Kreispolitischer Abend des Landkreises Fulda

Kreistagsvorsitzender Helmut Herchenhan

Künzell. Am Mittwochabend wurden im Bäder Park Hotel im osthessischen Künzell im Landkreis Fulda im Beisein etlicher kommunal-, kreis- und landespolitischer Aktiver die Mandatsträgerinnen und Mandatsträger – darunter auch ausgeschiedene – im Sinne der neuen Ehrenordnung des Landkreises Fulda für ihr langjähriges, kommunalpolitisches Engagement geehrt. Erstmals wurden gestern Abend die langjährigen Mitglieder der Kreisgremien für ihr 20-, 30- sowie 40-jähriges Engagement im Sinne der neuen Ehrenordnung des Landkreises gewürdigt.

In Anlehnung an den ehemaligen Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Richard von Weizsäcker, sagte gestern Abend Kreistagsvorsitzender Helmut Herchenhan: „Das Erste, Wichtigste und Bleibende in meinem Verständnis von Demokratie, ist der immer neue Aspekt der kommunalen Selbstverwaltung. Die Selbstverwaltung der Kreise, Städte und Gemeinden ist der Grundstein unserer Verfassung und unserer Demokratie. Historisch gesprochen, ist die kommunale Selbstverwaltung Ursprung und Fundament unserer demokratischen Tradition überhaupt. Und diese Bedeutung – auch dort, wo sie uns allen selbstverständlich geworden ist und von uns allen selbstverständlich gelebt- und praktiziert wird – immer wieder ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, halte ich für fundamental in unseren, politischen Alltagsaufgaben.“ (1985)

Ebenso erinnerte Herchenhan an das einstige Zitat von Bundestagspräsident a. D., Prof. Dr. Norbert Lammert, dieser vor Kurzem im Stadtschloss Fulda für seine Verdienste um die Völkerverständigung (ganz im Zeichen des Lebens und Wirkens des Heiligen Bonifatius) mit dem „Winfriedpreis der Stadt Fulda“ ausgezeichnet worden ist. So sagte dieser einmal: „Die Demokratie steht und fällt mit dem Engagement ihrer Bürger.“ Zwar liegen zwischen diesem Zitat und heute mehr als 30 Jahre, dennoch deklarierte der Vorsitzende des Kreistages des Landkreises Fulda die Grundaussage dieses Satzes als so „aktuell und richtig, wie damals“.

„Wie ist es bestellt um das kommunale Ehrenamt? Wo stehen wir? Wo geht die Reise hin?“, waren Fragen, denen sich Helmut Herchenhan am Mittwochabend widmete. Dabei betonte er, dass, wenn es bei den Bürgerinnen und Bürgern, die sich auf kommunalpolitischer Ebene ehrenamtlich engagieren, darum geht, „Verantwortung für das Gemeinwesen insgesamt zu übernehmen“, sich „kurzzeitig immer mehr Bürgerinnen und Bürger projektbezogen engagieren, vor allem dann, wenn sie unmittelbar persönlich betroffen sind“. Als Beispiel nannte er die vielen, gemeindlichen Bürgerinitiativen, als Themen benannte er in diesem Kontext das Thema „Brecheranlage“ sowie das Thema „Windkraft“.

Helmut Herchenhan: „Das ehrenamtliche Engagement im Sinne der kommunalen Selbstverwaltung ist oft mühselig und kräftezerrend, gestaltet sich oftmals kompliziert und ist oft schwerwiegend in den Auswirkungen und stößt manchmal auf massiven Widerstand bei Teilen der Bevölkerung. Beileibe nicht ist es einfach, immer Position zu beziehen. Sie alle, wie Sie heute Abend hier sind, gehen mit sehr gutem Beispiel voran. Herzlichen Dank für Ihr Engagement; Sie alle haben mit dazu beigetragen, dass sich der Landkreis Fulda so gut entwickeln konnte. Ich verbleibe Ihnen gegenüber abschließend mit Dank, Anerkennung und Respekt.“

Landrat Bernd Woide, der für den Landkreis Fulda Grüße sowie Dankesworte überbrachte, benannte den gestrigen, traditionsreichen Abend, „eine schöne Tradition, um zusammenzukommen und Ehrungen auszusprechen“. Landrat Bernd Woide: „Es gilt als selbstverständlich, dass es immer genügend Bürgerinnen und Bürger gibt, die sich in Kreisgremien oder auf anderer kommunaler Ebene engagieren, dass es Listen gibt, die sich zu einer Kommunalwahl stellen und häufig ist in diesem Kontext Kritik das Erste, was man da manchmal vernimmt. Berechtigt oder unberechtigt, glaube ich, dass es wichtig ist, auch manchmal zusammenzukommen, um einfach ‚Danke‘ zu sagen; Danke zu sagen, für ehrenamtliches Engagement, für ein Engagement, das zunächst einmal grundsätzliche Bedeutung hat: Sie alle haben sich für die Kreisgremien aufstellen lassen – sicherlich, weil sie bestimmte Interessen und Intentionen haben, aber auch, weil Ihnen das Wohl unseres Gemeinwesens des Landkreises Fulda am Herzen liegt. Ein grundsätzliches Interesse, das seinen Niederschlag findet in der institutionellen Garantie der kommunalen Selbstverwaltung, im Grundgesetzt sowie in der Hessischen Landesverfassung verankert ist – aufbauen auf dem Ehrenamt. Auf kommunaler Ebene gibt es keine hauptamtlichen Parlamente, keine hauptamtlichen Vertretungsorgane, sondern wir sind auf das Ehrenamt angewiesen; Aus diesem Grund, auch ich heute Abend für Ihr Engagement, ohne dieses unser Gemeinwesen, unser Landkreis Fulda nicht funktionieren würde und auch nicht so gut funktioniert hätte und hoffentlich auch in Gegenwart und Zukunft so gut funktioniert, einmal danke sagen möchte. +++ jessica auth

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