
Nach rund zehn Jahren Pause ist das traditionsreiche Munkenhüttenfest des Gesangvereins Concordia 1900 Eichenzell wieder zum Leben erweckt worden. Bei bestem Wetter fanden zahlreiche Besucherinnen und Besucher den Weg zur Munkenhütte und erlebten einen abwechslungsreichen Festtag mit Open-Air-Gottesdienst, Gesang, Musik, kulinarischen Angeboten und geselligem Beisammensein. Was zunächst mit einer gewissen Spannung verbunden war, entwickelte sich im Laufe des Tages zu einer gelungenen Rückkehr einer Veranstaltung, die in früheren Jahren regelmäßig zahlreiche Menschen angezogen hatte.
Für Vereinsvorsitzende Uschi Heisig war die Wiederaufnahme des Festes nicht ganz ohne Risiko. Zeitgleich feierte der FC Britannia Eichenzell sein 115-jähriges Vereinsjubiläum. Damit stand bereits im Vorfeld die Frage im Raum, wie viele Menschen trotz der Terminkonkurrenz den Weg zur Munkenhütte finden würden. Umso größer war die Freude beim Gesangverein, als sich bereits am Sonntagmorgen zahlreiche Gläubige zum Open-Air-Gottesdienst einfanden und im weiteren Tagesverlauf immer mehr Gäste zum Festbetrieb hinzukamen.
Pfarrer Dr. Guido Pasenow zelebrierte unter freiem Himmel einen festlichen Gottesdienst an der Munkenhütte. Dabei wurde sowohl der verstorbenen als auch der lebenden Mitglieder des Gesangvereins Concordia gedacht. Der Verein ist seit mittlerweile mehr als 125 Jahren Teil des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Eichenzell und steht damit zugleich für eine Tradition, die weit über das eigentliche Vereinsleben hinausreicht. Gerade solche Veranstaltungen machen sichtbar, welche Bedeutung Vereine für Begegnung, Zusammenhalt und das gesellschaftliche Miteinander in einer Gemeinde haben.
Für den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes sorgte der gemischte Chor Cantissimo des Gesangvereins Concordia. Mit kraftvollen Stimmen verliehen die Sängerinnen und Sänger der Feier eine festliche Atmosphäre. Auch nach dem Gottesdienst blieb die Musik ein wesentlicher Bestandteil des Tages. Der Chor präsentierte sich beim anschließenden Festbetrieb und zeigte dabei, welche verbindende Kraft gemeinsames Singen entfalten kann.
Zu den ersten Gästen des Festes gehörten Bürgermeister Johannes Rothmund und Ortsvorsteher Christian Meier. Beide zeigten sich erfreut darüber, dass der Gesangverein Concordia die Tradition des Munkenhüttenfestes wieder aufgenommen hatte, und würdigten das Engagement der Verantwortlichen. Das Fest war in früheren Jahren regelmäßig veranstaltet worden und hatte sich dabei stets großer Beliebtheit erfreut.
Auch kulinarisch hatte der Gesangverein einiges zu bieten. Das Helferteam servierte unter anderem Gyros und verschiedene Grillspezialitäten. Hinzu kamen hausgemachte Kuchenspezialitäten sowie frisch gezapftes Kreuzbergbier. Rund um die Munkenhütte entwickelte sich dadurch eine entspannte Atmosphäre, in der die Besucher nicht nur gemeinsam aßen und tranken, sondern vor allem Zeit miteinander verbrachten.
Am Nachmittag nahm das Fest noch einmal deutlich an Fahrt auf. Stefan Hagemann griff zum Akkordeon und spielte bekannte Melodien. Unterstützt wurde er von Peter Heisig, der zahlreiche bekannte und auch heimische Lieder anstimmte. Was zunächst musikalische Unterhaltung war, entwickelte sich schnell zu einem gemeinsamen Singen, an dem sich viele Gäste beteiligten.
Mit fortschreitendem Nachmittag wurde die Stimmung an der Munkenhütte zunehmend ausgelassener. Akkordeonmusik, Gesang und die Stimmen der mitsingenden Besucher prägten das Bild. Dabei zeigte sich, dass die Wiederbelebung des Festes mehr war als die Rückkehr eines einzelnen Veranstaltungstermins. Die Munkenhütte bot einen Rahmen, in dem Menschen zusammenkamen, miteinander ins Gespräch kamen und gemeinsam einige Stunden verbrachten.
Bei den Besuchern setzte sich schließlich eine einfache Erkenntnis durch: Das Munkenhüttenfest gehört für viele Menschen zu Eichenzell. Die idyllische Lage der Munkenhütte schafft dabei einen besonderen Rahmen für eine Veranstaltung, bei der nicht die große Bühne, sondern die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht. Gerade darin liegt ein Teil der Stärke solcher Vereinsfeste.
Unterstützung erhielt der Gesangverein Concordia bei der Durchführung auch von Mitgliedern der Eichenzeller Backgemeinschaft. Für Vereinsvorsitzende Uschi Heisig ist diese Zusammenarbeit zwischen den örtlichen Vereinen von besonderer Bedeutung. Sie hofft deshalb, dass es künftig noch besser gelingt, die zahlreichen Vereinsveranstaltungen in Eichenzell terminlich aufeinander abzustimmen. Gerade in einer Gemeinde mit einem vielfältigen Vereinsleben kann eine bessere Koordination dazu beitragen, dass Veranstaltungen nicht unnötig miteinander konkurrieren.
Seinen Abschluss fand der Festtag mit einem gemütlichen Dämmerschoppen mit „Stefan Müllers Haxen“. Damit ging die Wiederbelebung des Munkenhüttenfestes in geselliger Atmosphäre zu Ende.
Uschi Heisig und ihr engagiertes Team zeigten sich mit dem Verlauf des Festes zufrieden. Angesichts des erheblichen ehrenamtlichen Einsatzes hätte sich die Vorsitzende zwar durchaus noch den einen oder anderen zusätzlichen Gast gewünscht. Insgesamt überwog jedoch die Freude darüber, dass eine Tradition, die rund zehn Jahre unterbrochen war, wieder aufgenommen werden konnte.
Das Munkenhüttenfest hat damit zugleich gezeigt, was ein Vereinsfest im besten Sinne leisten kann. Es geht um Musik und Essen, um einen Gottesdienst und Unterhaltung – vor allem aber um Begegnungen. In einer Zeit, in der viele Vereine vor der Herausforderung stehen, ihr ehrenamtliches Engagement aufrechtzuerhalten, sind solche Veranstaltungen auch ein sichtbares Zeichen dafür, dass Gemeinschaft nicht von selbst entsteht. Sie braucht Menschen, die organisieren, helfen, musizieren und Verantwortung übernehmen.
Der Gesangverein Concordia 1900 Eichenzell kann dabei auf eine mehr als 125-jährige Geschichte zurückblicken. Im Jahr 1900 zunächst als reiner Männerchor gegründet, wurde 1983 zusätzlich ein gemischter Chor ins Leben gerufen. In den 1980er- und 1990er-Jahren folgten außerdem die Gründungen von Kinder- und Jugendchören.
Auch heute will der Verein seine musikalische Tradition fortführen und weiterentwickeln. Insbesondere Männerstimmen sind beim Gesangverein Concordia derzeit willkommen. Grundsätzlich freut sich der Verein jedoch über jede interessierte Sängerin und jeden interessierten Sänger, die oder der Freude am gemeinsamen Singen hat und die Gemeinschaft des Vereins bereichern möchte.
Das wiederbelebte Munkenhüttenfest lieferte dafür ein anschauliches Beispiel. Musik und Gesang waren nicht bloß Programmpunkte, sondern wurden zum verbindenden Element des Tages. Nach zehn Jahren Pause ist damit eine Veranstaltung zurückgekehrt, die für Eichenzell mehr sein kann als ein Termin im Veranstaltungskalender: ein Treffpunkt für Menschen, ein Stück gelebte Vereinsgeschichte und ein Ausdruck jener Gemeinschaft, die ein Dorfleben lebendig hält. +++
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