Kevin Muth (2): 365 Tage im Dauereinsatz. Bis zum Anschlag

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Vielleicht ist den Verantwortlichen des SV Buchonia Flieden noch nicht bewusst, welchen Griff sie mit Kevin Muth gelandet haben. Oder etwa doch? Daniel Reith, Jugendleiter des Vereins aus dem Königreich – dessen Sportgelände Am Weiher so ein bisschen Kultstatus besitzt -, und Christian Kreß, Cheftrainer der ersten Mannschaft in der Verbandsliga Nord, kommen an dieser Stelle zu Wort. Zudem wird Kevin Muths Werdegang angesprochen.

Daniel Reith hat in seinem Fußballer-Leben, wie in der Kommunalpolitik auch, schon einiges erlebt. Auch das Amt des Schiedsrichters gehörte zu Reiths Engagement. „Ich habe Kevin vor drei Jahren gepfiffen“, sagt er in bestem Fußball-Deutsch, „und ich hab‘ gesehen, wie er gecoacht hat. Seitdem habe ich gewusst: „Ich muss ihn nach Flieden holen. Ich wollte ihn schon im vergangenen Jahr an den Weiher lotsen.“ Vor geraumer Zeit glückte es ihm. Kevin Muth nimmt sich dem U19-Verbandsliga-Team an – und er geht auch für die Erste, ebenfalls in der Verbandsliga, auf Torejagd.

Beim RSV Margretenhaun fing Kevin Muth, der aus Wiesen stammt und auch dort wohnt, einst an zu kicken. Dieser ersten Station folgten sechs Jahre Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach. Bis der Wechsel in den Männerbereich anstand. Zurück in die Heimat nach Wiesen führte den 32Jährigen der Weg zunächst – ehe der erste von zwei Aufenthalten bei der TSG Lütter am „Sauerbrunnen“ Muths Weg begleitete. Zwei Jahren beim FV Horas (Trainer Matthias Wilde, unterstützt von „Michi“ Fink) folgte ein Wiedersehen mit der TSG Lütter. Drei Jahre blieb Kevin dort – bis er sich vor wenigen Wochen mit dem Aufstieg und der Rückkehr in die Gruppenliga verabschiedete. Auch der Aspekt geringer werdender Distanzen und Fahrtwege bewog ihn zu einem Wechsel zum SV Flieden.

Der ist komplett verrückt. Positiv gemeint“, urteilt der Jugendleiter schon nach wenigen Wochen mitsamt seiner Zugangs-Einschätzung über Kevin Muth. „Er ist sehr professionell unterwegs. Und er legt sehr viel Wert auf den kumpelhaften Umgang – aber auch den als und im Team.“ Also auch darauf, dass „die DNA des SV Flieden nicht verloren geht“. Auch für ihn selbst, fügt der Jugendleiter hinzu, habe das Auswirkungen. Augenzwinkernd sagt er, „er hält mich auch auf Trab. Aber das mache ich gerne“.

So intensiv sei der Austausch, dass Reith weiter folgert: „Kevin Muth ist 24/7. 365 Tage im Dauereinsatz.“ Der Jugendleiter wäre nicht er selbst, wenn er nicht das kurzfristig abgehaltene Trainingslager mit einbeziehen würde in seine Betrachtung. „Die Jungs waren mega zufrieden. Das hat ihnen mega Spaß gemacht.“ Kurzum: „Kevin Muth war die Lösung, die wir haben wollten.“ Menschlich sei der Neue ein „ganz feiner Kerl. Jeder kann zu ihm hingehen. Er hat immer ein offenes Ohr.“

Auch Christian Kreß, Cheftrainer beim Verbandsligisten in Flieden, ist von Kevin Muth angetan. „Er fährt ja dreigleisig mit Beruf, A-Jugend-Trainer und Spieler unserer Ersten. Kevin ist zuverlässig, selbst motiviert und ein richtiger Motivator für die Mannschaft. Er ist ein bulliger und wichtiger Stürmer für uns. Einer, der dir einen Push geben kann.“ Kreß glaubt schon, „dass der Verein einen engagierten Trainer für die A-Jugend gefunden hat. Kevin Muth bewegt viel – ob Trainingslager oder Turnier. Das ist aller Ehren wert.“ Und doppelt in der Verbandsliga zu sein und dort zu arbeiten, das sei ja auch eine „Super-Plattform“.

Auch als Trainer blickt Kevin Muth durchaus auf Erfahrungswerte zurück. Bereits im Alter von 22 einhalb schlüpfte er beim SC Wiesen in die Übungsleiter-Rolle. Stolz macht ihn ebenso die anschließende vierjährige Tätigkeit bei den A-Junioren der JSG Nüsttal/Hobieber/Dammersbach. Im ersten Jahr hielten er und das Team die Gruppenliga, im zweiten wurde es Meister – ehe es zwei Jahre lang die klassenhöhere Verbandsliga bereicherte. Auch die SG Barockstadt durfte sich über Kevin Muths Engagement freuen: Er übernahm die B-Junioren in der Verbandsliga – für ein Jahr. Auch dieses Mal hielt das Team die Klasse. Bis er als Athletik-Trainer bei der SGB einstieg – die U19 schaffte unter Trainer Romeo Schäfer auf Anhieb die Rückkehr in die Hessenliga. Und jetzt ist Kevin Muth im Königreich gelandet.

Stoff eines ganzen Fußballer-Leben verbirgt sich darin, möchte man meinen. Und ist darin versteckt. Doch das Buch ist noch nicht beendet. Einige Kapitel folgen noch im Leben des Kevin Muth. Ganz bestimmt. +++ rl


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