
Das PIANALE Piano Festival in Fulda geht in die entscheidende Phase. Nach den ersten Auftritten der insgesamt 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer präsentierten sich am Mittwoch und Donnerstag weitere zwölf Pianistinnen und Pianisten mit neuen Programmen in der zweiten Konzertrunde. Vor zahlreichem Publikum im Vonderau Museum zeigten die internationalen Nachwuchstalente erneut ihre musikalische Vielfalt und ihr hohes künstlerisches Niveau.
Seit Dienstag stellen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs mit einem zweiten Konzertprogramm der Jury und dem Publikum vor. Bewertet werden die Auftritte vom zweiten Jury-Team unter der Leitung der Pianistin und PIANALE-Initiatorin Uta Weyand. Bereits in der ersten Wettbewerbsrunde hatten die jungen Pianistinnen und Pianisten mit frei gewählten rund zehnminütigen Programmen ihr Können unter Beweis gestellt. Nun folgte eine weitere musikalische Visitenkarte mit Werken aus unterschiedlichen Epochen.
Im Vonderau Museum eröffnete die 16-jährige Chinesin Tianyu Lu den Konzertabend mit einem Klavierstück von Franz Schubert und dem vierten Satz aus Ludwig van Beethovens Sonate op. 22. Der 17-jährige Jacob Reif aus Deutschland, der in Schweden lebt, interpretierte Griegs schwebende „Arietta“ sowie das kraftvolle „Trolltog“ aus den Lyrischen Stücken und überzeugte anschließend mit einer Etüde von Sergej Rachmaninoff. Vor der Pause widmete sich der 22-jährige Slowene Jan Rener Frédéric Chopins Polonaise op. 53.
Nach der Pause standen auch selten gespielte Werke auf dem Programm. Ashley Solano Hernández aus England und Kolumbien präsentierte die Etüde op. 42 Nr. 1 von Einojuhani Rautavaara sowie den ersten Satz aus Alberto Ginasteras erster Klaviersonate. Der 29-jährige Chinese Zhu Wang überzeugte mit dem ersten Satz aus Beethovens Sonate op. 31 Nr. 1 und Chopins Barcarolle. Den Schlusspunkt setzte der 25-jährige Serbe Milosz Grncaroski mit einer Sonate von Antonio Soler sowie dem ersten Satz aus Rachmaninoffs zweiter Klaviersonate.
Eine kurzfristige Änderung erforderte am Donnerstag organisatorisches Geschick. Die ursprünglich im Hohhaus in Lauterbach geplante Konzertrunde musste wegen des verheerenden Brandes in der Lauterbacher Altstadt nach Fulda verlegt werden. Das Konzert fand stattdessen im Refektorium des Klosters Frauenberg statt. „Es hat uns sehr leid getan, nicht im Hohhaus auftreten zu können“, sagte Uta Weyand. Dank der schnellen Unterstützung im Kloster habe die Verlegung kurzfristig umgesetzt werden können. Das Publikum sei über die Medien rechtzeitig informiert worden.
Im Kloster Frauenberg präsentierten sich Lixian Jiang aus China, Ruzgar Ozgulsun aus der Türkei, Cameron Liu und Gabriella Muradova aus England, Mykhailo Diordiiev aus der Ukraine sowie Asahi Ota aus Japan mit Werken von Beethoven, Mozart, Claude Debussy, Frédéric Chopin, Anatoli Ljadow und Sergej Rachmaninoff.
Am heutigen Abend folgt eine weitere Konzertrunde im Kloster Frauenberg, die allerdings als geschlossene Veranstaltung stattfindet. Mit diesem Konzert bedankt sich die PIANALE traditionell bei den Franziskanern sowie bei Antonius – gemeinsam Mensch für die langjährige Gastfreundschaft. „Wir bedanken uns mit diesem Konzert jedes Jahr bei den Franziskanern und bei Antonius gemeinsam mensch für die herzliche Gastfreundschaft im Kloster Frauenberg“, erklärte Uta Weyand.
Im Anschluss entscheidet die Jury über den Einzug ins Halbfinale. Die acht besten Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden am Sonntag, 2. August, um 18.30 Uhr in der Alten Aula in Fulda um den Einzug ins Finale spielen. Trotz des Wettbewerbscharakters stehe bei der PIANALE jedoch nicht allein die Platzierung im Mittelpunkt, betont Uta Weyand. Ebenso wichtig seien der freundschaftliche Austausch und der kollegiale Umgang unter den jungen Musikerinnen und Musikern. So verfolgten viele Teilnehmer die Auftritte ihrer Mitbewerber mit großer Aufmerksamkeit und spendeten ihnen begeisterten Applaus – ein Zeichen dafür, dass die PIANALE neben musikalischer Exzellenz auch von gegenseitiger Wertschätzung lebt. +++
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