Schwerer Unfall auf B49 bei Flensungen

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Am Samstagabend gegen 21.20 Uhr ist auf der Bundesstraße 49 bei Flensungen ein schwerer Verkehrsunfall geschehen. Ein 18-Jähriger aus Lich war mit seinem Renault Megane aus Richtung Ruppertenrod kommend in Richtung Flensungen unterwegs, als er kurz vor dem Ortseingang in einer leichten Linkskurve aus bislang unbekannten Gründen nach rechts von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum prallte.

Was danach folgte, war jener Ausnahmezustand, den Einsatzkräfte auf Landstraßen nur allzu gut kennen – und der doch niemals zur Routine wird. Fahrer und Beifahrer wurden in dem Fahrzeug eingeklemmt. Der 19 Jahre alte Beifahrer wurde zunächst durch den Rettungsdienst versorgt und anschließend mit einem Rettungshubschrauber schwer verletzt nach Marburg geflogen.

Für den Fahrer gestaltete sich die Rettung noch schwieriger. Feuerwehrkräfte mussten ihn mit hydraulischem Gerät aus dem massiv deformierten Fahrzeug befreien. Auch er erlitt schwere Verletzungen und wurde nach der Erstversorgung durch Rettungsdienst und Notarzt in ein Krankenhaus gebracht.

Besonders die Schilderungen der Einsatzkräfte lassen erahnen, mit welcher Wucht sich der Unfall ereignet haben muss. Die Befreiung habe sich durch die Instabilität des Fahrzeugs deutlich erschwert, hieß es vor Ort. Aufgrund der massiven Verformungen und Abrisse an der Karosserie seien kaum noch feste Ansatzpunkte vorhanden gewesen, um das Fahrzeug ausreichend zu stabilisieren und die technische Rettung sicher durchführen zu können.

Es sind Sätze, die nüchtern klingen und doch eine enorme Dramatik beschreiben. Hinter ihnen stehen Minuten, in denen jede Bewegung sitzt, jede Entscheidung Gewicht hat und in denen Einsatzkräfte unter höchster Konzentration versuchen, Menschenleben zu retten. Während draußen Blaulicht die Dunkelheit durchschneidet, kämpfen im Inneren eines zerstörten Fahrzeugs Feuerwehrleute, Notärzte und Rettungskräfte gegen Zeit, Metall und Schwerkraft zugleich.

Die Bundesstraße 49 blieb während der Unfallaufnahme und der Bergungsarbeiten bis etwa 23.30 Uhr voll gesperrt. Der entstandene Sachschaden wird auf mindestens 15.000 Euro geschätzt.

Vor Ort im Einsatz waren der Rettungsdienst mit zwei Rettungswagen und zwei Notärzten, eine Polizeistreife sowie rund 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr. Zudem unterstützten der Organisatorische Leiter Rettungsdienst des Vogelsbergkreises, Kreisbrandinspektor und Kreisbrandmeister den Einsatz.

Und doch bleibt nach solchen Nächten immer mehr zurück als Zahlen, Schadenssummen oder Einsatzberichte. Es bleibt die Erinnerung daran, wie schnell sich ein gewöhnlicher Abend verändern kann. Ein Moment der Unachtsamkeit, ein kurzer Kontrollverlust, eine Kurve – und plötzlich steht für junge Menschen nicht mehr der nächste Tag im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie schwer die Folgen sein werden.

Gerade auf Landstraßen zeigt sich immer wieder die ganze Härte solcher Unfälle. Keine Leitplanken, kaum Ausweichraum, hohe Geschwindigkeiten und Bäume unmittelbar neben der Fahrbahn machen aus Fehlern oft Katastrophen. Die Straßen wirken vertraut, beinahe alltäglich. Vielleicht liegt gerade darin ihre größte Gefahr.

Denn schwere Verkehrsunfälle beginnen selten spektakulär. Meist beginnen sie mit einer einzigen Sekunde. +++


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