit, getragen von Ehrenamt, kirchlichem Leben und dem Versuch, Klimaschutz nicht abstrakt zu verhandeln, sondern in den Alltag der Menschen einzubetten.

Vom 17. Mai bis zum 6. Juni 2026 läuft die Aktion im Landkreis Fulda. Dass die Marktgemeinde Eiterfeld und die Point-Alpha-Gemeinde Rasdorf ihren Auftakt gemeinsam gestalteten, verlieh dem Beginn eine besondere Symbolik. Der Tag begann mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Georg in Eiterfeld, den der Pastoralverbund Hessisches Kegelspiel zu den Hl. 14 Nothelfern unter das Motto „Gottes Geist gibt Rückenwind“ gestellt hatte. Die Verbindung von geistlichem Impuls und praktischer Bewegung wirkte dabei keineswegs bemüht, sondern fügte sich bemerkenswert selbstverständlich in den Charakter der Veranstaltung ein.

Der Dank der Verantwortlichen galt insbesondere dem Pfarrgemeinderat Eiterfeld für die Organisation sowie Pfarrer Markus C. Günther, der die Heilige Messe gestaltete und anschließend die Fahrräder auf dem Kirchplatz segnete. Gerade diese Segnung verlieh dem Auftakt eine Atmosphäre, die über das rein Organisatorische hinausging. Sie machte deutlich, dass gemeinschaftliche Aktionen im ländlichen Raum häufig dort ihre Kraft entfalten, wo gesellschaftliches Engagement, kirchliches Leben und kommunale Verantwortung ineinandergreifen.

Von Eiterfeld aus führte die erste gemeinsame Fahrradtour weiter nach Rasdorf-Grüsselbach. Dort wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Rasdorf empfangen. Der Übergang vom Gottesdienst zum geselligen Beisammensein bei Gegrilltem, Getränken sowie Kaffee und Kuchen wirkte dabei nicht wie ein Rahmenprogramm, sondern wie ein bewusst gepflegter Ausdruck lokaler Gemeinschaft. Dass solche Veranstaltungen funktionieren, liegt nicht zuletzt daran, dass sie auf gewachsene Strukturen zurückgreifen können, die vielerorts längst nicht mehr selbstverständlich sind.

Zugleich zeigt sich am STADTRADELN ein Wandel im Verständnis kommunaler Klimapolitik. Die Aktion setzt weniger auf moralische Appelle als auf Beteiligung und gemeinsames Erleben. Nachhaltige Mobilität erscheint hier nicht als Verzichtsprogramm, sondern als soziale Erfahrung. Gerade in ländlich geprägten Regionen, in denen das Auto weiterhin eine zentrale Rolle spielt, entfalten solche niedrigschwelligen Initiativen möglicherweise eine größere Wirkung als grundsätzliche Debatten über Verkehrswenden und Infrastrukturkonzepte.

Auch die ersten Zahlen unterstreichen den erfolgreichen Start. Eiterfeld verzeichnete bereits nach dem ersten Tag 4.916 geradelte Kilometer bei 116 aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Rasdorf kam mit 38 Aktiven auf 1.437 Kilometer. Hinter diesen Zahlen steht allerdings mehr als statistischer Ehrgeiz. Sie spiegeln den Versuch wider, gemeinschaftliches Handeln sichtbar zu machen und Verantwortung nicht allein politischen Programmen zu überlassen.

Die Verantwortlichen beider Kommunen sowie des Pastoralverbundes hoffen nun auf viele weitere gemeinsame Kilometer in den kommenden Wochen. Entscheidend dürfte am Ende jedoch weniger die endgültige Platzierung sein als die Frage, ob es gelingt, aus einer zeitlich begrenzten Aktion ein dauerhaftes Bewusstsein für Zusammenhalt, Bewegung und regionale Verantwortung entstehen zu lassen. Gerade darin könnte der eigentliche Wert des STADTRADELNs liegen. +++


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