Klinikum Fulda investiert 5,5 Millionen Euro in neue Herzkatheterlabore

Das Klinikum Fulda hat ein umfassendes Modernisierungsprojekt in der Kardiologie abgeschlossen und rund 5,5 Millionen Euro in neue Herzkatheter-Infrastruktur investiert. Mit drei technologisch führenden Herzkatheterlaboren stärkt das Haus seine Rolle als Zentrum der kardiologischen Maximalversorgung und verbessert insbesondere die Versorgung bei akuten Koronarsyndromen.

Auf einer Fläche von 950 Quadratmetern wurde ein neuer Komplex geschaffen, der moderne Medizintechnik mit einer optimierten Infrastruktur verbindet. Hintergrund sind steigende Anforderungen an Präzision und Geschwindigkeit in der kardiologischen Versorgung. Nach Angaben des Klinikums wurden rund zwei Millionen Euro in Medizintechnik und 3,5 Millionen Euro in bauliche Maßnahmen investiert.

Das Klinikum Fulda übernimmt als Maximalversorger eine zentrale Funktion in der Notfallversorgung in Osthessen sowie angrenzenden Regionen in Unterfranken und Thüringen. Die Investition sei ein klares Bekenntnis zur Spitzenmedizin im ländlichen Raum, erklärten der Vorstandssprecher, Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, und der Vorstand Administration, Michael Wilhelm. Ziel sei es, die Versorgungsqualität auf hohem Niveau zu sichern und weiterzuentwickeln.

Ein Schwerpunkt der Neugestaltung liegt auf der räumlichen Integration der neuen Herzkatheterlabore. Diese wurden in direkter Anbindung an die Zentrale Notaufnahme und die Intensivstation errichtet. Dadurch sollen Transportwege verkürzt und die Zeit bis zur Behandlung bei Notfällen wie einem Herzinfarkt reduziert werden. Das kardiologische Bereitschaftsteam kann so rund um die Uhr ohne Verzögerung eingreifen.

Technisch setzt das Klinikum auf drei digitale Angiographie-Systeme mit erweiterten Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Dazu gehört unter anderem eine Druckdrahtmessung, mit der sich feststellen lässt, ob eine Gefäßverengung die Durchblutung des Herzmuskels beeinträchtigt. Ergänzt wird dies durch Verfahren der intravaskulären Bildgebung wie den intravaskulären Ultraschall und die optische Kohärenztomographie. Letztere ermöglicht hochauflösende Einblicke in die Gefäßstruktur und unterstützt eine präzise Planung von Stentimplantationen. Die Auswertung der Bilddaten wird durch ein Verfahren mit künstlicher Intelligenz ergänzt, das die Ergebnisse mit Röntgenbildern kombiniert.

Nach Angaben von Prof. Dr. Volker Schächinger, Direktor der Medizinischen Klinik I für Kardiologie, ermöglichen die neuen Technologien eine deutlich genauere Diagnostik und Behandlung. Sowohl die strukturellen Eigenschaften von Gefäßverengungen als auch deren funktionelle Bedeutung könnten besser beurteilt werden.

Ein weiterer Ausbau betrifft die Elektrophysiologie. Die neue Anlage erlaubt eine dreidimensionale Darstellung der elektrischen Aktivität des Herzens. Damit können Ursachen von Herzrhythmusstörungen genauer lokalisiert und gezielt behandelt werden, etwa durch minimalinvasive Ablationen. Dies sei insbesondere für Patienten mit Vorhofflimmern oder ventrikulären Tachykardien von Bedeutung, teilte das Klinikum mit.

Neben der diagnostischen Qualität wurde auch die Sicherheit verbessert. Die neue Gerätegeneration reduziert die Strahlenbelastung für Patienten und medizinisches Personal deutlich. Möglich wird dies durch verbesserte Bildverarbeitungsverfahren, die trotz geringerer Dosis eine hohe Bildqualität liefern.

Nach Abschluss der technischen Abnahmen im Juni 2026 soll die neue Anlage vollständig in Betrieb gehen. Damit steht nach Angaben des Klinikums in Fulda ein kardiologisches Zentrum zur Verfügung, das ein breites Spektrum moderner Behandlungsmöglichkeiten abdeckt und die Versorgung in der Region weiter stärken soll. +++


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