K+S hebt Prognose für 2026 an und übertrifft Markterwartungen beim EBITDA

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K+S ist mit einem deutlich besseren operativen Ergebnis durch das zweite Quartal 2026 gekommen und hebt zugleich die Prognose für das Gesamtjahr an. Der Düngemittel- und Salzkonzern hat im zweiten Quartal beim EBITDA die Markterwartungen übertroffen. Beim bereinigten Freien Cashflow blieb das Unternehmen dagegen hinter den Erwartungen zurück, konnte den Wert gegenüber dem Vorjahr aber deutlich verbessern. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet K+S nun mit einem EBITDA zwischen 680 und 760 Millionen Euro und einem positiven bereinigten Freien Cashflow im mittleren bis höheren zweistelligen Millionenbereich.

Im zweiten Quartal stieg der Umsatz deutlich auf 978 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte K+S 871 Millionen Euro umgesetzt. Noch stärker entwickelte sich das operative Ergebnis. Das EBITDA erhöhte sich von 110 Millionen Euro im zweiten Quartal 2025 auf 176 Millionen Euro. Damit lag K+S klar über der Markterwartung von 149 Millionen Euro. Beim bereinigten Freien Cashflow zeigte sich ebenfalls eine Verbesserung. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte er 101 Millionen Euro nach 24 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die letzte Vara-Konsensschätzung hatte allerdings bei 119 Millionen Euro gelegen.

„Wir haben im ersten Halbjahr bewiesen, dass K+S auch in einem anspruchsvollen geopolitischen und makroökonomischen Umfeld operativ stark aufgestellt ist“, sagt der K+S-Vorstandsvorsitzende Dr. Christian H. Meyer. Die hohe Nachfrage nach Kali und die positive Preisentwicklung hätten ebenso zum Ergebnis beigetragen wie die verbesserte Produktionsleistung und das starke Salzgeschäft. Hinzu komme die Kostendisziplin, die sich insbesondere im zweiten Quartal positiv bemerkbar gemacht habe. K+S hebt deshalb die Prognose für EBITDA und Freien Cashflow an. Gleichzeitig verweist Meyer auf die weiterhin unklare Entwicklung des Konflikts im Mittleren Osten. Der Konzern wolle deshalb an finanzieller Disziplin, Verlässlichkeit für die Kunden und der Umsetzung seiner strategischen Großprojekte festhalten.

Im Kundensegment Landwirtschaft entwickelte sich das Geschäft im zweiten Quartal besonders dynamisch. Der Umsatz stieg auf 700 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal 618 Millionen Euro erreicht worden waren. Ausschlaggebend waren höhere Absatzmengen, die unter anderem auf die gestiegene Produktionsleistung zurückzuführen sind, sowie höhere Durchschnittspreise. In Europa belief sich der Umsatz auf 281 Millionen Euro nach 290 Millionen Euro im zweiten Quartal 2025. In Übersee legte der Umsatz dagegen deutlich von 328 Millionen auf 419 Millionen Euro zu. Das Absatzvolumen ohne Handelswaren erhöhte sich insgesamt von 1,74 Millionen Tonnen auf 1,90 Millionen Tonnen.

Auch das Kundensegment Industrie+ entwickelte sich besser als im Vorjahr. Der Umsatz lag im zweiten Quartal bei 278 Millionen Euro und damit über den 254 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums. Die Absatzmenge stieg von 1,31 Millionen auf 1,47 Millionen Tonnen. K+S führt die Entwicklung unter anderem auf die nach dem strengen Winter weiterhin erhöhten Absatzmengen im Auftausalzgeschäft zurück. Auch in weiteren Anwendungsgebieten entwickelte sich das Geschäft positiv. Hinzu kamen realisierte Preissteigerungen in mehreren Produktgruppen.

Für den weiteren Jahresverlauf geht K+S unverändert von einer hohen Kapazitätsauslastung im globalen Kalimarkt aus. Die Prognose für das operative EBITDA wurde nun auf eine Spanne von 680 bis 760 Millionen Euro angehoben. Zuvor hatte das Unternehmen mit 630 bis 730 Millionen Euro gerechnet. Im Jahr 2025 hatte K+S ein EBITDA von 613 Millionen Euro erzielt. Die Mitte der neuen Prognosebandbreite entspricht zugleich der Gesamtjahresmarkterwartung.

Für den Mittelpunkt der neuen EBITDA-Spanne setzt K+S voraus, dass das zur Jahresmitte erreichte Preisniveau der Produkte im Kundensegment Landwirtschaft im Durchschnitt des zweiten Halbjahres in etwa stabil bleibt. Auch beim bereinigten Freien Cashflow wird der Ausblick angehoben. Bei einem weiterhin geplanten Investitionsvolumen von rund 600 Millionen Euro für das Gesamtjahr 2026 erwartet K+S inzwischen einen positiven Wert im mittleren bis höheren zweistelligen Millionenbereich. Bislang war lediglich ein mindestens ausgeglichener bereinigter Freier Cashflow in Aussicht gestellt worden. 2025 hatte dieser bei 29 Millionen Euro gelegen.

Parallel zur operativen Entwicklung treiben die Kasseler ihre strategischen Großprojekte voran. Mit dem Umbau der Fabrik Wintershall hat zuletzt auch die übertägige Umsetzung des Projekts „Werra 2060“ begonnen. Bis zum Sommer 2028 soll der Standort von der bisherigen Fahrweise auf trockene Aufbereitung umgestellt werden. Insgesamt will K+S rund 600 Millionen Euro in das Transformationsprojekt investieren. Damit soll die Kaliproduktion an der Werra langfristig gesichert und zugleich die Umwelt entlastet werden.

Auch in Kanada kommt die Kapazitätserweiterung am Werk Bethune planmäßig voran. Im ersten Halbjahr konzentrierten sich die Investitionen dort vor allem auf den Bau einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage sowie auf die kontinuierliche Weiterentwicklung der Kavernen und Pads. Der Ausbau des Standorts ist Teil der langfristigen Strategie von K+S, die Produktionsmöglichkeiten im globalen Kaligeschäft zu erweitern.

Zusätzliche Perspektiven für das Salzgeschäft ergeben sich aus der geplanten Übernahme des Salzgeschäfts von Qemetica. K+S und Qemetica hatten am 2. Juni 2026 eine Vereinbarung über den Erwerb des Geschäfts mit Standorten im polnischen Janikowo und im deutschen Staßfurt unterzeichnet. Mit der Transaktion will K+S das eigene europäische Salzgeschäft weiter ausbauen und zusätzliches Wachstumspotenzial in Mittel- und Osteuropa erschließen.

Der Schwerpunkt der beiden Qemetica-Standorte liegt auf der Produktion von Salzspezialitäten für die Wasserenthärtung und die Lebensmittelindustrie. Als Kaufpreis wurden 350 Millionen Euro vereinbart. Hinzu kommt eine erfolgsabhängige Prämie von bis zu 30 Millionen Euro. Zur Finanzierung der Übernahme und für allgemeine Geschäftszwecke hatte K+S bereits am 9. Juni 2026 Wandelanleihen mit einem Gesamtvolumen von 320 Millionen Euro erfolgreich platziert.

K+S-Finanzvorstand Dr. Jens Christian Keuthen wertet die hohe Nachfrage nach den Anleihen als Zeichen des Vertrauens des Kapitalmarktes in den Konzern. Zugleich unterstütze die Finanzierung die strategische Kapitalallokation. Der Abschluss der Transaktion steht noch unter den üblichen Vollzugsbedingungen. Dazu gehört insbesondere die noch ausstehende Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden. Der Abschluss wird im ersten Quartal 2027 erwartet.

Für K+S ergibt sich damit zur Jahresmitte ein gemischtes, insgesamt aber deutlich verbessertes Bild. Das operative Geschäft liefert höhere Umsätze und ein EBITDA, das die Markterwartungen übertrifft. Gleichzeitig steigt der Cashflow gegenüber dem Vorjahr deutlich, auch wenn er noch unter dem Konsens liegt. Mit der angehobenen Jahresprognose, den Investitionen in Werra 2060 und Bethune sowie der geplanten Übernahme des Qemetica-Salzgeschäfts verbindet K+S die operative Verbesserung mit einer Reihe langfristiger strategischer Entscheidungen. +++


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